Hirscher neuer "Slalom-König"

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Triumph in Zagreb! Hirscher feiert Sieg-Hattrick

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Marcel Hirscher hat seine Triple-Mission in Zagreb perfekt erfüllt.

Der Salzburger gewann am Dienstag den Slalom auf dem Sljeme zum dritten Mal in Folge, holte sich damit in Kroatien die Weltcup-Führung zurück und machte sich mit nunmehr 15 Erfolgen zum erfolgreichsten österreichischen Slalomfahrer aller Zeiten.

Platz zwei ging an Felix Neureuther, Dritter wurde der Norweger Sebastian Solevaag.

Ausscheidungsrennen am "Eislaufplatz"

Wie schon bei den Damen entwickelte sich auch der Herrenslalom unter Flutlicht angesichts der eisigen Verhältnisse zu einem beinharten Ausscheidungsderby.

Wie zwei Tage davor schieden auf dem Zagreber "Eislaufplatz" in der Entscheidung gleich acht Läufer aus.

Darunter auch der zur Halbzeit sensationell drittplatzierte Amerikaner David Chodounsky, der in Gedenken an seine am Vortag in Sölden in einer Lawine ums Leben gekommenen US-Teamkollegen entfesselt ans Werk gegangen war.

Basis im 1. Lauf

Hirscher hatte am Vorabend bei der öffentlichen Startnummernauslosung gleich zwei Mal antreten müssen, um sich die eins zu sichern.

Damit legte der Weltmeister in Lauf eins aber mit einem Vorsprung von 0,77 Sek. auf den Schweden Mattias Hargin gleich einen Respektabstand zwischen sich und den Rest des Feldes. Und das trotz eines Fehlers bei der Einfahrt in den Steilhang.

Im Finale souverän

Als es vor 15.000 Zuschauern, die vor allem gekommen waren um Lokalmatador Ivica Kostelic bei seinem womöglich letzten Heimauftritt zu beobachten, um den Sieg ging, ließ Hirscher nichts mehr anbrennen.

Die viertbeste Zeit genügte dem 25-Jährigen, um 0,81 Sekunden vor Neureuther seinen insgesamt 28. Weltcupsieg einzufahren.

Österreichs Nummer 1

Mit dem 15. im Slalom überholte er zudem Benjamin Raich und Mario Matt und ist nun als rot-weiß-rote Nummer eins im Slalom gleichauf mit Kostelic auf Platz vier der ewigen Rangliste zu finden.

Zwei Slalom-Triplepacks hatte vor dem Österreicher bis dahin nur der große Ingemar Stenmark geschafft.

Hirscher bedankt sich

Während Neureuther gratulierte ("Marcel war heute in einer eigenen Liga"), freute und bedankte sich Hirscher.

"Für diesen Sieg haben mehrere Leute einen großen Beitrag geleistet." Platz sieben in Italien habe ihn sehr geärgert, bekräftigte der Annaberger.

"Ich gebe natürlich immer alles, wenn ich merke, ich verliere mein Standing. Nach dem letzten Rennen habe ich schon blöd dreingeschaut."

"Will weiterhungrig bleiben"

Dass er nun Österreichs Slalom-Rekordhalter ist, dürfe man nicht überbewerten.

"Für mich ist das natürlich eine Riesenfreude. Aber ich möchte dem Ganzen nicht so viel Bedeutung geben. Ich will weiter hungrig bleiben und es mir nicht zu bequem machen."

Gesamtweltcup-Führung zurück

Mit seinem fünften Saisonsieg holte sich Hirscher zudem mit 52 Punkten Vorsprung auf den Norweger Kjetil Jansrud die Führung im Gesamtweltcup zurück.

Der Jänner mit seinen insgesamt fünf Slaloms ist für Hirschers möglichen vierten Gesamtsieg in Folge vermutlich entscheidend. In der Slalomwertung fehlen Hirscher nur noch vier Punkte auf den führenden Neureuther.

Rest des Teams enttäuscht

Hirscher verhinderte mit seinem Comeback-Triumph ein Debakel der ÖSV-Slalomtruppe. Neben dem Salzburger kamen nur noch Benjamin Raich als 15. sowie Wolfgang Hörl ins 30er-Finale.

Dort schied Raich schon nach wenigen Fahrsekunden aus, Hörl wurde mit 4,31 Sekunden Rückstand Gesamt-19.

Hirscher freut sich mit Freund Walkner

Hirscher hingegen bekam am Dreikönigstag, an dem sein Freund und Motocross-Trainingspartner Matthias Walkner erstmals eine Etappe bei der Dakar-Rallye gewann ("Ich habe es in der Pause mitbekommen, wir haben voll durchgedreht, geschrien und gejubelt. Er ist ein so ein wilder Hund"), neben 41.000 Euro Preisgeld zum dritten Mal die Krone aufgesetzt und den Königsmantel angezogen. Da waren Mario Matt und Co. schon auf dem Heimweg.

Der Slalom-Olympiasieger war wie Reinfried Herbst schon im ersten Lauf ausgefallen. Die vierte Nullnummer im vierten Saisonslalom machte den Tiroler sehr nachdenklich. "Die Geschichte wird schön langsam mühsam", meinte der 34-Jährige.

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