Kreiner: "Mittelmaß gefällt mir überhaupt nicht!"

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David Kreiner ist nicht unbedingt der typische Sportler.

Das zeigt schon ein Blick auf seine Homepage.

Sprüche von Hermann Hesse, Mahatma Gandhi und Konfuzius schmücken den Web-Auftritt des österreichischen Kombinierers.

Inneres Gefühl statt Pulsuhren

Kreiner ist eben keiner, der mit Scheuklappen durchs Sportlerleben geht.

Er hält auch wenig von Pulsuhren und strikten Trainingsplänen.

Das „innere Gefühl“, so der Tiroler, sei entscheidend.

„Ich hab‘ in den letzten Jahren mein Leben so gestaltet, dass ich die Sachen, die mir nicht taugen, ausgemistet hab‘ und konnte dafür die Sachen, die mir Spaß machen, intensivieren. Ich tue nur mehr das, was mir gefällt.“

Kreiner geht eigenen Weg

Und dazu gehört auch, dass der 30-Jährige seine Vorbereitung weitestgehend selbst gestalten konnte.

Gerade nach der Auflösung seiner Trainingsgruppe um Erfolgs-Coach Günther Chromecek und Ausnahme-Athlet Felix Gottwald ein wichtiger Punkt für Kreiner.

„Ich hab‘ im Sommer die großen Reisen wie nach Norwegen ausgelassen, weil ich die Zeit lieber zu Hause nutzen wollte. Als Junger ist das vielleicht noch interessant, aber mittlerweile weiß ich, dass ich daheim am besten trainieren und regenerieren kann.“

Volle Unterstützung durch ÖSV

Vom Österreichischen Skiverband bekam der Kitzbüheler dabei die volle Unterstützung.

„Es hat nie Probleme gegeben, dass ich andere Wege gehen wollte. Österreichs Stärke in den letzten Jahren war auch, dass jeder immer seine Freiheiten bekommen hat und seinen Weg gehen konnte. Wir sind alle alt genug, um zu wissen, was wir brauchen“, sagt Kreiner.

Und der Liebhaber von Paulo-Coelho-Büchern braucht vor allem Menschen, die ihn verstehen und die seine Sprache sprechen. So wie eben seine langjährigen Weggefährten Chromecek und Gottwald.

„Ich hab‘ mit Jacky und Felix im Sommer viel gemacht. Nachdem ich quasi mein halbes Leben mit ihnen verbracht hab‘, sind sie nach wie vor wichtige Ansprechpartner.“

Erster Weltcup-Sieg als Motivation

Im Weltcup-Zirkus kann Kreiner auf seine Mentoren zwar nicht mehr zurückgreifen, dafür spürt er den Rückenwind seines ersten Weltcup-Sieges noch.

Erst im Jänner dieses Jahres, in Chaux-Neuve, stand der Doppel-Team-Weltmeister von Oslo ganz oben am Stockerl.

„Gewinnen will ja jeder. Wenn du es dann schwarz auf weiß auf der Ergebnisliste stehen hast, ist es umso feiner. Bei mir hat es ja auch lang gedauert“, lacht Kreiner.

Über 13 Jahre, um genau zu sein. Im Dezember 1997 feierte er nämlich schon sein Weltcup-Debüt.

„Mittelmaß gefällt mir überhaupt nicht“

„Ich hab‘ mir dennoch nie den großen Druck gemacht, sondern darauf vertraut, dass es irgendwann klappt.“

Und es hat geklappt. Spät, aber doch ist Kreiner endgültig in der Weltspitze angekommen.

„Es macht natürlich mehr Spaß, wenn du Top-Platzierungen einfährst. Das Mittelmaß gefällt mir überhaupt nicht.“

In dieser Hinsicht ist Kreiner dann doch wieder ein typischer Sportler.

Kurt Vierthaler

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