"Müssen auf der Hut sein"

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Kuttin auf der Suche nach dem vierten Mann

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Zwei Wochen vor der WM ist ÖSV-Skisprungcheftrainer Heinz Kuttin alles andere als sorgenfrei.

Bis auf Weltcupspitzenreiter Stefan Kraft zeigte sich zuletzt keines seiner Asse in Topform. Sogar der sonst so verlässliche Michael Hayböck schwächelte in Willingen.Zudem ist Gregor Schlierenzauer immer noch auf der Suche nach alter Stärke, und Andreas Kofler bekam eine neuerliche Pause verordnet.

Anstelle des formschwachen Routiniers bekommt am Wochenende in Titisee-Neustadt wieder Thomas Diethart seine Chance. Der Ex-Tourneesieger ist in dieser Saison aber wie Kofler noch kaum besonders positiv aufgefallen. Das gilt auch für Manuel Fettner und Manuel Poppinger.

Kuttin: "Schritt hinten nach"

Trotzdem macht sich der von einer Grippe wiedergenese Kuttin keine allzu großen Sorgen. "Das ist ein kleines Loch, das macht kein Kopfzerbrechen. Man muss aber ganz klar auf der Hut sein, dass man da wieder herauskommt", meinte Kuttin.

Was er zuletzt aus der Ferne zu sehen bekam, sei nicht das Gelbe vom Ei gewesen, gab Kuttin zu. "Wir haben viele Punkte vergeben und waren immer einen Schritt hinten nach. Das ärgert einen."

Verantwortlich für die nicht optimale Performance macht er auch die mentale Müdigkeit. Es sei zu erwarten gewesen, dass es nach der fordernden Tournee und dem Fliegen am Kulm bei dem einen oder anderen irgendwann kleine Verschleißerscheinungen geben werde, so der ÖSV-Coach.

Neue Schanze, neues Glück

Die Punkte, die es zu verbessern gilt, könne man aber schnell wieder in den Griff bekommen. "Auf einer anderen Schanze kann sich gleich wieder ein ganz anderes Bild ergeben", gab er sich zuversichtlich.

Hinsichtlich WM-Nominierungen wollte sich Kuttin noch nicht festlegen. Dazu könne er nach diesem Wochenende oder womöglich erst nach der WM-Generalprobe in Vikersund mehr sagen.

Kraft, Hayböck und Schlierenzauer sind seine WM-Fixstarter. Für die restlichen zwei Plätze habe sich laut Kuttin "nicht wirklich jemand aufgedrängt". Leider seien vier seiner Athleten zuletzt lediglich zwischen den Plätzen 18 und 35 zu finden gewesen, bedauerte er.

Schlieri trainiert, Hayböck ist müde

Vor seiner Abfahrt nach Deutschland beaufsichtigte der Kärntner am Donnerstagvormittag in Ramsau noch eine Sonderschicht von Schlierenzauer, der sich in der Vorwoche bei seinem Wiedereinstieg in Willingen neuerlich schwergetan hatte. Der Tournee-Zweite Hayböck bekam indes noch einen Tag länger frei und lässt die Qualifikation am Freitag aus.

"Er war mental einfach müde, da schleichen sich dann kleine Fehler ein. Er hat sich die ganze Woche Ruhe gegönnt. Ich bin mir sicher, dass er wieder frisch zu den Wettkämpfen kommt", meinte Kuttin über den Oberösterreicher, der auf Rang fünf der Weltcupwertung zurückgerutscht ist.

Unverändert voller Elan reiste Kraft nach Deutschland weiter. "Ich freue mich darauf, in richtig guter Form dorthin zu fahren. Ich werde versuchen, das Gelbe Trikot so lange es geht mitzunehmen", betonte der Salzburger, der in dieser Saison schon neun Podestplätze geschafft hat.

Der Tournee-Triumphator will auf der Großschanze und danach auf dem Flugbakken von Vikersund weiter "viele sehr, sehr weite Flüge" zeigen, um sich weiteres Selbstvertrauen für die WM zu holen.

Gefährliche Konkurrenten

Wie der Salzburger waren bisher aber auch sein erster Verfolger Peter Prevc (SLO) sowie Roman Koudelka (CZE) und Severin Freund (GER) Stammgäste auf dem Podium. Auch der polnische Doppelolympiasieger Kamil Stoch hat nach seiner Verletzungspause in den vergangenen Wochen rechtzeitig wieder zur Topverfassung zurückgefunden.

ÖSV-Aufgebot für den Skisprung-Weltcup der Herren am Samstag und Sonntag in Titisee-Neustadt (GER): Stefan Kraft, Michael Hayböck, Gregor Schlierenzauer, Thomas Diethart, Manuel Poppinger und Manuel Fettner.

 

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