Mini, Mini, Mini-Chance

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Schlierenzauer nur noch theoretische Chance

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Der österreichische Skisprung-Trainer Alexander Stöckl darf gleich in seiner ersten Saison als Cheftrainer über einen Gesamt-Weltcupsieger jubeln.

Denn der Norweger Anders Bardal steht vor dem letzten Bewerb praktisch als Gewinner der Trophäe fest.

Der 29-Jährige hat vor dem Skifliegen in Planica am Sonntag 100 Punkte Vorsprung auf den Tiroler Gregor Schlierenzauer und benötigt in der letzten Konkurrenz unter 31 möglichen Teilnehmern nur einen Punkt, um als erst dritter Norweger zu triumphieren.

Schlierenzauer belegte am Freitag den fünften Platz (215,5/219,5 m), Bardal genügte der zwölfte Rang (202,5/196 m), um den größten Teil seines Vorsprungs von zuvor 123 Punkten zu behalten.

Kranjec eine Klasse für sich

Eine Klasse für sich war vor zehntausenden Fans Weltmeister Robert Kranjec. Mit 227,5 und 215 Metern feierte er als erster Slowene einen Sieg in Planica und übernahm die Führung im Skiflug-Weltcup.

"Es war großartig, wie in Vikersund", freute sich der Champion. Martin Koch (225/218,5) war als Dritter hinter dem Schweizer Simon Ammann, der in Planica 2010 Weltmeister geworden war, bestplatzierter Österreicher in der Tageswertung.

Der Kärntner WM-Dritte hatte 15,7 Punkte Rückstand auf Kranjec und holte den siebenten Podestplatz auf der früheren Weltrekordschanze. "Es war ein schöner Flugtag, genauso wie ich es mit gewünscht habe", sagte Koch, der in der Skiflug-Wertung als Vierter mit 93 Punkten Rückstand auch nur noch eine theoretische Chance hat.

Kofler auf Rang sechs

Andreas Kofler (219/218) landete unmittelbar hinter Schlierenzauer an der sechsten Stelle. "Es war super, ich hab mich total wohlgefühlt. So macht es Spaß", sagte der Weltcup-Gesamt-Dritte. Thomas Morgenstern musste sich nach Windpech im Finale mit dem 21. Rang begnügen, knapp vor Wolfgang Loitzl (23.) und David Zauner (25.).

Schlierenzauer musste als Halbzeit-Fünfter vor seinem Finalsprung wegen einer Jury-Sitzung lange warten, dennoch gelang ihm ein starker Sprung, aber keine Rangverbesserung.

Mit der praktisch gefallenen Entscheidung fand sich der Tourneesieger leicht ab. "Ich glaube, ich bin ein Mensch, der das nüchtern analysieren kann. Es ist nur mehr ein Springen, ich würde sagen, das wird nicht mehr ganz funktionieren." Er wolle die kommenden zwei Flugtage einfach genießen, sagte der 22-jährige Ex-Weltcupsieger.

Bardal: "Bei mir war es nicht perfekt heute"

Bardal zeigte nicht seine besten Sprünge. Nach der Anspannung der vergangenen Woche fühle er sich sehr erleichtert, erklärte der Norsker. "Es ist einfach verrückt", sagte er zum praktisch feststehenden Gesamtsieg, 18 Jahre nach Espen Bredesen und 25 nach Vegaard Opaas.

"Ich war mir ziemlich sicher, dass Gregor gut springen wird. Bei mir war es nicht perfekt heute. Jetzt werde ich mich hoffentlich etwas entspannen können."

Slowenien könnte am Sonntag zusätzlich zum qualifizierten 30er-Feld einen weiteren Springer stellen.

Dies wird erst am Samstag nach dem Teambewerb feststehen, wenn die Startliste erstellt wird. Sind am Sonntag aber nur 30 Athleten am Start, würde Bardal alleine das Antreten schon zum Gesamtsieg reichen.

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