Kraft sorgt mit Platz zwei für Wiedergutmachung

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Stefan Kraft hat für den ÖSV beim Weltcup-Auftakt im Skispringen die Kohlen aus dem Feuer geholt.

Der 21-jährige Staatsmeister sorgte mit dem zweiten Rang (142/136 m) am Sonntag in Klingenthal für einen versöhnlichen Abschluss des Wochenendes, das mit dem achten Team-Rang am Vortag schlecht begonnen hatte.

Auf den Tschechen Roman Koudelka, der erstmals gewann, hatte Kraft 2,3 Punkte Rückstand.

Kraft "sehr happy"

Der Salzburger hatte als einziger ÖSV-Springer auch im Teambewerb starke Sprünge gezeigt und damit seine gute Form des Sommers prolongiert.

"Heute habe ich auch noch die letzte Lockerheit dazubekommen, ich bin sehr happy über den zweiten Platz", betonte Kraft, der zum dritten Mal nach Bischofshofen (3. im Jänner 2013) und Lahti (2. im Februar 2014) auf dem Podest stand. "Ich hoffe, dass es annähernd so weitergeht."

Koudelka (138/139,5 m) sei ein verdienter Sieger, meinte Kraft, der sich im Finale von Rang drei verbesserte. "Roman war zu stark, er war der Beste des ganzen Wochenendes."

Die Podestplätze waren in der Entscheidung hart umkämpft. Der Deutsche Andreas Wellinger (140/133,5) und der Norweger Anders Fannemel (143/134), die ersten zwei nach dem ersten Durchgang, landeten schließlich auf den Plätzen drei (+5,7 Punkte) und vier (+8,0).

Hayböck in Top Ten

Kraft gelang ausgerechnet auf einer Schanze ein perfekter Start, die ihm bisher nicht gut gelegen war. "Aber es war hier noch nie so ein ruhiger Wettkampf von den Bedingungen her, vielleicht hat mir das geholfen", meinte der Pongauer, der in seiner dritten Saison zu den Etablierten im Team von Heinz Kuttin zählt und davon auch profitiert.

Michael Hayböck durfte als Neunter ebenfalls zufrieden sein, er ließ die mäßige Vortagsleistung vergessen. "So schlechte Sprünge wie am Samstag habe ich den ganzen Sommer nicht gemacht", erklärte der 23-Jährige. "Aber heute war der Probedurchgang schon besser und der Wettkampf ist gut gelungen.

So wie sein Kollege Thomas Diethart (als 40. nicht im Finale) machte Hayböck eine gewisse Verunsicherung wegen der ungewohnten Vorbereitung ohne Schneesprünge geltend. "Ich bin zum ersten Mal ohne Vorbereitung auf Schnee gestartet, daher bin ich mit den Top Ten sehr zufrieden", meinte der Oberösterreicher.

Diethart und Kofler verpassen Finale

Diethart ließ sich durch das verpasste Finale (Rang 40) - Andreas Kofler war als 37. in der Entscheidung ebenfalls nicht dabei - nicht beunruhigen. "Für mich ist die Situation ungewohnt, ich brauche einfach noch etwas Zeit", erklärte der Tourneesieger.

Das gilt auch für Gregor Schlierenzauer, den zweifachen Klingenthal-Gewinner im Winter. "Wenn ich meine Sprünge anschaue, weiß ich, dass ich noch brutal viel liegen lasse. Ich bin noch im Arbeitsprozess, ich brauche noch ein paar Sprünge", bemerkte der Rekordsieger von 52 Weltcup-Bewerben.

Gelegenheit dazu wird es erst am Donnerstag in Training und Qualifikation in Kuusamo geben. Denn ein erhofftes Training in Klingenthal am Montag ließ sich wegen des Abbaus der Windnetze und Abbauarbeiten rund um die Schanze nicht verwirklichen.

Zufriedene Bilanz von Kuttin

Im Teambewerb am Samstag hatten die Österreicher mit dem achten Rang enttäuscht. In der ersten Saison ohne Thomas Morgenstern und den nun als ORF-TV-Co-Kommentator tätigen Martin Koch lieferten sie das bisher schwächste Ergebnis ab.

Da hatte einzig Kraft eine gute Leistung abrufen können. Er sah die Teamleistung am Tag danach denn auch nicht mehr so tragisch. "Der FC Bayern verliert auch einmal und wir sind halt einmal Achter geworden."

Neo-Cheftrainer Heinz Kuttin durfte dank des Resultats am Sonntag doch noch zufrieden Bilanz ziehen und sprach von Training und Einzelbewerb als zwei positiven Tagen.

"Im Teambewerb haben wir einen rabenschwarzen Tag erwischt, da war ich baff. Es hat ausgeschaut, als ob sie Blei an den Füßen hätten. Das haben sie abgeschüttelt und sich am Sonntag ganz anders präsentiert", sagte der Kärntner.

ÖSV-Team bleibt unverändert

Bei Diethart, Kofler und Wolfgang Loitzl, der die Qualifikation verpasst hatte, brauche man noch Geduld. Das Trio genieße aber weiter das Vertrauen, sagte Kuttin. Das Weltcup-Sextett des ÖSV bleibt jedenfalls bis Lillehammer am ersten Dezember-Wochenende unverändert.

Der 25-jährige Koudelka bejubelte nach Rang vier im ersten Durchgang noch seinen Premieren-Erfolg im Weltcup.

"Es ist ein unglaubliches Gefühl. Wir haben im Sommer sehr gut gearbeitet und jetzt bin ich auch im Kopf sehr stark", sagte der Tscheche, mit dem sich auch sein Vorarlberger Trainer Richard Schallert freute.

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