Austria trifft Kader-Entscheidung für Sommer

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Während die Austria sportlich am besten Weg ist, das erklärte Ziel Platz drei zu verwirklichen, arbeitet Franz Wohlfahrt hinter den Kulissen am Kader für die kommende Saison.

Der Sportdirektor beobachtet dafür nicht nur potenzielle Neuverpflichtungen, sondern muss sich Gedanken machen, welche der zehn auslaufenden Verträge er verlängern wird.

„Ich bin noch nicht bei allen sicher, deswegen möchte ich die letzten Runden genau hinschauen, wie sie sich präsentieren“, erklärt der Kärntner bei LAOLA1.

Spieler Position Vertragsoption
Christoph Martschinko (22) Linker Verteidiger Kaufoption
Jens Stryger Larsen (25) Rechter Verteidiger 2 Jahre Verlängerung
Fabian Koch (26) Rechter Verteidiger 1 Jahr Verlängerung
Vance Shikov (30) Innenverteidiger 1 Jahr Verlängerung
Alexander Gorgon (27) Offensives Mittelfeld
Marco Meilinger (24) Offensives Mittelfeld 1 Jahr Verlängerung
Dominik Prokop (18) Offensives Mittelfeld 2 Jahre Verlängerung
Marko Kvasina (19) Stümer 1 Jahr Verlängerung
Kevin Friesenbichler (21) Stürmer Kaufoption
Patrick Pentz (19) Tormann

„Wir werden nicht alle Optionen ziehen“

Gleichzeitig sagt der 51-Jährige: „Es gibt klare Tendenzen, doch ich möchte damit nicht an die Öffentlichkeit gehen. Es könnte bei dem einen oder anderen demotivierend sein.“

Bei den Betroffenen handelt es sich um Jens Stryger Larsen (2 Jahre), Fabian Koch (1 Jahr), Vance Shikov (1 Jahr), Marco Meilinger (1 Jahr) und Marko Kvasina (1 Jahr).

„Wir werden nicht alle Optionen ziehen“, macht Wohlfahrt unmissverständlich klar.

Zusatz: „Man kann aber Optionen verstreichen lassen und trotzdem zusammen bleiben. Wenn man eine Option zieht, ist meistens ein größerer Gehaltssprung dabei. Da tue ich mir bei dem einen oder anderen ein bisschen schwer, weil derjenige dann in ein Gehaltsschema kommt, wo er nicht hineinpasst.“

Etwas kleineres Budget

Zudem müsse auf das Budget geachtet werden. „Wenn wir uns punktuell auf einer Position verbessern wollen, wird das Geld kosten. Doch wir müssen haushalten, können nicht irgendwelche Big-Verträge machen. Es gibt einen Rahmen, den muss ich einhalten. Mein Budget ist etwas weniger als letztes Jahr.“

Der Ex-Internationale spielt auch ein wenig auf Zeit. „Am 15. Mai ist das letzte Meisterschaftsspiel und da laufen die meisten Optionen aus. Ganz bis zum Schluss werde ich aber nicht warten, damit sich die Spieler umschauen können.“

Anders sieht die Situation bei Kevin Friesenbichler und Christoph Martschinko aus. Auf beide U21-Teamspieler besitzt die Austria eine Kaufoption.

"Wir haben Friesenbichler per Leihe für ein Jahr sehr, sehr günstig erworben, dafür ist die Kaufoption sehr hoch. Das wollte Benfica Lissabon. Da gab es keine Chance zu verhandeln."

Wohlfahrt über Friesenbichler

Friesenbichler-Option wird nicht gezogen

Diese wird im Falle des ausgeliehen Stürmers von Benfica Lissabon jedoch nicht gezogen. „Das hat nichts mit seiner Leistung zu tun, aber Frieses Kaufoption ist einfach zu hoch. Wir haben ihn per Leihe für ein Jahr sehr, sehr günstig erworben, dafür ist die Kaufoption sehr hoch. Das wollte Benfica Lissabon. Da gab es keine Chance zu verhandeln.“

Eine kleine Chance auf einen Verbleib des Steirers am Verteilerkreis sieht Wohlfahrt dennoch. „Nächste Woche ist sein Manager da, vielleicht besteht die Möglichkeit auf ein weiteres Leihgeschäft – oder doch eine andere Kaufoption.“

Dafür wird Martschinko bleiben und nicht nach Hoffenheim zurückkehren. „Da kann man davon ausgehen, dass wir zuschlagen werden. Die Kaufoption ist eine andere, ist geringer – die werden wir ziehen“, versichert der FAK-Sportchef.

Bleibt Gorgon doch?

Und selbst bei Alexander Gorgon könnte es ein violettes Happy End geben.

Der Wiener kann sich vorstellen, seinen Kontrakt bei den Veilchen doch zu verlängern. "Es gab schon einige sehr gute Gespräche, durchaus möglich, dass ich bleibe", erklärt der 27-Jährige in der "Krone".

Dabei schien in den letzten Monaten ein Abgang des im Sommer ablösefreien Mittelfeldspielers nur mehr Formsache zu sein.



„Wir haben im Dezember/Jänner noch einmal den Versuch unternommen und Alex ein Angebot unterbreitet. Das hat er aber nicht angenommen“, erinnert sich Wohlfahrt, der für die Auslands-Ambitionen seines Schützlings vollstes Verständnis hat.

„Ich habe kein Problem und verstehe den Wunsch nach einem guten Klub in einer Topliga. Ich habe ihm im Winter aber gesagt, dass es, auch wenn er unser Angebot abgelehnt hat, nicht das Ende aller Tage ist.“

Daher wird der Sportdirektor einen wohl finalen Anlauf unternehmen, um Gorgon zu halten.

„Alex ist ein verdienstvoller und sehr guter Spieler der Austria, daher ist es klar, dass, wenn er noch keinen neuen Klub gefunden hat, ich noch einmal mit ihm reden werde. Für so einen Spieler zahlt es sich aus, zu warten.“

Prokop soll Profivertrag erhalten

Spätestens Anfang Mai muss sich Austrias Toptorschütze (13) endgültig deklarieren.

Einen Monat später – genauer gesagt am 2. Juni – feiert Dominik Prokop seinen 19. Geburtstag. Die Violetten besitzen eine Option auf eine zweijährige Verlängerung. Doch damit nicht genug: „Es gab Gespräche mit seinem Manager. Wir wollen nicht nur die Option ziehen, sondern Dominik mit einem Profivertrag ausstatten, der wie bei allen anderen leistungsorientiert bezahlt wird“, berichtet Wohlfahrt von seinem Vorhaben.

Denn in Favoriten hält man große Stücke auf den U19-Teamspieler. „Er ist ein Riesen-Talent, hat das Zeug ein ganz wichtiger Spieler bei der Austria zu werden. Dominik hat eine super Einstellung, ist ein toller Kerl.“

Doch bei aller Wertschätzung möchte der ehemalige ÖFB-Teamtormann die Erwartungen in den Youngster etwas drosseln. „Weil es ein gewaltiger Unterschied ist, ob man U19 oder Bundesliga spielt. Deswegen möchte ich weder ihn noch uns mit Hoffnungen überfordern.“

Denn: „Die jungen Spieler werden von uns gut ausgebildet und unterstützt, um Profis zu werden. Den Weg dorthin müssen sie aber selber machen.“

 

Martin Wechtl

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