Dopingsünder Dürr bis 2016 gesperrt

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Der während der Winterspiele von Sotschi als EPO-Dopingsünder entlarvte Langläufer Johannes Dürr ist für zwei Jahre gesperrt worden.

Die Disziplinarkommission des Internationalen Ski-Verbandes (FIS) schloss den Niederösterreicher bis Ende Februar 2016 von Wettkämpfen aus. Außerdem strich man ihm alle Ergebnisse seit September 2013, darunter Platz drei bei der Tour de Ski zum Jahreswechsel.

Urteil nicht rechtskräftig

Das am Dienstag veröffentlichte Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Dürr hat drei Wochen Zeit, dagegen Berufung einzulegen.

Der 27-jährige Göstlinger wollte sich zu dem Urteil nicht äußern. Er werde das erst zu gegebener Zeit tun, so Dürr.

Am Olympia-Schlusstag war bekannt geworden, dass der Medaillenhoffnungsträger im 50 km-Bewerb bei einer gezielten Trainingskontrolle in Obertilliach erwischt worden war.

Der in Südtirol lebende Langdistanzspezialist gab sein Fehlverhalten gegenüber Funktionären sofort zu und führte später in einem Zeitungsinterview aus, dass er seit dem Sommer zur Leistungssteigerung auf das Blutdopingmittel EPO zurückgegriffen habe.

ÖSV und IOC ziehen Konsequenzen

Der ÖSV schloss Dürr daraufhin im März aus. Das IOC strich ihn im April aus der Wertung des Olympia-Skiathlons, bei dem er zu Beginn der Winterspiele in Russland Platz acht belegt hatte.

Gegenüber dem Internationalen Olympischen Komitee (IOC) hatte Dürr sich zu seinem Fall weder schriftlich geäußert noch war er zu einer angesetzten Anhörung erschienen. Deshalb ist wohl auch nicht damit zu rechnen, dass er gegen die FIS-Sanktion Einspruch erheben wird.

Nach seinem ersten Renneinsatz war Dürr aus Sotschi abgereist und hatte sich in Österreich auf den abschließenden Marathon über 50 km vorbereitet. Am 16. Februar erfolgte im Trainingslager in Osttirol der folgenschwere Dopingtest, dessen Befund in Sotschi am letzten Wettkampftag für einen neuerlichen Doping-Tiefschlag sorgte.

Schon bei Olympia 2002 und 2006 war das österreichische Langlauf-Lager auf der größtmöglichen Bühne negativ aufgefallen.

Keine Comeback-Absichten

Dürr war nach seiner Rückkehr aus Sotschi von der Kriminalpolizei wegen des Verdachtes eines Verstoßes gegen Paragraf 147 (Sportbetrug) sowie des unerlaubten Besitzes größerer Mengen, des Handels und der Weitergabe von verbotenen Substanzen einvernommen worden.

In einem Zeitungsinterview hatte er behauptet, das EPO von einem Mann aus Ex-Jugoslawien bezogen zu haben. Zudem gab er damals an, keine Comeback-Absichten zu haben.

Neben Dürr verurteilte die FIS auch die ukrainische Olympia-Langläuferin Marina Lisogor zu einer zweijährigen Sperre für alle Sportarten. Lisogor war in Sotschi die verbotene Substanz Trimetazidin nachgewiesen worden.

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