Kofler: Fluch besiegt, Chance gewahrt

Aufmacherbild

Nichts und niemand konnte Andreas Kofler diesmal stoppen.

Kein Wind, kein Schneeregen, kein Teamkollege, kein anderer Springer.

Er wollte ihn endlich bezwingen, den Bergisel, seine Hausschanze, die ihm noch nicht viel Glück brachte.

"Ein denkwürdiger Tag"

Ein vierter Platz stand bislang als beste Platzierung zu Buche, ansonsten war die Beziehung zwischen dem Tiroler und „seinem“ Berg eher unterkühlt.

Umso emotionaler war Kofler dann, als er vor 22.500 Zuschauern die Skier in die Höhe streckte.

„Ein denkwürdiger Tag“, stammelte der 27-Jährige, „es sind so viele Emotionen im Spiel, es gibt nichts Schöneres, als daheim ganz oben zu stehen.“

Ziel war Tournee, nicht Grand Slam

Ganz oben gestanden wäre auch Gregor Schlierenzauer gerne.

Nicht nur, weil es auch für ihn nichts Schöneres gibt, als daheim zu gewinnen, sondern weil er damit auch die Chance auf den Grand Slam und somit auch auf die eine Million Franken gewahrt hätte.

„Ich weiß, dass jetzt jeder hören will, dass es schade ums Geld ist – ist es auch. Aber das war mir nie so wichtig. Mein großes Ziel bleibt der Gesamtsieg, denn die Tournee hab' ich noch nie gewonnen“, erklärte der 21-Jährige.

Kofler kämpferisch

Mit heftiger Gegenwehr muss Schlierenzauer in Bischofshofen dennoch rechnen.

Kofler hat nämlich Lunte gerochen, den erneuten Tournee-Triumph nach 2010 noch nicht aufgegeben.

„Natürlich besteht die Möglichkeit noch, die Tournee ist erst in Bischofshofen zu Ende. Ich werde schauen, dass ich noch einen draufsetzen kann“, zeigt sich der Bergisel-Sieger kämpferisch.

Vierter ÖSV-Gesamtsieg in Serie fast sicher

Dem österreichischen Skisprung-Fan kann es egal sein.

Denn ein rot-weiß-roter Gesamtsieg, der vierte in Folge, scheint so gut wie sicher.

Anders Bardal (NOR) hat als Vierter schon 46,9 Punkte Rückstand auf Schlierenzauer - in der aktuellen Form der ÖSV-Adler sind das Welten.

Aus Innsbruck berichtet Kurt Vierthaler

Fast zehn Meter Vorsprung

Und in der Gesamtwertung schaut es für den Überflieger tatsächlich sehr gut aus.

17 Punkte, umgerechnet knapp zehn Meter, Vorsprung hat Schlierenzauer auf Teamkollege Kofler noch.

„Noch ist nichts entschieden, erst am Ende wird abgerechnet“, drückt der Gejagte etwas auf die Euphoriebremse, „der Traum ist zwar zum Greifen nah, aber es fehlt noch der letzte Schritt.“

Keine lästigen Fragen mehr

Den will das Ausnahmetalent nun in Bischofshofen gehen.

Ganz ohne lästige Fragen, ob nicht auch der Grand Slam im Hinterkopf ist.

„Dieser Grand Slam ist in 60 Jahren nur ein Mal passiert, es muss schon viel zusammenpassen. Hätte ich schon einen Tourneesieg auf der Habenseite, würde ich mich jetzt vielleicht mehr ärgern. Aber so ist mir das wurscht, denn ich bin meinem großen Ziel einen weiteren Schritt näher gekommen", so Schlierenzauer.

Zum Seitenanfang» 0 Mehr zum Thema

LAOLA Meins - Tags folgen