Auf Augenhöhe mit Hirscher

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Schörghofer: Kleine Änderung mit großer Wirkung

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Da war sogar der „Ö3-Callboy“ sprachlos! Eigentlich wollte Gernot Kulis vor ein paar Tagen den Fanklub von Philipp Schörghofer aufs Glatteis führen.

Doch statt Fanklub-Leiterin Nina, die ihr Handy daheim vergessen hatte, hob beim dritten Anruf der Skifahrer himself ab.

Der ist im Privatleben nämlich mit Nina liiert. „Ich hab mir gedacht, wenn jemand drei Mal als unbekannter Teilnehmer anruft, muss es wichtig sein.“

Den Callboy sprachlos gemacht

Der Mann am Ende der anderen Leitung gab sich als Mitarbeiter des Ticket-Büros aus. „Ich habe ihm nur gesagt, dass die Nina arbeiten ist und er vielleicht nicht anonym anrufen soll, weil sonst hebt keiner ab.“

Kulis war ob des Gesprächspartners und der Reaktion so verwirrt, dass er es verabsäumte seinen Telefon-Schmäh anzubringen.

Denn eigentlich wollte er den Schörgi-Fans mitteilen, dass das mit dem Riesentorlauf nichts wird, da die Tickets an den Fanklub von Felix Neureuther vergeben wurden.

Stattdessen können man dem Fanklub Karten für die Super-Kombi der Damen anbieten. „Zum Glück war die Nina nicht da, weil sonst hätte es einen Aufstand gegeben“, lacht der Salzburger im Gespräch mit LAOLA1.

20 Trainingstage seit Adelboden

Auch auf der Rennstrecke ist das Lachen wieder zurückgekehrt. Der Grund ist beim Skischuh zu finden. Schörghofers Servicemann hat eine kleine Änderung vorgenommen – mit großer Wirkung.

Plötzlich fühlt sich das Skifahren wieder gut an. „Es ist jetzt wieder ein richtig cooles Gefühl, funktioniert richtig gut.“

20 Trainingstage hat der 30-Jährige seit Adelboden gehabt Zum Vergleich: Marcel Hirscher kam gerade einmal auf deren drei mit Riesentorlauf-Schwerpunkt.

„Ich hatte aber auch Nachholbedarf, deshalb war das Motto: Skifahren, Skifahren, noch mehr Skifahren!“

Kein Unterschied zum Vorjahr

Im Training war „Schörgi“ teilweise schneller als der große ÖSV-Hoffnungsträger. „Marcel ist natürlich ein super Gradmesser. Leider haben wir in diesem Winter nicht so fot miteinander trainiert.“

Abgeschaut hat er sich vom zur Zeit schnellsten Skifahrer der Welt nichts, auch nicht von Ted Ligety, dem zweiten Maßstab im Riesentorlauf.

„Man kann das nicht kopieren, was die beiden machen.“

Immerhin: Im Vergleich zum Vorjahr, wo noch mit dem alten Material gefahren wurde, sieht der Salzburger beim Video-Studium kaum noch Unterschiede.

„Das Timing ist jetzt anders, man muss den Schwung runder fahren und zur richtigen Zeit ansetzen. Nur dann ist es schnell.“

Blick auf Bronze von 2011

Wie schnell er am Freitag im Riesentorlauf (ab 10 Uhr LIVE bei LAOLA1) sein kann, weiß er nicht. „Wenn man nach den Ergebnissen in dieser Saison geht, bin ich Außenseiter. Aber ich weiß, was ich kann und was möglich ist. Deshalb traue ich mir alles zu!“

Vor der Anreise nach Schladming hat er noch einmal einen Blick in seinen Trophäenschrank und also auf die Bronze-Medaille von Garmisch 2011 geworfen.

„Aber ich habe sie daheim gelassen, weil ich hoffe schon, dass ich noch eine mitnehme.“

Sollte es am Ende nicht mit einer Medaille klappen, wäre das aber auch kein Beinbruch für den Team-Weltmeister von Schladming.

Denn Philipp Schörghofer denkt langfristig: „Ich weiß nicht, was am Ende rausschaut, aber ich weiß, dass ich wieder um die vordersten Plätze mitfahren kann. Und das Leben geht ja auch nach der Weltmeisterschaft weiter.“

 

 

Stephan Schwabl

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