LAOLA1-Analyse der Abfahrts-Saison 2014/15

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Die Saison in Zahlen

Kein Podestplatz in den ersten drei Saisonabfahrten - zum Teil schwere Niederlagen. Und lautstarkes Murren von ehemaligen Abfahrtsstars.

Viele hielten die Aussage der ÖSV-Trainerriege, den Abfahrern fehle es nach durchwachsenem Sommer-Training nur an Kilometern, für billige Ausreden.

Am Ende der Saison sieht das Bild ganz anders aus. Mit einem ausgezeichneten Finish sorgen Reichelt und Co. für die beste Saison der letzten Jahre.

Mannschaftlich kann die Vormachtstellung damit untermauert werden. Der Wermutstropfen ist das verpasste Abfahrts-Kristall: Zum dritten Mal in Folge geht die kleine Kugel an Norwegen. Österreich durfte zuletzt 2011/12 durch Klaus Kröll jubeln.

Legende: 1...Bester ÖSV-Läufer, 2...ÖSV-Herren in den Punkterängen 3...ÖSV-Punkte, 4...Punkteschnitt ÖSV-Läufer in den Top 30, 5...Punkteschnitt aller gestarteten ÖSV-Läufer

Rennen

Sieger

1

2

3

4

5

L. Louise

Jansrud

  1. Reichelt

6

98

16,33

10,89

B. Creek

Jansrud

  1. Franz

6

131

21,83

14,56

Gröden

Nyman

  1. Mayer

6

115

19,17

12,78

S. Caterina

Ganong

  1. Mayer

7

235

33,57

26,11

Wengen

Reichelt

7

177

25,29

19,67

Kitzbühel

Jansrud

  1. Streitberger

8

158

19,57

17,56

Saalbach

Mayer

7

315

45,00

35,00

Garmisch

Reichelt

7

340

48,57

37,78

Kvitfjell

Reichelt

8

236

29,50

26,22

Meribel

Jansrud

  1. Streitberger

6

186

31,00

23,25

Schnitt

1991

29,28

22,37

(199,1)

Nationencup Abfahrt 2014/15:

07/08

08/09

09/10

10/11

11/12

12/13

13/14

14/15

Schnitt ÖSV pro Rennen

176,18

145,11

122,38

189,78

172,18

198,36

175,88

199,1

Schnitt ÖSV pro Athlet

23,63

27,21

25,10

37,95

29,14

27,84

25,33

29,28

Durch. Sieg-Vorsprung

0,30

0,22

0,32

0,21

0,25

0,25

0,16

0,18

Auch wenn es zu Saisonbeginn zunächst ganz anders aussah, behaupten Österreichs Abfahrer ihre Nummer-1-Position klar - können diese sogar ausbauen.

Der Zuwachs von 408 Punkten ist jedenfalls nicht nur auf die höhere Anzahl an Saisonabfahrten (zehn statt neun) zurückzuführen.

Zweiter großer Gewinner im Nationencup ist die Schweiz. Die Eidgenossen sammeln um 479 Punkte mehr als in den Abfahrten 2013/14 und erobern damit die Rolle der "Kronprinzen" zurück.

Norwegen spürt den Ausfall von Aksel Svindal und rutscht von Rang zwei auf fünf zurück. 605 der 627 Punkte gehen dabei auf das Konto von Kjetil Jansrud.

Ein netter Fact: Die beiden Top-Abfahrer dieser Saison begegnen sich bei einer Siegerehrung erstmals beim Finale. Jansrud (5 Podestplätze) und Reichelt (4) stehen bei keiner Saison-Abfahrt gemeinsam am Siegerpodest - erst bei der Kugel-Übergabe in Meribel.

Nation

13/14

14/15

Diff

1.

Österreich

1.583

1.991

+408

2.

Schweiz

793

1.272

+479

3.

Italien

894

941

+47

4.

Frankreich

735

879

+144

5.

USA

759

803

+44

6.

Norwegen

917

627

-290

7.

Kanada

643

293

-350

8.

Deutschland

47

193

+146

Die Abfahrts-Saison 2014/15 hat aus rot-weiß-roter Sicht zwei Gesichter.

Nach schwachem Saisonstart kommen Reichelt und Co. rund um den Jahreswechsel in Schuss und sorgen mit einem fulminanten Saison-Finish für eine Top-Saison.

Mit vier Saisonsiegen ist Österreich (gemeinsam mit Norwegen) die Top-Nation in der Abfahrt. Der Punkteschnitt kann wieder deutlich - auf 199 Punkte pro Rennen - gesteigert werden. Es ist dies der beste Schnitt der letzten neun Saisonen.

Die Top-Ergebnisse fährt das Puelacher-Team in den Abfahrten nach der WM ein. Der Dreifachsieg bei der Heimabfahrt in Saalbach-Hinterglemm wird in Garmisch-Partenkirchen mannschaftlich nochmal getoppt - die Punkteausbeute von 340 Punkten ist ein absoluter Spitzenwert.

"Medaillenspiegel" der Abfahrts-Saison:

Auch in dieser Wertung hat der ÖSV - dank des starken Schlussspurts - die Nase vorne.

Drei der vier Siege werden nach der WM eingefahren. Bei den Podestplätzen schaffen Reichelt und Co. nach der WM acht - davor reichte es nur zu zwei.

Norwegen - oder genauer gesagt Kjetil Jansrud - ist mit 4 Siegen die Nummer 2. Während Norwegen eine "One-Man-Show" abliefert, ist der ÖSV breit aufgestellt. Fünf Fahrer schaffen es in dieser Saison zumindest ein Mal aufs Sieger-Podest einer Abfahrt.

Wo es Gewinner gibt, gibt es natürlich auch Verlierer. In diese Kategorie fällt Italien. 2012/13 mit fünf Siegen noch die klare Nummer 1, steht in dieser Saison der "Nuller" in der Siegspalte.

Nation

1.

2.

3.

Ges

1.

Österreich

4

3

3

10

2.

Norwegen

4

1

0

5

3.

USA

2

0

1

3

4.

Schweiz

0

3

1

4

5.

Kanada

0

2

0

2

6.

Italien

0

1

3

4

7.

Frankreich

0

1

1

2

Sieg-Vorsprünge:

Nation

Siege 13/14

Siege 14/15

Podest 13/14

Podest 14/15

1.

Österreich

3

4

8

10

2.

Norwegen

3

4

6

5

3.

USA

0

2

3

3

4.

Italien

1

0

3

4

.

Schweiz

1

0

1

4

5.

Frankreich

0

0

3

2

.

Kanada

2

0

3

2

Klare Siege sind Mangelware. Auch, weil einige Abfahrten (Kitzbühel, Garmisch) wetterbedingt auf zum Teil deutlich verkürzten Strecken gefahren werden müssen.

Den klarsten Sieg feiert Kjetil Jansrud: In Beaver Creek lässt er Dominik Paris um 0,54 Sekunden hinter sich.

Hannes Reichelt gewinnt hingegen in Garmisch-Partenkirchen mit dem Minimalvorsprung von 0,01 Sekunden.

Im Schnitt beträgt der Siegvorsprung in dieser Saison 0,18 Sekunden - und damit um 2 Hundertstel mehr als 2014/15.

Ort

Zeitabstand

Sieger-Duo

Lake Louise

+0,14

Jansrud vor Osborne/Fayed

Beaver Creek

+0,54

Jansrud vor Paris

Gröden

+0,31

Nyman vor Jansrud

Santa Caterina

+0,09

Ganong vor Mayer

Wengen

+0,12

Reichelt vor Feuz

Kitzbühel

+0,02

Jansrud vor Paris

Saalbach

+0,02

Mayer vor Franz

Garmisch

+0,01

Reichelt vor Baumann

Kvitfjell

+0,30

Reichelt vor Osborne-Paradies

Meribel

+0,24

Jansrud vor Defago

Schnitt

0,18

Marken-Weltcup:

Genug von knappen Entscheidungen. Im Marken-Weltcup sind die Fronten klar - Head ist die uneingeschränkte Nummer 1.

Die Ausbeute fällt zwar um 140 Punkte geringer aus als noch 2013/14, allerdings muss Head die gesamte Saison über mit Aksel Svindal und Bode Miller auch zwei der Zugpferde vorgeben.

Auf Rang zwei liegt - auch mit einem Minus - Salomon.

Deutliche Zugewinne verbuchen in dieser Wertung Nordica und Fischer - allerdings lag der Vergleichswerte auch auf niedrigstem Niveau, bei Fischer sogar bei null.

Philipp Bachtik

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