Ein Schlüsselerlebnis

Gemeinsam mit Ex-Weltmeister Kuttin habe er die Dinge jedoch "in die Hand genommen" und einen Plan entwickelt. Zu dieser Zeit hätte er sich allerdings "nie im Leben gedacht, dass ich heuer noch in dieser Art und Weise an der Spitze mitspringen kann".

So, wie der alte Thomas, der Sieger-Typ. "So, wie ich mich kenne, wie in meinen besten Jahren." Das sei schön, das gebe ihm Kraft, das mache ihn stolz.

Ein Schlüsselerlebnis hatte er dabei kurz vor Saisonstart. "Für mich gab es genau einen wichtigen Moment und das war der letzte Sprung am Bergisel - eine Woche vor dem Weltcup-Auftakt."

Dort stand ein Sprung von vielen an, es sollte jedoch ein ganz besonderer werden. Ein Wendepunkt in der Karriere des Thomas Morgenstern. "Er ist mir geglückt!", spielt der Tournee-Sieger von 2011 darauf an, dass er bis dahin weit hinter den eigenen Erwartungen blieb.

"Was weiß ich, durch welchen Zufall er gelang", kann er heute darüber scherzen. Weitere Versuche ließ er bleiben, "weil ich mit diesem Gefühl zum Weltcupauftakt fahren wollte und wusste, dass alles funktioniert."

Von diesem Moment an war der Schalter umgelegt, die Sicherheit zurück und Morgenstern wieder konkurrenzfähig. "Deshalb war das der wichtigste Sprung in dieser Saison."

"Schön, wieder da zu sein"

Die Unsicherheitsfaktoren waren von einem Moment auf den anderen aus dem Weg geräumt, nachdem er zuvor am Setup tüftelte, die Keilhöhe veränderte, Schuhe austauschte und den besten Ski und Anzug eruierte.

"Man verirrt sich dann schnell. Ich weiß aber, wenn etwas funktioniert und ich mir etwas in den Schädel setze, dann baut sich Sicherheit auf. Und sobald das passiert, kommen die Ergebnisse."

Der zweite Gesamtrang bei der Tournee zum Beispiel. Morgenstern ist zurück an der Spitze und froh, dass er die vielen Hürden, die ihm in den letzten zwei Jahren zu schaffen machten, gemeistert hat und die Flinte nicht ins Korn warf.

"Natürlich bin ich froh darüber. Es ist schön, in dieser Art und Weise wieder da zu sein. Es war die am wenigsten kräftezehrende Tournee, die ich je gesprungen bin. Und das, obwohl eigentlich sehr viel passiert ist."

All die Begleiterscheinungen wie Pressekonferenzen, Interviews, Autogramme schreiben etc. seien aber nicht anstrengend gewesen.

"Es taugt mir am meisten, dass der Körper wieder was aushält", sagt er und zieht lachend von dannen.


Christoph Nister

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