Kein Gedanke ans Versagen

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Widhölzl ist von Kraft und Hayböck überzeugt

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22.500 Fans waren in Ekstase, als Andreas Widhölzl im Jahr 2000 am Bergisel triumphierte.

Ein Tiroler gewann auf seinem Hausberg und sollte nur Tage später schließlich auch den Gesamtsieg der Vierschanzen-Tournee in trockene Tücher bringen.

15 Jahre später ist er wieder hautnah dran, wenn die besten Adler der Welt über den Bakken gehen. Im Gegensatz zu damals allerdings auf der anderen Seite.

„Swida“ ist inzwischen Co-Trainer beim Österreichischen Skiverband und steht dem Tournee-Führenden Stefan Kraft, Weltcup-Leader Michael Hayböck und Co. mit Rat und Tat zur Seite.

Keinen Druck empfunden

Der 38-Jährige weiß nur allzu gut, wie sich die beiden in ihrer aktuellen Situation fühlen. Er glaubt nicht, dass sie die große Erwartungshaltung der Öffentlichkeit beeinflusst.

„Ich habe das gar nicht als Druck empfunden“, spricht er bei LAOLA1 über seine Erfahrungen. Er befand sich auf einer Euphoriewelle und donnerte einen weiten Satz nach dem anderen in den Auslauf.

„Ich musste nicht lange nachdenken, weil ich wusste, dass ich gut springe und sehr gut drauf bin. Es gab auch nie einen Gedanken daran, dass es nicht funktionieren könnte. Ich war von mir selbst überzeugt, dass ich es locker hinkriege und so ist es dann auch passiert.“

"Co" Widhölzl mit Cheftrainer Kuttin

Keine Nervosität bei Kraft

Ähnlich verlief es im Vorjahr bei Thomas Diethart, der aus dem Nichts kam und am Ende in Bischofshofen den Siegerscheck entgegen nehmen durfte. In diesem Jahr befinden sich Kraft und Hayböck in der Situation, nach dem Sieg zu greifen.

Die beiden Zimmerkollegen agieren befreit und ergänzen sich ausgesprochen gut. „Ich denke nicht, dass Krafti zum Beispiel nervös ist“, glaubt Widhölzl zu wissen. Er sei schließlich in exzellenter Form und zeige im Wettkampf stets starke Sprünge.

Ein Geheimnis des Erfolges ist die gute Stimmung innerhalb der Truppe, die dank der mannschaftlich exzellenten Ausgangslage – vier ÖSV-Adler liegen in den Top-7 – noch besser wurde. Dieser Spirit hat sich bereits im Sommer entwickelt. Der Tournee-Auftakt trug sein Übriges dazu bei.

Freude auf die Heimbewerbe

Nun stehen die beiden Heimbewerbe in Innsbruck (Sonntag, ab 14 Uhr im LAOLA1-LIVE-Ticker) und Bischofshofen vor der Türe. Ein besonderes Erlebnis, wie Widhölzl aus seiner aktiven Zeit schildert. „Ich habe mich auf Österreich, die Heimschanze und das Heimpublikum irrsinnig gefreut.“

Speziell der Bergisel hat es ihm dabei angetan. „Innsbruck ist diesbezüglich lässig. Man kriegt besonders viel mit von der Stimmung, was natürlich beflügelt.“ Der Heimvorteil existiert daher wirklich, zumal Kraft und Hayböck auf jenem Bakken Staatsmeister und Vize-Staatsmeister wurden.

Zudem ist der Tiroler davon überzeugt, dass die beiden Anwärter auf den Tournee-Sieg auch das nervliche Rüstzeug mitbringen. „Definitiv“, erklärt er. „Sie sind junge Athleten und heiß auf gute Sprünge. Die Buben wissen schon, was sie zu tun haben.“

Um am Ende vielleicht wieder 22.500 begeisterte Fans jubeln zu lassen.


Aus Innsbruck berichtet Christoph Nister

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