Olympia-Aus für Lieblingsbewerb

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Karl: "Wir sind in dieser Disziplin Medaillengaranten"

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Die Entscheidungen über neue und weggefallene Bewerbe für die Olympischen Winterspiele 2018 hat in der Szene für Zustimmung und Ablehnung gesorgt.

Der Alpinski-Mixed-Teambewerb in Pyeongchang wird begrüßt, über den Wegfall des Snowboard-Parallelslaloms zeigen sich Betroffene wie Julia Dujmovits und Benjamin Karl aber "sehr enttäuscht".

Gold und Bronze in Sotschi

"Es ist wirklich schade. Es ist eine schwer nachvollziehbare Entscheidung", sagte etwa Dujmovits, die 2014 in Sotschi Olympiasiegerin im Parallelslalom geworden war, während Karl bei den Herren Bronze für Österreich geholt hatte.

Offenbar formiert sich bei den Athleten und einigen Verbänden aber ohnehin bereits Widerstand. Die gerade auf Hawaii trainierende Burgenländerin Dujomivits will diese Initiativen "unterstützen".

Der Snowboard-Parallelslalom war 2014 auf Wunsch der russischen Veranstalter erstmals ins Programm genommen worden und hätte damit nur ein Mal stattgefunden. 2018 geht es dafür bei den Snowboardern nun auch im Big Air und damit einer weiteren Freestyle-Disziplin um Olympia-Medaillen.

"Es ist ein Machtspiel"

"Die Entscheidung kam schon sehr überraschend. Es ist schade, nicht nachvollziehbar", zeigte sich auch Karl mit der Streichung ganz und gar nicht einverstanden.

Nicht aber aus persönlichen Gründen. "Ich brauche eh nur eine Disziplin, um Olympiasieger zu werden. Aber der Bewerb war im TV und vor Ort ein Quotenhit und es ist nicht zu verstehen, warum man ihn wegtut", so Karl. "Es ist ein Machtspiel. Jetzt eben bei den Freestylern. Aber eine Firma schmeißt doch auch nicht ein Produkt weg, das gut läuft."

Karl hofft daher, dass sich der Österreichische Skiverband (ÖSV) bzw. dessen Präsident Peter Schröcksnadel stark macht, um die womöglich noch nicht in Stein gemeißelte IOC-Entscheidung rückgängig zu machen. "Immerhin sind wir in dieser Disziplin Medaillengaranten", lautet Karls Argument.

Auch Parallel-Riesenslalom wackelt

Beim Mehrfach-Weltmeister und zweifachen Olympia-Medaillensieger aus Niederösterreich ist der Realismus aber ebenfalls stark ausgeprägt. An erfolgreiche Kampfmaßnahmen oder gar ein Boykott glaubt er nicht.

"Zu Olympia will jeder. Keiner verdient so viel Geld, dass es ihm wurscht sen könnte, ob er Olympiasieger ist oder nicht", ist Karl bewusst.

Auch Dujmovits will Maßnahmen der Verbände oder der internationalen Snowboard-Community unterstützen. Die Burgenländerin ist aber ebenso pragmatisch wie Karl. "Zumindest ist das jetzt besser, als wenn der Parallel-Riesentorlauf auch noch gefallen wäre", ist Dujmovits bewusst, dass auch dieser Bewerb auf der Kippe stand. Der PGS ist nämlich ihr ganz großes Ziel für 2018.

Weitere Änderungen

Prinzipiell würden sportpolitische Entscheidungen wie diese aber nichts an ihrer Grundintention ändern, nämlich "Snowboard zu fahren", betonte Dujmovits.

FIS-Präsident Gian Franco Kasper ging auf die Streichung des Slaloms nicht ein und begrüßte stattdessen die neuen Bewerbe. "Ich bin sehr zufrieden mit der Entscheidung", sagte der Schweizer. "Es spiegelt die traditionellen und jungen Elemente der FIS-Disziplinen wieder."

Die weiteren Programm-Änderungen für 2018 betreffen Mixed-Teams im Curling sowie Massenstarts beim Eisschnelllauf. Die Zahl der Sportler soll auf rund 2.900 beschränkt werden, die der Medaillen-Entscheidungen auf etwa 100.

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