Kein Einzel-Gold

Der Ausgang ist bekannt, in Sotschi blieb ihm Edelmetall in den beiden Einzel-Konkurrenzen verwehrt, mit dem Team gewann er immerhin Silber. Was folgte, war Kritik am Trainerstab.

Der ÖSV sei in puncto Technik und Material „sicher nicht ganz up to date“, gab er zu Protokoll. „Das ist ungefähr so, als würde (Sebastian) Vettel alles geben und ein scheiß Auto haben.“ Der Wirbel daraufhin war groß, auch teamintern sorgten seine Aussagen für Unruhe.

Verzicht stand im Raum

Ein Verzicht des Nordic Tournaments stand im Raum, doch letzten Endes entschied er sich für eine Teilnahme. Es sollte der richtige Schritt sein, waren Fortschritte doch nicht zu übersehen. In Lahti sprang er als Dritter erstmals nach knapp zwei Monaten wieder aufs Podest.

Im Lager des Tirolers keimte Hoffnung auf, dass dieser die verpatzte Saison mit einer starken Skiflug-WM würde retten können. Der Traum von Edelmetall ist allerdings jäh geplatzt.

Weit abgeschlagen – auf Bronze fehlen ihm zur Halbzeit 57,4 Zähler – gehörte er zu den großen Verlierern des Tages. Mit gesenktem Haupt verließ er wortlos den Auslauf.

Rückschläge gehören dazu

Noch vor dem Teambewerb, der aufgrund von vorhergesagtem Schlechtwetter auf der Kippe stehen soll – und dem Weltcup-Finale in Planica steht fest, dass 2013/14 die schwierigste Saison in der Karriere des Gregor Schlierenzauer ist.

Für einen erfolgsverwöhnten Athleten wie ihn keine einfache Situation. Derartige Talfahrten gehören allerdings ebenso zu einer Sportlerkarriere wie glanzvolle Siege und ruhmreiche Erfolge. Entscheidend ist, aus den Fehlern der Vergangenheit zu lernen und gestärkt und mit neuer Motivation daraus hervorzugehen.

Schlierenzauer zählt erst 24 Lenze und hat noch viele gute Jahre vor sich. Seine aktuelle Enttäuschung ist nachzuvollziehen, umso mehr lernt er allerdings auch die unzähligen Erfolge, die seine Karriere pflastern, zu schätzen.


Aus Harrachov berichtet Christoph Nister

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