Einzelbewerb in Harrachov

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Die kleine Serie von Andreas Kofler ist am Freitagabend in Harrachov beendet worden, aber der Siegeslauf der ÖSV-Adler in der bisherigen Weltcup-Saison der Skispringer wurde doch fortgesetzt:

Gregor Schlierenzauer holte mit Sprüngen auf 140,5 und 128 Metern sowie 246,8 Punkten hauchdünn einen Punkt vor dem Japaner Daiki Ito den Tagessieg, nur weitere 0,8 Zähler dahinter landete der Norweger Anders Bardal auf Platz drei.

Überraschend auf Platz vier kam David Zauner, der seinen 134,5-m-Satz vom ersten Durchgang im zweiten mit 133,5 bestätigte.

Platz drei in der ewigen Bestenliste

Für den erst 21-jährigen Schlierenzauer war es bereits der 36. Weltcupsieg, womit sich der Tiroler in der ewigen Bestenliste schon ex aequo mit dem Finnen Janne Ahonen auf Platz drei schob.

Lediglich die wie Ahonen schon zurückgetretenen Matti Nykänen (FIN/46 Siege) und Adam Malysz (POL/39) liegen noch vor Schlierenzauer. "Solche Athleten gibt es selten, Gott sei Dank haben wir die seltenen Athleten in unserer Mannschaft", meinte ÖSV-Cheftrainer Alexander Pointner lachend.

Freude über "neuen, alten Siegspringer"

Pointner freute sich über den "neuen, alten Siegspringer. Da haben wir ja noch einige in unseren Reihen, die sicherlich im Laufe des Winters noch alle zum Zug kommen werden", glaubt der gebürtige Oberösterreicher auch aufgrund der Saisonvorbereitung.

"Heute war der Gregor dran mit einer sehr guten Leistung." Dass es am Ende doch sehr knapp war, ist natürlich auch dem Trainer bewusst. "Natürlich kann das auch anders ausschauen, aber was Gregor heute gezeigt hat, von der Qualifikation über den Wettkampf - er war einfach der Mann des Tages und hat verdient gewonnen."

Kofler hat "Schlimmeres überstanden"

Enttäuschend verlief der Bewerb für Andreas Kofler. Der Tiroler, der die Bewerbe in Kuusamo und Lillehammer (2) für sich entschieden hatte, musste sich mit 121 und 124 Metern diesmal mit Platz 18 begnügen.

"Natürlich wird er ein bisserl trauriger dreinschauen, aber er ist schon durch viele Höhen und Tiefen durchgegangen. Er hat mir schon gesagt, er hat schon Schlimmeres überstanden", berichtete Pointner. Kofler hatte in der Qualifikation sozusagen eine "Verwarnung" bekommen, als er bei starkem Wind und nach einem Skifehler einen Sturz nur mit Mühe hatte vermeiden können.

Schuh-Einriss bei der Landung

"Andi ist bei der Landung der Schuh eingerissen. Er musste dann mit ganz neuem Material antreten. Das ist nicht unbedingt fein bei so wechselnden Verhältnissen", erklärte Pointner.

Der Wind hatte an diesem Tag wie schon in allen bisherigen Weltcup-Saisonbewerben ein gehöriges Wörtchen "mitgeredet", ohne die Wind- und die Anlaufregel hätte man wohl auch hier Schwierigkeiten gehabt, eine Endwertung zusammenzubringen. "Die Kunst ist, dass man sich nicht drausbringen lässt", betonte Pointner.

Zauner zurück in der Weltspitze

Endlich sein Potenzial ausgeschöpft hat wieder David Zauner, dessen vierter Rang für Pointner nicht unerwartet kam. "Es freut mich sehr, es überrascht mich nicht. Ich habe ihm das schon in Lillehamer zugetraut." Zauner hatte sich dort aber nicht qualifiziert.

Der Cheftrainer habe aber gewusst, was in Zauner steckt. Der Eisenerzer ist ja nach einer langwierigen Knieverletzung wieder in den Weltcup zurückgekehrt.

Für Weltcup-Titelverteidiger Thomas Morgenstern läuft es noch nicht ganz nach Wunsch, der Kärntner verbesserte sich am Freitag aber noch vom 16. auf den neunten Platz. Manuel Fettner wurde 11., während Martin Koch nach einem vom Wind stark beeinträchtigten 100,5-m-Hüpfer von Rang 19 auf den letzten Finalplatz durchgereicht wurde.

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