Vorzeichen auf 3. Slalom-Gold stehen schlecht

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Als Mario Matt 2001 in St. Anton zu WM-Gold im Slalom raste, stand sein damals siebenjähriger Bruder Michael inmitten der 50.000 Fans.

14 Jahre später gehen die Brüder am Sonntag gemeinsam für Österreich in den WM-Slalom.

Der amtierende Olympiasieger Mario startet nach seinem schweren Trainingssturz allerdings gehandicapt in die Jagd auf seine bereits dritte Slalom-WM-Goldene nach 2001 und 2007.

Vorzeichen mehr als schlecht

Der Slalom in Beaver Creek soll zum letzten großen Höhepunkt in Matts Karriere werden.

Der Rücktritt mit Saisonende scheint höchst wahrscheinlich, ein Antreten bei der WM in zwei Jahren in St. Moritz schließt der 35-Jährige "zu hundert Prozent" aus. Die Vorzeichen könnten allerdings kaum schlechter stehen.

Matt "senior" ist in den ersten fünf Saisonrennen fünf Mal ausgeschieden, danach folgten die Plätze 19, 12 und 19. In den USA angekommen, wurde der Flirscher zunächst von einer Grippe geschwächt. Danach folgte auch noch der wilde Trainingssturz, bei dem er sich eine Prellung im rechten Knöchel zuzog.

Speed passt

Matt will "alles unternehmen", um am Sonntag dabei zu sein, und zwar so fit wie möglich. Durch die Verletzung entgingen ihm aber genau jene zwei Trainingstage, die für die Materialabstimmung auf den US-Schnee geplant waren.

"Natürlich ist das alles andere als positiv. Aber wenn ich halbwegs schmerzfrei in den Skischuh steigen kann und die Abstimmung treffe, dann weiß ich, dass ich es drauf habe. Mein Speed passt, auch wenn es die Ergebnisse in dieser Saison noch nicht gezeigt haben", meinte Matt.

Premiere für Bruder Michael

In Beaver Creek teilen sich die Matts im Teamhotel "Charter" ein Appartement.

Am Sonntag schnuppert Michael Matt dann erstmals WM-Luft. "Eigentlich geht es wie bei jedem anderen Rennen Rot-Blau-Rot-Blau Richtung Ziel. Aber es ist eben kein Rennen wie jedes andere, eine gewisse Anspannung ist schon da", gestand der 21-Jährige, der sich aber von seinem stets nervenstarken Bruder Mario gute Tipps holen kann.

"Ich werde keine Wunderdinge probieren, sondern mich auf das konzentrieren, das ich kann. Mein Ziel sind die Top-15", meinte der Jüngste im ÖSV-Slalom-Quintett. Dass er zu den absolut Schnellsten zählen kann, bewies Michael Matt im Jänner mit seiner Bestzeit im zweiten Wengen-Durchgang.

Auch letztes WM-Rennen für Herbst

So wie Mario Matt bestreitet auch Reinfried Herbst am Sonntag das letzte WM-Rennen seiner Karriere.

Und so wie bei Matt ist auch beim Salzburger der bisherige Winter eher bescheiden verlaufen.

Die Plätze 13 in Wengen und 15 in Adelboden waren für Herbst die bisherigen Höhepunkte. Der 36-Jährige weiß, dass diese Bilanz in früheren Jahren nie und nimmer für einen WM-Start gereicht hätte.

Geschenk dankend angenommen

"Es gab Saisonen, da hast du sogar trotz Stockerlplatz die WM nur im Fernsehen gesehen. Insofern ist diese WM ein Geschenk, das ich dankend annehme und gut nützen möchte. Ich habe eine kleine Chance, und die möchte ich am Schopf packen", sagte Herbst, der 2006 Olympia-Silber im Slalom und 2009/10 den Slalom-Weltcup gewonnen hat.

Dass die allgemeine Erwartungshaltung bescheiden ist, stört Herbst überhaupt nicht. "Dass ist aufgrund meiner jüngsten Ergebnisse logisch. Aber es waren immer wieder schnelle Schwünge dabei, und auf die zähle ich. Ich hab das Zeug, dass mir einer auskommt", versicherte der Routinier aus Unken.

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