Bitter: Saisonende für Vonn!

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Horrorsturz! Vonn mit komplexer Knie-Verletzung

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Lindsey Vonn und die Großereignisse. Das ist bei weitem keine nur von Erfolgen begleitete Geschichte.

Obwohl die 28-jährige Abfahrts-Olympiasiegerin aus den USA schon insgesamt sieben Medaillen gewonnen hat, waren ihre Auftritte dabei meist auch von Pech und Pannen begleitet.

Ihre schwere Knieverletzung und das Saison-Aus gleich beim ersten WM-Rennen in Schladming trafen Vonn besonders hart, kam das doch in einem Moment, als sich eine schwierige Saison endlich zum Besseren zu wenden schien.

Seuchen-Jahr

Seit über einem Jahr wird der US-Sportstar von persönlichen und sportlichen Problemen begleitet.

Die Scheidung von ihrem Ehemann Thomas sowie gesundheitliche Probleme hatten die Speed-Seriensiegerin zuletzt deutlich außer Tritt gebracht.

Am Beginn der WM-Saison verzichtete sie auf den Levi-Slalom, musste dann wegen Magen-Darm-Problemen in den USA ins Krankenhaus und gestand später ein, früher an Depressionen gelitten zu haben.

Ende Dezember zog sie die Reißleine und verabschiedet sich für fast einen Monat vom Weltcup.

"Stärker als jemals vor einem Großereignis"

Nach einem konditionellen Neuaufbau kehrte Vonn im Jänner 2013 aber stark zurück, schon im Maribor-Riesentorlauf gelang der 28-Jährigen unmittelbar vor der WM auch der Comeback-Sieg.

"Ich habe während der Saison noch nie eine Pause gemacht. Erstmals komme ich daher gesund und ausgeruht zu einem Großevent. Ich fühle mich stärker als jemals vor einem Großereignis", hatte sich Vonn vor der Schladming-WM äußerst zuversichtlich gezeigt.

Stürze und Missgeschicke

Der in Schladming erlittene Kreuz- und Seitenbandriss ist die bisher schwerste Verletzung der Lindsey Caroline Vonn.

Dabei waren ihre Auftritte bei Großereignissen fast immer auch von wilden Stürzen oder Missgeschicken begleitet.

Schon 2005 war die damals 21-Jährige und noch Kildow heißende Vonn im Abfahrtstraining der Bormio-WM spektakulär gestürzt.

Ein Jahr später musste sie bei Olympia 2006 nach einem brutalen Trainingssturz in San Sicario mit dem Helikopter ins Turiner Krankenhaus gebracht werden.

2007 gewann Vonn in Aare ihre ersten WM-Medaillen, stürzte aber im Training und musste die Saison nach einem Kreuzband-Einriss vorzeitig beenden.

Unfall mit Champagnerflasche

Kurios verlief dann die WM 2009 in Val d'Isere.

Vonn gewann Gold im Super-G und der Abfahrt, verletzte sich dann aber an einer offenen Champagnerflasche so schwer am Daumen, dass sie nach Innsbruck geflogen und operiert werden musste.

Vor Olympia 2010 in Vancouver stürzte sie beim Slalomtraining in Österreich schwer und zog sich eine schmerzhafte Schuhrand-Prellung zu. Sie gewann danach zwar Abfahrtsgold und Bronze im Super-G, schied aber in der Kombination aus, crashte im Riesentorlauf spektakulär und brach sich dabei den kleinen Finger.

Außergewöhnlich lief es für die von einem Privatteam ihres österreichischen Kopfsponsors betreute Vonn auch 2011 bei der WM in Garmisch.

Auch damals hatte sie sich vorher bei einem Trainingssturz in Österreich eine Gehirnerschütterung zugezogen. Mit "schwindligem Kopf" nahm sie im Übergewand am Abfahrtstraining teil und gewann am Ende Silber.

US-Alpinchef am Boden zerstört

In Schladming war Vonn als Topfavoritin in den Auftakt-Super-G gegangen.

Bei ihrer wie immer angriffsfreudigen Fahrt kam die Amerikanerin nach einem Fehler beim Sprung im Mittelteil schwer zu Sturz und musste danach einmal mehr mit dem Helikopter ins Krankenhaus gebracht werden.

US-Alpinchef Patrick Riml war nach dem Aus für seine Nummer eins trotz Bronze für Julia Mancuso am Boden zerstört. "Das brauche ich nicht einmal mehr kommentieren", sagte der Tiroler.

"Gab keine Diskussionen"

"Wenn sich eine wie Lindsey verletzt, ist es immer schwierig", sagte Riml, der sich aber mit Kritik am umstrittenen Rennen zumindest offiziell zurückhielt.

"Das Rennen hat stattgefunden, mehr gibt es dazu nicht zu sagen. Es gab keine Diskussion darüber, dass es nicht stattfinden hätte sollen", meinte Riml.

Er wollte aber auch festgehalten wissen: "Ich bin nicht in der Position, eine andere Entscheidung herbeizuführen. Es war zwar von den Pistenverhältnissen her schwierig, wir sind bei solchen Bedingungen schon öfter Rennen gefahren."

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