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Sumann: "Hätte die Entscheidung irgendwann bereut"

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Das Ende war besiegelt. Fest vereinbart. Unumstößlich.

So war es zumindest gedacht. Christoph Sumann hatte mit seiner Familie bereits alles geplant, doch der letzte Winter spielte dem 36-Jährigen übel mit.

Eine Pleiten-, Pech- und Pannen-Saison brachte die Entscheidung des Routiniers ins Wanken.

"Es ist wie beim Muschel-Essen, wo nur die letzte schlecht ist. Wenn du dann mit dem Kopf über der Schüssel hängst, vergisst du, wie gut eigentlich die vielen davor waren“, erklärte er bei „ServusTV“.

Nun steht fest: Der Steirer macht weiter bis zu den Olympischen Spielen 2014 in Sotschi. Oder anders formuliert: „Sumi“ hat wieder Lust auf Muscheln.

Hoffen auf einen positiven Abschluss

„Der Grund, warum ich meine Entscheidung revidiert habe, war, dass ich das Projekt Leistungssport positiv für mich abschließen will“, so der neunfache Weltcup-Sieger im Gespräch mit LAOLA1.

Die überraschende Wende ist für ihn „definitiv etwas Besonders. Die Entscheidung kam erst vor kurzem zustande. Ich hatte ja fix damit gerechnet, aufzuhören.“

Erstmals ins Grübeln kam der zweifache Olympia-Silbermedaillengewinner Anfang des Jahres, als er merkte, dass auf der Loipe so gar nichts nach Wunsch verlaufen will.

„Hätte die Entscheidung bereut“

„Der Gedanke hat sich dann intensiviert, bis ich mich dazu entschlossen habe, dass es doch weitergeht. Hätte ich aus Frust oder Zorn aufgehört, hätte ich die Entscheidung irgendwann bereut. Es hätte mit einem schlechten Nachgeschmack geendet.“

Besonderen Einfluss auf seine Entscheidung hatte Frau Karin. „Sie hatte sich darauf eingestellt, dass das Lotterleben vorbei ist. Jetzt bekomme ich noch einmal die Unterstützung, um zwei Jahre anzuhängen. Das ringt mir großen Respekt ab“, so Sumann.

Mit Sack und Pack nach Innsbruck

Um dem Alltagstrott der vergangenen Jahre zu entfliehen und neue Reize zu setzen, zieht er für zwei Jahre nach Innsbruck.

Der 36-Jährige erklärt die Entscheidung simpel: „Immer, wenn ich gröbere Veränderungen vorgenommen habe, wirkte sich das sofort positiv aus. Es ist natürlich ein großer Schritt, denn ich ziehe mit Sack und Pack nach Innsbruck.“

Frau Karin spielte eine entscheidende Rolle

Das „One-Man-Team“ Sumann

Was ihn daran reizt, seien neben Stadt und Land („Da kann ich meiner Familie etwas bieten“) die sportlichen Rahmenbedingungen. „Im Trainingszentrum Seefeld weiß ich, was geboten wird. Es gibt eine Rollerstrecke und einen Schießplatz. Ich wollte das Kursleben nicht mehr bestreiten.“

So wird aus dem Teamplayer in gewissem Sinne ein „One-Man-Team“. „Mehr oder weniger ist das so. Ich werde natürlich weiter nach dem Team-System trainieren und die Kollegen werden sich auch mal nach Seefeld kommen. Ich werde aber definitiv meine Vorbereitung in Seefeld absolvieren.“

Keine halben Geschichten

Weitere Umstellungen werden nicht ausbleiben, speziell in den nächsten Wochen, wenn die große ÖSV-Analyse stattfindet, werde vieles überdacht. „Logisch kommt es zu Veränderungen. Wir hatten ja eine Scheiß-Saison. Ich selber muss mich hinterfragen, ich will ja kein Tourist sein.“

Das Vorhaben, nicht nur für eine Saison, sondern gleich zwei Jahre anzuhängen, erscheint indes logisch. „Wenn wir zwei Jahre vor Olympia stehen, macht das einfach Sinn. Wenn ich das auf mich nehme, dann zu hundert Prozent und höchst professionell. Halbe Geschichten gibt es nicht mehr.“

Volle Erfolge dafür hoffentlich umso mehr …

 

Christoph Nister

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