So viel Hass steckt im Manchester Derby

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So viel Brisanz steckte selten zuvor in einem Manchester Derby.

Nicht nur das Duell der beiden Trainer-Stars Jose Mourinho und Pep Guardiola elektrisiert die Fans in der Premier League, sondern auch andere Privatduelle. Zlatan Ibrahimovic beispielsweise hat noch ein Hühnchen mit seinem ehemaligen Barca-Coach Guardiola zu rupfen. Genauso wurde City-Offensiv-Künstler Kevin de Bruyne einst von Mourinho bei Chelsea ausgemustert. 

Bisher wurden 171 Derbys in Manchester ausgetragen.

United gewann davon 71 Spiele, City "nur" 49. Das erste Duell fand bereits 1881 statt.

Die "Citizens" rühmen sich oft damit, der wahre Klub der Stadt zu sein, liegt ihr Stadion doch tatsächlich auch im Stadtgebiet von Manchester, während das "Old Trafford" außerhalb beheimatet ist. 

Ferguson: "City hat eine kleinkarierte Mentalität"

In der Ära von Sir Alex Ferguson dominierten die "Red Devils" lange Zeit das Derby. Erst mit dem Einstieg der Investoren aus Abu Dhabi bei ManCity wurden die Duelle wieder spannender. 

"City ist ein kleiner Klub mit einer kleinkarierten Mentalität", schäumte Alex Ferguson im Jahr 2009. "Sie reden immer nur über Manchester United. Es ist das Einzige, was sie beschäftigt, und das ist dumm. Sie wollen uns provozieren, aber sie werden schon sehen, was sie davon haben."

Davor hatten die "Citizens" Carlos Tevez, der zuvor bei ManUnited spielte, unter Vertrag genommen und diesen mit einem riesigen Plakat, auf dem "Welcome to Manchester" stand, begrüßt. Das machte Ferguson wütend.

Eine ähnliche Brisanz steckt auch in dieser Saison wieder in dem großen Derby. Hier sind die drei großen Hass-Duelle dieses Spiels:


Jose Mourinho gegen Kevin de Bruyne

Bereits 2012 holte Chelsea den damals 20-jährigen de Bruyne nach England. Nach einer Leih-Station bei Werder Bremen wollte der Belgier 2013 endlich bei den "Blues" Fuß fassen, doch er hatte nicht mit Jose Mourinho gerechnet. Der Portugiese gab anderen Spielern den Vorzug, de Bruyne wurde kaum eingesetzt. Eines Tages holte "The Special One" bei einem Training alle Offensiv-Spieler zusammen. "Er zeigte uns verschiedene Statistiken - Assists, Tore, Passquote, Dribblings. Damit wollte er beweisen, dass ich nicht das selbe leiste wie die anderen." Aber der Belgier hatte eine Antwort parat: "Ich sagte zu ihm: Sorry, aber das ist nicht logisch. Ich habe weniger Spiele als die anderen bestritten. Wie können Sie mich damit vergleichen?" Daraufhin wechselte de Bruyne nach Wolfsburg, das ihn wiederum zu Manchester City verkaufte. 

Zlatan Ibrahimovic gegen Pep Guardiola

Möglicherweise ist diese Beziehung eines der größten Missverständnisse der Fußball-Geschichte. Der FC Barcelona verpflichtete 2009 Zlatan Ibrahimovic, doch Coach Pep Guardiola wusste nichts mit ihm anzufangen. Nach diesem Flop wurde der Stürmer nicht müde zu betonen, wie wenig er von seinem Ex-Coach hält. Hier eine Auflistung der besten Zitate des Schweden über Guardiola:

  • "Guardiola ist feige und hat keine Eier."
  • "Guardiolas philosophische Ansprachen in der Kabine - das ist Scheiße für Fortgeschrittene."
  • "Als Tainer war er fantastisch, aber als Person finde ich keine Worte für ihn. Er ist keine Mann, mehr gibt es nicht zu sagen."
  • "Wer mich kauft, kauft einen Ferrari. Und wer einen Ferrari hat, tankt Super. Guardiola hat Diesel getankt und eine Tour ins Grüne gemacht. Er hätte besser einen Fiat kaufen sollen."
  • "Diesen Philosophen (Guardiola) brauchen wir nicht. Der Zwerg (Messi) und ich reichen völlig aus."
  • "Mourinho ist das genaue Gegenteil von Guardiola. Er ist ein Typ, für den ich bereit bin, zu sterben."

Jose Mourinho gegen Pep Guardiola

Diese Rivalität ist Kult. Dabei sollen sich Mourinho und Guardiola einst gut verstanden haben, als der Portugiese als Co-Trainer bei Barca arbeitete. Als die beiden im CL-Halbfinale 2010 zwischen Inter und Barca erstmals als Trainer aufeinandertrafen, änderte sich ihre Beziehung schlagartig. Immer wieder stichelte Mourinho in der Öffentlichkeit gegen sein Gegenüber, vor allem als er nach dem CL-Sieg zu Barcas Erzrivale Real wechselte. Nachdem sich Guardiola in Folge des verlorenen Copa-del-Rey-Finales 2011 über ein nicht gegebenen Abseitstor von David Villa beschwerte, warf Mourinho ihm vor, sich über korrekte Entscheidungen aufzuregen.

Der langjährige Barca-Coach verlor daraufhin die Nerven: "Die Partie außerhalb des Platzes hat Jose bereits gewonnen. Auf diesem Gebiet ist er ein Phänomen. Ich weiß nicht, wie man dieses Spiel spielt und ich möchte nicht mal für eine Sekunde gegen ihn antreten. Ich schenke ihm seinen eigenen Pokal: Champion abseits des Platzes." Vor dem Manchester Derby geben sich nun aber beide Persönlichkeiten versöhnlich. Mourinho überlegt sogar, seinen Erzfeind auf ein Glas Wein einzuladen. "Wenn er das macht, würde ich das Angebot annehmen", meint Guardiola dazu. 

Pep Guardiola hat in seiner achtjährigen Trainer-Tätigkeit schon zahlreiche Spieler abserviert. Einige wurden verkauft, andere litten unter ihm und erhielten keine Chance auf Einsätze. LAOLA1 zeigt, welche Spieler er bereits ausgebootet hat:

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Gleich zu Beginn seiner Amtszeit beim FC Barcelona wurde klar, dass Guardiola nicht davor zurückschreckt, sich mit großen Namen anzulegen. So forcierte er den Abgang von Vereins-Ikone Ronaldinho.

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Auch Yaya Toure hatte unter dem Spanier keine guten Karten. Deswegen suchte er das Weite und landete in Manchester City, wo er nun wieder mit dem Spanier arbeiten muss.

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Guardiola holte Zlatan Ibrahimovic zum FC Barcelona. Freunde wurden die beiden dennoch nicht. "Du hast keine Eier und scheißt dir vor Mourinho in die Hose. Im Vergleich zu ihm bist du ein Nichts", sagte Ibra einst zu Pep. Die Wege trennten sich nach nur einer Saison wieder.

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Bis zu Guardiolas Amtsantritt spielte Deco eine wichtige Rolle beim FC Barcelona. Der Spanier verkaufte ihn an den FC Chelsea.

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Bis heute stößt die Tatsache, dass Guardiola mit Samuel Eto'o einen der besten Stürmer seiner Zeit vergraulte, sauer auf. Auch der Angreifer selbst spricht nicht gerade positiv über den Coach: "Er wollte mir erklären, wie man als Stürmer agieren muss, dabei war er Mittelfeldspieler. Er hätte sich daran erinnern sollen, dass er selbst kein großer Spieler war."

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Auch Gianluca Zambrotta hatte es unter Guardiola nicht leicht und wurde promt verkauft. Für den Star-Coach setzte der Weltmeister offensiv zu wenig Akzente.

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Einst galt Giovani dos Santos als eines der größten Talente weltweit. Den Durchbruch schaffte er nie, auch weil Guardiola ihn beim FC Barcelona nicht gerade förderte.

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Obwohl Mario Gomez beim FC Bayern stets für Tore sorgte, hatte er unter Guardiola keine Zukunft. 

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Bei den Münchnern sorgte Guardiola auch dafür, dass Luiz Gustavo das Weite suchte. "Zu 50 Prozent dachte ich mir, dass etwas passieren muss", erzählte der Brasilianer später. "Nach meinem ersten Gespräch mit Guardiola war ich mir noch sicherer, sagen wir 80 Prozent."

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Eine Saison lang durfte Mario Mandzukic unter Guardiola stürmen. Danach flogen im wahrsten Sinne des Wortes die Fetzen, die beiden sollen sich beschmipft haben - der Stürmer verließ den FC Bayern.

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Xherdan Shaqiri kann ein Lied davon singen, wie es ist, wenn man von Guardiola abgesägt wird: "Guardiola redet nicht viel darüber. Er erklärt den Spielern nicht, warum. Das ist natürlich manchmal schwierig für einen Spieler, besonders, wenn man gut arbeitet und gut trainiert. Und ganz besonders, wenn er mit den Medien spricht und sagt: 'Er ist gut, er ist gut. Er ist der beste Spieler.' Aber dann, hinter deinem Rücken, entscheidet er, dass du nicht spielst. Das ist natürlich schwierig."

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Dante erklärte nach seinem Aus beim FC Bayern, dass Guardiola "nicht um ihn gekämpft" habe. Eine schöne Umschreibung für eine Ausbootung. Unlängst legte er in der "Sport Bild" nach: "Es gibt halt Trainer, die sind taktisch weltklasse, aber dafür menschlich weniger toll. So wie Guardiola."

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Kurioser könnte es kaum sein: Guardiola holte Mario Götze gleich zu Beginn seiner Amtszeit zum deutschen Rekordmeister, nur um dann nie wirklich auf ihn zu bauen. Böse Zungen behaupten, dass der Transfer seinen Zweck trotzdem erfüllte, da die Konkurrenz (Borussia Dortmund) geschwächt wurde.

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So richtig innig war die Beziehung zwischen Guardiola und Bastian Schweinsteiger nie. Beide sind Gentlemen und wollen kein Öl ins Feuer gießen, zwischen den Zeilen wurde aber immer wieder klar, dass das Verhältnis nicht das allerbeste war.

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Schon zu Beginn seiner Amtszeit bei Manchester City soll Guardiola wenig begeistert von Samir Nasri gewesen sein. Der Franzose soll zu viele Kilos auf den Hüften gehabt haben und wurde deshalb zur zweiten Mannschaft verbannt.

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Zwar kämpfte er sich zurück und wurde sogar einmal vom Spanier eingewechselt, dennoch wurde er wenig später leihweise an den FC Sevilla abgeschoben.

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Beim FC Barcelona Ronaldinho, beim FC Bayern Bastian Schweinsteiger - und auch bei Manchester City jagte Guardiola eine Vereineikone vom Hof.

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Goalie Joe Hart wurde Claudio Bravo vor die Nase gesetzt, weshalb sich der englische Teamkeeper vor kurzem dem FC Torino anschloss.

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