Deutsche Rodler wollen "Spieß umdrehen"

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Zwei Medaillen bei den Rodel-Weltmeisterschaften in Altenberg (GER) von Freitag bis Sonntag sind das große Ziel von Markus Prock, dem Sportdirektor im österreichischen Rodelverband (ÖRV).

Die größten rot-weiß-roten Hoffnungen ruhen auf den Brüdern Andreas und Wolfgang Linger, die als Titelverteidiger und Weltcup-Leader im Doppelsitzer nach Sachsen reisten. Auch in der abschließenden Teamstaffel soll es nochmals Edelmetall geben.

Goldener Boden

Die 1.387 Meter lange Bahn mit 17 Kurven in Altenberg, südlich von Dresden, gilt als "Österreicher-Bahn". Bei den ersten Weltmeisterschaften in diesem Eiskanal vor 16 Jahren räumte das rot-weiß-rote Team groß ab.

Dreimal Gold gab es 1996 durch Markus Prock, dem Doppel Tobias und Markus Schiegl sowie im Teambewerb mit Prock, Markus Schmidt, Angelika Neuner, Andrea Tagwerker und Schiegl/Schiegl.

"Vielleicht sind es die Kurven, vielleicht es es das spezielle Eis, dass wir in Altenberg immer so gut fuhren", sagte Tobias Schiegl, der 2002 in Altenberg auch EM-Silber holte und jetzt als Trainer im österreichischen Nationalteam arbeitet.

Fleißaufgaben

Da die Veranstalter zusätzliche Trainingstage im WM-Eiskanal anboten, ist das österreichische Team bereits seit Samstag in Altenberg beim Training.

"Uns ging es dabei hauptsächlich um Materialeinstellungen. Denn die herrschenden Temperaturen sind doch etwas extrem. Aber ich glaube, wir haben das richtige Material gefunden", berichtete Schiegl.

Temperaturen bis zu minus 25 Grad hatte es an den ersten Tagen. Das ist auch jene Temperatur, bis zu der laut Wettkampfordnung des internationalen Rodelverbandes Rennen gestartet werden dürfen. Für die Renntage sind Temperaturen um die minus zehn Grad in Altenberg prognostiziert.

Deutsche wollen "Spieß umdrehen"

Die österreichische Dominanz bei den ersten Weltmeisterschaften in Altenberg, liegt den deutschen Hausherren immer noch schwer im Magen.

"Diesmal drehen wir den Spieß um, wir wollen alle vier Medaillen", kündigte Deutschlands Nationaltrainer Norbert Loch im Vorfeld an. Mit den Weltcupleadern und Olympiasiegern Tatjana Hüfner und Felix Loch sowie der Teamstaffel stellen die Hausherren die großen Favoriten.

Doppelsitzer hoch im Kurs

Rene Friedl, Österreichs Nationaltrainer, konterte jedoch den Deutschen: "Wir werden alle Hebel in Bewegung setzen, um ihnen einen Strich durch diese Rechnung zu machen."

Friedl baute dabei besonders auf sein routiniertes Doppel Andreas und Wolfgang Linger. "Sie sind Titelverteidiger und Weltcupleader. Und sie sind gut drauf", berichtete Friedl, "aber auch Peter Penz mit Georg Fischler sind immer unberechenbar. Zumindest ein Stockerlplatz sollte drin sein."

Für Daniel Pfister und Nina Reithmayer soll es sich in den Einzelkonkurrenzen für Top-Sechs-Plätze ausgehen. "Ein Sieg ist unrealistisch, ein Stockerlplatz wäre schon eine Riesensensation", blieb Friedl Realist, "aber in der Teamstaffel wollen wir dann noch einmal eine Medaille holen."

Verspätete Premiere

Titelverteidiger sind neben den Lingers der Italiener Armin Zöggeler und die deutsche Tatjana Hüfner.

Die Teamstaffel steht erstmals auf dem Programm, nachdem dieser Bewerb bei der Premiere im Vorjahr in Cesena (ITA) wegen technischer Probleme abgesagt wurde. Insgesamt haben 127 Athleten aus 25 Nationen für die Titelkämpfe gemeldet.

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