Vom Winde verweht

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Bö-Festspiele bei ÖSV-Debakel

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Die österreichischen Biathleten haben am Samstag im WM-Sprint schwer enttäuscht.

Dominik Landertinger war in Kontiolahti bei schwierigen Windbedingungen nach zwei Schießfehlern und schwacher Laufleistung als 39. der beste ÖSV-Athlet.

Gold sicherte sich der Norweger Johannes Thingnes Bö, sein Bruder Tarjei holte Bronze. Platz zwei ging sensationell an Nathan Smith aus Kanada.

Gösweiner enttäuscht

Die Österreicher schossen allesamt zu schlecht und waren auch in der Loipe nicht schnell genug.

Damit verspielten sie auch schon alle Chancen für die Verfolgung am Sonntag.

"Die Enttäuschung ist natürlich groß. Einerseits, weil wir zuletzt mit den Bedingungen hier am Schießstand eigentlich sehr gut zurechtgekommen sind, andererseits weil sich die Trainingsleistungen in keinster Weise im Wettkampf widergespiegelt haben", meinte ÖSV-Cheftrainer Reinhard Gösweiner.

Ex-Weltmeister Landertinger verfehlte in einem Rennen mit sehr vielen Schießfehlern in beiden Anschlägen je eine Scheibe. Weil der sonst zumeist sehr flotte Olympia-Zweite auf der Strecke ungewöhnlich viel Zeit verlor, hatte er im Ziel eindreiviertel Minuten Rückstand auf den Sieger.

Daniel Mesotisch (3 Strafrunden) belegte Rang 41, knapp dahinter folgten als 44. Julian Eberhard (4) und als 46. Simon Eder (4).

Norweger schlagen zurück

Die widrigen Windverhältnisse sorgten dafür, dass nicht nur das ÖSV-Team, sondern auch etliche Sieganwärter wie beispielsweise der zwölfplatzierte Franzose Martin Fourcade (3) hinter den Erwartungen zurückblieben.

Die vor der WM für ihre unzureichenden Leistungen gescholtenen Norweger brachten ihre Kritiker hingegen eindrucksvoll zum Schweigen.

Der 21-jährige Johannes Thingnes Bö stürmte nach einem Schießfehler mit der besten Laufzeit ungefährdet zu seinem ersten WM-Titel.

Smith, der ebenfalls einmal in die Strafrunde musste, sorgte 12,1 Sekunden hinter dem Hochfilzen-Sieger für die allererste WM-Medaille für Kanada.

Der fehlerlose Massenstart-Titelverteidiger Tarjei Bö durfte sich 25,3 Sekunden hinter seinem jüngeren Bruder über seine bereits elfte freuen.

Die beiden Norweger waren am Donnerstag in der Mixed-Staffel gemeinsam bereits zu Bronze gelaufen.

Auch die Damen kämpfen mit Bedingungen

Die Französin Marie Dorin-Habert hat am Samstag in Kontiolahti bei starken Windböen und Schneetreiben WM-Gold im Biathlon-Sprint geholt.

Silber ging nach einem regelrechten Favoritensterben aufgrund der widrigen Witterung völlig unerwartet an die Polin Weronika Nowakowska-Ziemniak, Bronze an Walj Semerenko aus der Ukraine.

Beste Österreicherin war überraschend Dunja Zdouc auf Rang 17.

Gold-"Mami"

Dorin-Habert (1 Schießfehler) holte 9,6 Sekunden vor der fehlerfrei gebliebenen Nowakowksa-Ziemniak ihre erstes Einzel-WM-Medaille.

Die 28-Jährige war im September Mutter geworden und stieg erst im Jänner wieder ins Wettkampfgeschehen ein.

Am Donnerstag hatte die Olympia-Dritte von 2010 in Finnland mit der Mixed-Staffel bereits Silber erobert.

Zdouc mit starker Leistung

Im Sprint über 7,5 km gab es wegen des starken Windes massenweise Fehlschüsse.

Auch die Topstars Darja Domratschewa (BLR/25.) und Kaisa Mäkäräinen (FIN/35.) waren mit je fünf Schießfehlern chancenlos. Zdouc (2 Strafrunden/+ 1:38,8 Min.) nützte hingegen die Gunst der Stunde und durfte sich dank überraschend starker Leistung in der Loipe über ihr mit Abstand bestes Ergebnis auf höchster Ebene freuen. Im Weltcup war die 21-jährige Kärntnerin noch nie unter den besten 30 gelandet.

Die höher eingeschätzten Lisa Theresa Hauser (24./1 Strafrunde) und Katharina Innerhofer (27./3) hatten rund zwei Minuten Rückstand. Debütantin Julia Schwaiger (95./6) verpasste die Qualifikation für die Verfolgung am Sonntag hingegen deutlich.

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