"Snowboarden ist ein Lifestyle und eine Kultur"

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Das Air&Style ist zurück in Österreich.

Nach einjähriger Pause kehrt das wohl spektakulärste Snowboard-Event der Welt (16. und 17. Jänner) nach Innsbruck zurück.

„Innsbruck ist die Heimat des Air&Style. Das ist mein Lieblingsort der Tour. In Amerika ist alles neu, da muss man die Leute erst dazu bringen, es zu akzeptieren und zu verstehen. Das hier ist die Heimat, ich freue mich sehr darauf“, gibt selbst Snowboard-Legende Shaun White unumwunden zu.

Der neue Besitzer

Der 28-Jährige hegt eine ganz besondere Beziehung zu der Veranstaltung. 2003 und 2004 konnte er sie gewinnen, nun ist er der neue Eigentümer.

Im Sommer übernahm White das Air&Style von Gründer Andrew Hourmont. Der Brite bleibt aber stark in die Organisation involviert und ist „Europa-Chef“.

„Mein Ziel war es, das Event erstmals nach Amerika zu bringen. Als Andrew und ich uns getroffen haben, haben wir beschlossen, dass ich noch mehr machen kann. So bin ich der neue Besitzer des Events geworden“, verrät White, wie es zu seinem Einstieg kam.

Große Visionen

Im Air&Style sieht er großes Potential. Der Halfpipe-Goldmedaillen-Gewinner der Olympischen Spiele 2006 und 2010 will eine weltweite Serie aus dem Event machen.

„Das ganze ist eine Kultur. Snowboarden, die Musik, der Style, das ist eine Lebenseinstellung. Das alles will ich weiter hinaustragen und eine weltweite Tour daraus machen“, blickt er in die Zukunft.

Angst vor der großen Konkurrenz hat er nicht. Man hat fast das Gefühl, der Kalifornier legt es darauf an, sich mit FIS und X-Games anzulegen. Doch White zieht nicht zurück. Wenn sich am Wochenende die Snowboarder die Big Air hinunterstürzen, findet gleichzeitig die Snowboard-Freestyle-WM am Kreischberg statt. Nur wenig später die X-Games in den USA.

„Die anderen machen jedes Jahr das Gleiche“

„Es ist nicht so schlimm. Es ist ganz einfach schwer, einen Termin auszusuchen. Nimm ein Datum, es wird immer irgendetwas anderes gleichzeitig sein. Leider überschneidet es sich eben. Ich denke aber, dass unser Event bei weitem das speziellste und beste ist“, sieht der Eigentümer seine Veranstaltung klar in der Pole-Position.

Eine Aussage, aus der man schließen könnte, der Snowboard-Zirkus sei noch immer eine Bande Jugendlicher, die sich gelegentlich eine große Rampe hinunterstürzen.

So ist es laut Stock keinesfalls. Trainingsplanung, Sommertraining und eine ausgewogene Ernährung stünden bei allen Athleten auf dem Programm.

White hat noch nicht genug

Ganz so ernst nimmt es sein ehemaliger Kollege und nunmehriger Chef nicht. Im Sommer nimmt sich White frei, um mit seiner Band „Bad Things“ auf Tour zu gehen. An ein Karriereende denkt er jedoch nicht.

„Ich habe immer geplant, nach den Olympischen Spielen mit meiner Band auf Tour zu gehen. Egal ob ich gewinne oder verliere. Die Leute vergessen, dass ich mir im Sommer immer vom Snowboarden freigenommen habe, um zu skateboarden. Jetzt bin ich in dieser Zeit auf Tour. Wenn, dann bin ich vom Skateboarden zurückgetreten“, stellt er klar.

So ganz ohne Snowboarden halte er es ohnehin nicht aus: „Ich bin nach wie vor sehr ehrgeizig. Bevor ich zum Air&Style komme, werde ich noch zwei Tage trainieren. Ich habe noch große Pläne.“

White hat also viel vor – sei es als Athlet, Musiker, oder Businessman.

 

Matthias Nemetz

Die Gründe liegen für das ehemalige Snowboard-Wunderkind auf der Hand. „Die anderen sind eher traditionelle Events, die jedes Jahr gleich bleiben und ihr Ding machen. Wir versuchen, die Kultur des Snowboardens zu verändern. Das soll die Zukunft des Sports sein.“

Eine Meinung, die auch Österreichs Elite-Freestyler Werner Stock teilt. Der Tiroler drückt es sogar noch etwas deutlicher aus.

„FIS muss sich nach den Größeren richten“

„Für mich war es nie eine Frage, ob sich da etwas überschneidet oder nicht. Air&Style ist einer der angesagtesten Snowboard-Events überhaupt. Da muss sich die FIS einfach nach den Größeren richten. In den nächsten zwei Jahren sind keine Olympischen Spiele und ansonsten ist die FIS bei den Snowboard-Wettbewerben einfach hinten nach. Die WM hat nicht so einen hohen Stellenwert wie die X-Games oder Air&Style“, gibt er dem Weltverband gegenüber LAOLA1 zu denken.

Gründe sind für den 27-Jährigen leicht gefunden. „Air&Style hat einfach einen sehr, sehr hohen Stellenwert. Das ist für mich der größte Event überhaupt. Es gibt ein ganzes Programm mit Musik, die Location ist einzigartig und die besten Fahrer der Welt nehmen daran teil. Was will man mehr?“

„Schwarzenegger, Schitzel, Schnaps, Innsbrooklyn“

Auch White wünscht sich nicht mehr. An Österreich habe er nur die besten Erinnerungen.

„Schwarzenegger, Schnitzel, Schnaps, Wein, Innsbrooklyn“, sagt er hinsichtlich seiner Erinnerungen an die Alpenrepublik. Innsbruck und Brooklyn verschmelzen dabei zu "Innsbrooklyn", wie White die Tiroler Stadt nennt.

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