"Für mich persönlich ist das etwas Sporthistorisches"

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Simon Ammann befindet sich nach der überwundenen Olympiaenttäuschung in der neuen Skisprungsaison plötzlich wieder ganz oben.

Der Schweizer feierte in der Vorwoche in Ruka für viele überraschend zwei Weltcupsiege.

Der 33-Jährige ist deshalb als Gesamtführender zu den Bewerben am Samstag und Sonntag nach Lillehammer gekommen.

"Etwas Sporthistorisches"

Dabei sei seine Vorbereitung ganz und gar nicht reibungslos verlaufen, bekannte der vierfache Olympiasieger. "Ich habe mich erst mit meinem Manager daran erinnert, wie schwer es im Sommer manchmal gefallen ist. Und jetzt hat man so einen tollen Einstand. Es liegt eben manchmal sehr nahe beieinander. Dass es dann gleich so gut aufgeht, ist auch ein bisschen Fügung", sagte Ammann nach seinen Weltcuperfolgen Nummer 22 und 23.

Den jüngsten holte er ex-aequo mit dem japanischen Dauerbrenner Noriaki Kasai. "Ich glaube, so ein Wochenende mit zwei Siegen hatte ich noch nie. Auch die Situation mit einem geteilten Sieg hatte ich noch nicht. Das war wirklich etwas ganz Spezielles, wie damals 2006 in Lillehammer der Doppelsieg mit Andreas Küttel. Und jetzt gerade mit Noriaki ist das schon sehr schön. Für mich persönlich ist das etwas Sporthistorisches", meinte der Doppel-Olympiasieger von 2002 und 2010.

Gedanken an Karriereende waren da

In Ruka kamen Ammann aber wohl auch die Aufwindbedingungen sehr zugute, wie ÖSV-Cheftrainer Heinz Kuttin anmerkte.

"Wenn so ein starker Gegenwind am Vorbau ist, kommt ihm das natürlich sehr entgegen, er hat einen sehr aggressiven Sprungstil. Wir sind eher kräftiger am Absprung und springen das System besser zusammen."

Nach den Winterspielen im Februar, wo er im geschlagenen Feld gelandet war, dachte Ammann über sein Karriereende nach. Das sei aber nur eine kurze Phase gewesen, betont er seither stets. Jetzt sei er wieder voller Tatendrang. "Ich bin noch nicht so weit, zurückzutreten."

Alle acht Jahre ist er dran

Ob die Winterspiele 2018 für ihn zum Thema werden könnten, weiß er derzeit nicht. "Im Prinzip liegen für mich zwischen den Goldmedaillen ja immer acht Jahre (lacht). Also wäre ich wieder dran. Aber andererseits könnte man auch, wenn man ein gutes Jahr hat, mit Stolz vom Sport weggehen. Ich kann das Gefühl noch nicht deuten."

Auch wie Kasai bis über 40 Jahre weiterzumachen, hält Ammann für nicht ganz ausgeschlossen.

"Das muss ich offen lassen. Es muss sich für mich lohnen. Das Training ist schon ganz schön anstrengend", sagte der Weltcup-Gesamtsieger von 2010. Einfluss auf all diese Entscheidung dürfte auch das Familienleben haben. Ammann ist im Oktober erstmals Vater geworden.

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