Janko: "Ich bin kein körperliches Wunder"

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Tag der Aufarbeitung der Ungarn-Pleite im ÖFB-Camp. Marc Janko zählt zu jenen Qualifikations-Helden, die derzeit ihrer Form hinterherrennen.

"Bei mir als Stoßstürmer ist der Grat immer ein ganz schmaler, der nach beiden Seiten ausschlagen kann. Jetzt muss ich mich der Kritik stellen. Das mache ich hiermit und auch mit erhobenem Haupt", erklärt der Goalgetter, der zu seiner körperlichen Fitness meint:

"Ich bin jetzt auch kein körperliches Wunder. So schnell ist man nicht bei 100 Prozent."

"Mache ich das Tor, bin ich wahrscheinlich bei 110 Prozent"

Wenn jemand in ÖFB-Team weiß, wie schnell der Seitenwechsel zwischen Höhen und Tiefen vollzogen werden kann, dann Janko.

Sieben Treffer hat der Niederösterreicher in der Ausscheidung für das Turnier in Frankreich beigesteuert. Mit insgesamt 26 Toren rangiert er inzwischen in der ewigen Nationalteam-Historie auf dem sechsten Platz.

Oft für seine Tore gefeiert, weiß Janko jedoch auch zu gut, wie schnell Zweifel an ihm laut werden können. Die Schlussphase der Schweizer Meisterschaft verpasste der Basel-Legionär verletzungsbedingt. Daraufhin fehlte der Rhythmus, in den vergangenen Länderspielen blieb er blass und schon wird seine Startelf-Tauglichkeit in Frage gestellt.

So schnell kann es gehen. Dass er selbst zugibt, noch nicht ganz bei 100 Prozent zu sein, könnte neue Munition für seine Kritiker sein, wobei auch hier der Grat ein schmaler ist, wie der Blondschopf zu illustrieren weiß:

"Wir müssen nicht über Prozent reden. Wenn gegen Ungarn der eine oder andere Ball ein bisschen genauer kommt und ich mache das Tor, dann ist wieder alles super, dann bin ich wahrscheinlich bei 110 Prozent und alle jubeln. So eng liegen Freud und Leid im Fußball nun mal beieinander."

Wichtiger Nachsatz: "Ich weiß, dass ich es auf jeden Fall auch anders kann."

 

Einen Tag danach sprechen die Spieler von Aufbruchstimmung:


Mit der Wut im Bauch

Dieses theoretische Wissen würde in der praktischen Umsetzung auch dem einen oder anderen Mitspieler des Stürmers gut zu Gesicht stehen, denn Janko ist derzeit beileibe nicht der einzige ÖFB-Kicker, der das wenig erstrebenswerte Attribut "Sorgenkind" mit sich rumschleppt.

Gegen Portugal müsste man auf dem Weg zur Besserung binnen vier Tagen den berühmten Schalter umlegen. "Die wichtige Erkenntnis ist ja, dass wir es schon mal gekonnt haben", weiß Janko und verdeutlicht:

"Es wäre etwas anderes, wenn wir Sachen verlangen, die neu für uns oder noch nie da gewesen wären. Wir wissen, was wir können. Jetzt müssen wir es 'nur' mehr abrufen. Vielleicht ist jetzt die Situation entstanden, dass jeder mit dem Druck und mit der Wut im Bauch vielleicht das nötige Quäntchen dazulegt und auch den Schalter umlegt."

In der LAOLA1-Dreierkette werden die Fehler des ÖFB besprochen:


"Es ist auf jeden Fall nicht von der Hand zu weisen, dass wir in den Quali-Spielen ein Stück weit anders gespielt haben."

Marc Janko

Irgendwo zwischen souveräner Qualifikation und ernüchterndem EURO-Start ist der ÖFB-Elf der Flow abhanden gekommen. Dinge, die im vergangenen Jahr noch quasi blind funktioniert haben, gehen derzeit nicht mehr so leicht von der Hand.

"Es ist auf jeden Fall nicht von der Hand zu weisen, dass wir in den Quali-Spielen ein Stück weit anders gespielt haben. Ich denke, dass es an Kleinigkeiten festzumachen ist, aber genau diese Kleinigkeiten sind auf so einem Level einfach auch entscheidend", verdeutlicht Janko.

"Frag nach bei Robert Lewandowski"

Heraus kam gegen Ungarn eine Pleite, mit welcher der 1,96-Riese nach wie vor "sehr unglücklich" ist: "Das gilt auch für meine Kollegen. Wir hatten uns das anders vorgestellt. Meines Erachtens nach haben wir im Angriffsdrittel zu viele Präzisionsfehler gemacht, auch die Konsequenz war nicht da. Die Aufteilung war ebenso nicht so ideal, wie wir das aus den Qualifikations-Spielen gekannt haben. Diese Sachen müssen wir ändern, wenn wir weiterkommen wollen."

Den Rest hätte der Gegner erledigt. Die Magyaren haben sich definitiv den Respekt Jankos erfightet: "Ungarn hat es mit ihren Mitteln vorgemacht. Nach dem Spiel haben einige Spieler, die ein paar Kollegen von uns kennen, gemeint, dass sie das beste Spiel ihrer jüngeren Geschicte gemacht haben. Deswegen Hut ab vor ihrer Leistung. Wir haben es nicht geschafft, unsere 100 Prozent abzurufen. Ich glaube, dass da viele Spieler nicht ihr Höchstvolumen erreicht haben - mich natürlich inkludiert."

Er selbst sei freilich abhängig von den Bällen, die er bekomme: "Und gegen defensiv massierte Gegner ist es für einen Stoß-Stürmer immer schwer, frag' nach bei Robert Lewandowski."



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