Morgenstern ist wieder "back in track"

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Thomas Morgenstern hat sich das Hadern mittlerweile abgewöhnt.

Natürlich könnte er sich fragen, ob bei der diesjährigen Vierschanzen-Tournee nicht vielleicht mehr drin gewesen wäre; ob er vielleicht sogar seinen Vorjahres-Triumph wiederholen hätte können.

Aber den Konjunktiven hat der 25-Jährige längst abgeschworen. Was zählt, ist einzig und allein die Gegenwart.

Und die präsentiert sich für den Kärntner wieder viel freundlicher.

Viel Druck abgefallen

Mit dem Triumph in Bischofshofen hat er endlich seinen ersten Saisonsieg gefeiert und sich am Ende als Zweiter auch noch mit der diesjährigen Tournee versöhnt.

„In Bischofshofen ist viel Druck von mir abgefallen“, zeigte sich Morgenstern sichtlich erleichtert.

Die Ränge davor (3, 6, 6) waren zwar durchaus passabel, der Dominator des Vorjahres hatte aber ständig das Gefühl, dass noch mehr möglich wäre.

„Mit einem Wimpernschlag hätte es auch ganz anders ausschauen können – positiv wie negativ“, bedient der Überflieger dann doch noch einmal kurz den Konjunktiv.

Skiflug-WM als großes Ziel

Die steigt nämlich von 22. bis 26. Februar in Vikersund und ist Morgensterns letzter „schwarzer Fleck“ auf seiner Karte.

Kürt er sich in Norwegen zum Weltmeister, hätte er alles gewonnen, was es im Skispringen zu gewinnen gibt.

„Es wäre natürlich schon ein Traum, wenn ich in Vikersund Weltmeister werden würde. Aber die Welt geht nicht unter, sollte es nicht klappen.“

Thomas Morgenstern hat es sich eben abgewöhnt, zu hadern. Es wäre angesichts seiner Erfolge auch reichlich absurd.

Kurt Vierthaler

Spezielle Beziehung zu Bischofshofen

Dass ihm nun just in Bischofshofen der Befreiungsschlag gelang, verwundert nicht wirklich. Denn Morgenstern und die Paul-Außerleitner-Schanze, das ist mittlerweile eine ganz spezielle Verbindung.

2010 feierte er nach fast zwei Jahren ohne Sieg beim Tourneefinale seine Auferstehung und legte damit auch den Grundstein für seine außergewöhnliche Folge-Saison.

Ein Jahr später krönte er sich mit Rang zwei zum Tourneesieger.

„Von der Statik hat mir Bischofshofen eigentlich immer gefallen, aber mir ist der lange Anlauf mit dem geringen Radius nicht so gelegen. 2010 kam dann der Knackpunkt – da hat sich die Hass-Liebe zur Liebe entwickelt. Ich gehe jetzt immer voller Vertrauen und Sicherheit auf die Schanze.“

Spätform herzlich willkommen

Jenes Vertrauen, jene Sicherheit will der Olympiasieger nun in die zweite Saisonhälfte mitnehmen.

Schließlich gäbe es ja noch ein Saison-Highlight.

„Ich hätte nichts dagegen, wenn ich heuer erst später in Form käme. So gegen Mitte, Ende Februar wäre ideal“, schmunzelt der Kärntner beim Blick auf die Skiflug-WM.

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