Schlierenzauer und Koch zählen zu Top-Favoriten

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Armin Kogler (1979), Andreas Felder (1986), Andreas Goldberger (1996) und Gregor Schlierenzauer (2008) haben für den ÖSV bisher WM-Gold im Skifliegen erobert.

Die Chancen stehen gut, dass es bei den 22. Weltmeisterschaften vom Freitag bis Sonntag in Vikersund mit dem fünften Titelgewinn eines Österreichers klappt.

Schlierenzauer und Martin Koch zählen auf der Weltrekordschanze (Johan Remen Evensen/NOR 246,5 m) zum engsten Favoritenkreis.

Medaillen als Sahne-Häubchen

Doch für die Weitenjäger geht es vor allem um den Genuss, den extrem weite Flüge bereiten - die Medaillen wären eine schöne Belohnung. Schlierenzauer und Koch sind prädestiniert für das Fliegen.

Die Vorteile bei Körperbau, Technik und Fluggefühl stellen das Duo noch eine Stufe über die Teamkollegen Thomas Morgenstern, Andreas Kofler und David Zauner.

Der 22-jährige Tiroler Schlierenzauer ist Skiflug-Weltcupsieger und mit zehn Erfolgen auf den größten Schanzen im Weltcup die Nummer eins, zudem hat er im Vorjahr beide Bewerbe in Vikersund gewonnen.

Und der 30-jährige Kärntner Koch hat alle seine drei Siege im Skifliegen geschafft, erstmals (nach sieben Podestplätzen) vor rund 14 Monaten in Harrachov und zuletzt am vergangenen Samstag in Oberstdorf.

"Der Reiz ist extrem groß"

Skifliegen in Vikersund sei etwas ganz Besonderes, sagt Schlierenzauer, der dort im Vorjahr mit 243,5 Metern ÖSV-Rekord fixiert hat.

"Der Reiz ist extrem groß. Weil man weiß, es ist die größte Schanze der Welt und weil man weiß, sie ist sehr lässig gebaut. Das Ziel ist es, den Genuss zu spüren, einfach geil skizufliegen."

Anders als im Vorjahr, als auf dem neuen Vikersundbakken alle den Rekord wollten, steht die Bestmarke für Schlierenzauer diesmal nicht im Vordergrund.

"Darüber mache ich mir keine Gedanken, der Rekord muss sich ergeben, da muss viel zusammenpassen", sagte der Stubaier.

250 Meter sollen möglich sein

250 Meter seien auf dieser Schanze sicher möglich. "Aber es ist auch geil, auf 240 Meter zu fliegen, das ist ein extremer Adrenalinkick", erklärte Schlierenzauer.

Für Koch, der mit 241,5 Metern den insgesamt viertweitesten Sprung zu Buche stehen hat, hätte ein Weltrekord keine Bedeutung. "Ob jetzt Evensen oder Koch Weltrekordler ist, ist mir ziemlich egal."

Die Generalprobe in Oberstdorf verlief für die WM-Mitfavoriten unterschiedlich. Für Schlierenzauer brachte eine Änderung im Bereich Bindung/Schuh nicht in den erwartet positiven Effekt, er wollte daher das Training in Vikersund am Donnerstag nützen, um sich heranzutasten.

Koch mit Erfolgserlebnis nach Norwegen

"Es gilt, die Leistung abzurufen und ein Paket zu schnüren, von dem man weiß, es müsste funktionieren", betonte der Gewinner von 40 Weltcupbewerben und nannte Titelverteidiger Simon Ammann (SUI), Daiki Ito (Japan) sowie Koch als Sieganwärter. Sich selbst zählt er natürlich auch dazu. "Aber einfach so abzuholen gibt es da nichts."

Koch, der die WM seit dem Sommer stets als sein großes Ziel nannte, flog mit einem Erfolgserlebnis nach Norwegen. "Ich habe trotz des schwierigen Starts in den Winter immer daran geglaubt. Dass es jetzt in Oberstdorf bei der Team Tour so aufgegangen ist, ist eine sensationelle Bestätigung", sagte der Athlet des SV Villach.

 Schlierenzauer hat viel Erfahrung mit Siegen. Für Koch war es in der Vergangenheit hingegen schwierig, mit der Favoritenrolle umzugehen. Bei der WM 2008 hatte der Student nach drei Durchgängen geführt, wurde aber im Finale noch von Schlierenzauer überholt.

"Da habe ich die Nerven weggeschmissen", erinnert sich Team-Olympiasieger Koch, der auch im Vorjahr im Weltcup in Vikersund sein Potenzial nicht ausschöpfte. "Da war ich gut in Form, wollte es erzwingen und bin mir selbst im Weg gestanden. Ich hoffe, ich habe daraus gelernt."

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