Schlieri unter Druck zur Tournee-Gesamtführung

Aufmacherbild
 

Diesmal ließ sich Gregor Schlierenzauer den Sieg nicht mehr entreißen.

Der Lokalmatador meisterte in der dritten Konkurrenz der 61. Vierschanzen-Tournee den Druck und ließ auf der Innsbrucker Bergiselschanze bei seinem 44. Weltcupsieg seinen Rivalen Anders Jacobsen um 23,2 Punkte hinter sich.

Damit kommt der zuvor zweimal zweitplatzierte Schlierenzauer als Spitzenreiter mit 10,7 Zählern Vorsprung zum Finale am Sonntag in Bischofshofen.

"Das ist unbeschreiblich"

Das Duell Schlierenzauer gegen Jacobsen fand in der Olympiastadt eine würdige Fortsetzung.

Beide haben die Tournee schon gewonnen (2012 bzw. 2007), beide hatten bereits in Innsbruck triumphiert (2010 bzw. 2007).

In der nahezu ausverkauften Arena hatte der 22-jährige Tiroler diesmal das bessere Ende für sich und sorgte mit 253,7 Punkten vor dem Polen Kamil Stoch (240,9) und dem Norweger Anders Bardal (235,4) für den fünften ÖSV-Sieg auf dem Bergisel in Serie.

"Das ist einfach unbeschreiblich. Wenn man da als letzter Springer vor 22.000 Fans oben sitzt, ist das ein unheimlich geiles Gefühl." Er habe sich gedacht, 'zieh das Ding durch', sagte Schlierenzauer.

Schlierenzauer spürte den Druck

"Und das ist mir dann auch ganz gut gelungen." Der überlegene Weltcup-Spitzenreiter dankte dem gesamten ÖSV-Team für die Unterstützung. "Denn es war schon ein gewisser Druck da."

Die erfolgreiche Titelverteidigung sei aber noch lange nicht unter Dach und Fach, stellte Schlierenzauer fest. "Der Kuchen ist noch nicht gegessen. Ich habe heute alles richtig gemacht, jetzt freue ich mich auf den Showdown in Bischofshofen."

Nachdem ihm in Garmisch Jacobsen mit Bestweite im Finale den greifbaren Sieg weggeschnappt hatte, antwortete der Stubaier in seinem "Wohnzimmer" auf spektakuläre Art.

In "ewiger" Tournee-Bestenliste vorgerückt

Bei verkürztem Anlauf flog Schlierenzauer im ersten Durchgang auf 131,5 Meter - nur 3 Meter unter den elf Jahre alten Schanzenrekord, aber 4,5 über die Weite des Norskers.

Damit reduzierte der Weltmeister zunächst den Rückstand auf 2,4 Punkte. "Dieser Sprung ist mir echt sehr gut gelungen, ich habe die Kante genau erwischt", erklärte Schlierenzauer und fixierte im Finale mit 123 Metern seinen achten Tournee-Tagessieg.

Damit ist er in der "ewigen" Bestenliste die alleinige Nummer vier, hat in dieser Hinsicht den Finnen Matti Nykänen (46 Weltcupsiege) schon einmal überflügelt.

Jacobsen bitter enttäuscht

Jacobsen (131,5/123 m) hockte nach dem zweiten Sprung enttäuscht auf seinen Skiern. "Das war ein schlechter Sprung. Ich war angespannt und war zu spät dran. Das passiert beim Skispringen", erklärte der 27-Jährige, den seine Frau und der kleine Sohn anfeuerten.

"Schade, aber der Bessere hat heute gewonnen", sagte der Schützling von Trainer Alexander Stöckl.

Die Hoffnung auf den zweiten Tourneesieg hat er freilich noch nicht aufgegeben. "Es ist keineswegs vorbei. Zehn Punkte, das kann ein Sprung sein. Ich versuche den heutigen Tag zu vergessen", betonte Jacobsen.

Er hat auch Erfahrung als Jäger. Denn bei seinem ersten Tourneesieg 2006/07 hatte er in der zweiten Hälfte dieses Klassikers mehr als zehn Punkte Rückstand wettgemacht.

Restliches ÖSV-Team überzeugt nur teilweise

Die ÖSV-"Adler" zeigten sich im heimischen Horst zunächst wieder von einer etwas besseren Seite. Zehn Österreicher standen im Finale, doch Andreas Kofler (Halbzeit-Sechster), Thomas Morgenstern (10.) und Wolfgang Loitzl (11.) vermochten diese Leistungen im Finale nicht zu bestätigen.

Die Sieger vergangener Jahre fielen an die 24. bzw. 18. und 19. Stelle zurück.

Dafür sprang Martin Koch in seinem ersten Finale dieser Tournee immerhin auf den zehnten Rang, Martin Hayböck wurde 15. und Manuel Fettner 17.

Zum Seitenanfang»
Mehr zum Thema

LAOLA Meins - Tags folgen