Skispringerinnen starten in neue Ära

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Zweieinhalb Jahre nach der ersten WM bestreiten die Skisprung-Damen am Wochenende in Lillehammer ihre Weltcup-Premiere.

Durch die Etablierung einer Wettkampfserie auf höchstem FIS-Niveau erhoffen sie die Protagonistinnen einen weiteren Entwicklungsschub ihrer noch jungen Sportart.

"Das ist eine einzigartige Präsentationsmöglichkeit für uns. Wir erwarten uns vom Weltcup natürlich viel", betonte Gerald Daringer, der Damen-Skisprungreferent im Österreichischen Ski-Verband (ÖSV).

Gesteigertes Interesse

Hauptsponsor des acht Stationen umfassenden Weltcups, der Anfang Februar auch in Hinzenbach (OÖ) Station macht, ist der österreichische Mineralöl-Konzern OMV.

Durch die sichergestellten TV-Übertragungen aller 14 Saisonbewerbe sei auch bereits ein gestiegenes Interesse anderer Sponsoren zu verzeichnen gewesen, sagte Daringer im Gespräch mit der APA.

Zudem gebe es für die Springerinnen, die 2014 in Sotschi ihre Olympia-Premiere feiern werden, gegenüber dem Continental-Cup nun ein Vielfaches an Preisgeld zu verdienen.

Höheres Preisgeld

Bisher mussten sich im Continental-Cup die besten Sechs bescheidene 1.000 Euro teilen. Nunmehr erhält alleine die Siegerin umgerechnet 2.450 Euro, die Zweitplatzierte 1.950 und die Dritte 1.500. Bis zum 15. Rang wird Preisgeld ausgeschüttet, pro Bewerb sind es insgesamt 14.500 Euro.

Im Vergleich dazu werden bei den männlichen Kollegen vom Veranstalter jeweils 58.500 Euro ausbezahlt, wobei der Sieger 8.150 Euro, die weiteren Podestplatzierten 6.500 bzw. 4.900 erhalten.

In der Nordischen Kombination wird etwa doppelt so viel als bei den Skispringerinnen verteilt.

Iraschko als Favoritin

Geht es nach den Leistungen der vergangenen Jahre, sollte sich Weltmeisterin und Continental-Cup-Seriensiegerin Daniela Iraschko davon einen großen Anteil sichern können.

Im Gegensatz zu anderen Nationen schöpft Österreich das Maximalkontingent von sechs Athletinnen vorerst nicht aus, da die Springerinnen aus dem Mittelbau nicht überfordert werden sollen, erläuterte Daringer.

Insgesamt werden beim Auftakt 45 bis 50 Athletinnen aus 15 Nationen antreten. Neben Iraschko kommt aus rot-weiß-roter Sicht auch noch Jacqueline Seifriedsberger für einen Spitzenplatz infrage.

Beschränkung auf Normalschanzen

Sämtliche Saisonbewerbe gehen auf Normalschanzen in Szene. Einige Top-Springerinnen würden jedoch gerne auch auf Großschanzen antreten, so Daringer.

Die FIS hat die Höchstausmaße aber auf eine Hillsize von 110 m beschränkt, was beim ÖSV auf Zustimmung stößt.

"Das ist eine gute Entscheidung, die Sinn macht. Nicht alle können auf Großschanzen springen. Ich schätze, dass insgesamt etwa 15 Athletinnen die Klasse haben, auf großen Schanzen eine gute Figur abzugeben", erklärte Daringer.

ÖSV für Zukunft gerüstet

Dank der immer professioneller werdenden Nachwuchsarbeit sei der ÖSV für zukünftige Aufgaben bestens gerüstet.

"Die Arbeit läuft intensiver denn je. Die Zusammenarbeit mit den Landesverbänden und Vereinen funktioniert immer konkreter und zielgerichteter", bekräftigte Daringer.

Die Gesamtzahl der Skispringerinnen ab sieben Jahren gibt er österreichweit mit 120 an, damit stehe man international bestens da und sei auch für Sotschi auf einem guten Weg, betonte der ÖSV-Betreuer.

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