Vonn und Fenninger in eigener Liga

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Weltcup-Rekordsiegerin Lindsey Vonn und Olympiasiegerin Anna Fenninger haben am Sonntag den Weltcup-Super-G in St. Moritz klar dominiert.

Die 30-jährige US-Amerikanerin setzte sich im letzten Damen-Rennen vor der WM in Vail/Beaver Creek 0,24 Sekunden vor der Salzburgin durch. Dritte wurde die Tirolerin Nicole Hosp, die bereits 1,10 Sekunden Rückstand auf Triumphatorin Vonn hatte.

Tolles Team-Ergebnis

"Wahnsinn, die zwei haben es genau auf den Punkt erwischt", lautete der fast schon demütige Kommentar von Hosp zu den Vorstellungen der beiden Topfahrerinnen.

Cornelia Hütter (1,55) und Nicole Schmidhofer (1,80) auf den Rängen fünf und sechs sowie Regina Sterz (1,99) auf dem achten Platz komplettierten das tolle Ergebnis von Österreichs Ski-Damen auf dem von ÖSV-Speed-Gruppentrainer Roland Assinger gesetzten Kurs.

24 Ausfälle

Dieser hatte seine Tücken, wie insgesamt 24 Ausfälle bewiesen. Vor allem der Schlusshang hatte es in sich. Dort begingen auch Weltcup-Spitzenreiterin Tina Maze und die steirische Ex-Weltmeisterin Elisabeth Görgl Torfehler unmittelbar vor dem Ziel.

Die Schweizerin Lara Gut, die am Vortag in ihrer Heimat die Abfahrt vor Fenninger gewonnen hatte, scheiterte dagegen im Mittelteil, wo sie am Innenski wegrutschte und im Sicherheitsnetz landete. Bis auf eine blutige Nase blieb Gut aber unverletzt.

"Es war eine schwierige Kurssetzung mit vielen Wellen. Man musste aktiv und aggressiv fahren, aber auch mit Taktik, wie man an den vielen Ausfällen sieht", erklärte Vonn, die nun bei 64 Weltcup-Erfolgen - davon 22 im Super-G - hält.

Vonn "am Limit"

"Ich war am Limit wie gestern, aber heute hat es gepasst", erinnerte sie an ihren 23. Platz am Vortag in der Abfahrt nach einem "Steher". "Nur unten habe ich ein paar kleine Fehler gemacht, aber sonst war es okay."

Aus diesem Grund holte Fenninger, die bei der ersten Zwischenzeit noch eine Hundertstelsekunde vor Vonn gelegen war, dann aber bis zur zweiten 0,49 Sekunden verloren hatte, im Finish noch auf.

"Das war eine gute Fahrt, ich bin sehr zufrieden. Der Schnee war stumpf und langsam, deswegen musste man von oben bis unten pushen", betonte Österreichs Sportlerin des Jahres 2014.

Fenninger holt im Gesamtweltcup auf

Mit ihren beiden zweiten Plätzen in St. Moritz holte Fenninger in der Gesamtwertung gehörig auf. Die Titelverteidigerin fährt mit 184 Punkten Rückstand auf Spitzenreiterin Maze zur WM.

Vonn verbesserte sich mit ihrem fünften Saisonsieg auf Platz drei, ihr fehlen 339 Zähler auf die Slowenin. Dafür führt die Amerikanerin nun die Super-G-Wertung acht Punkte vor Fenninger an.

Hosp dürfte nach Platz drei neben Fenninger, Görgl und Hütter Österreichs WM-Team im Super-G komplettieren. "Hier am Podium zu stehen, ist wunderschön", frohlockte die 31-Jährige.

Hosp hat WM-Ticket in der Tasche

"Ich denke, mit dieser Leistung habe ich das WM-Ticket in der Tasche. Und ich hoffe, dass ich im nächsten Super-G mit den beiden (Vonn und Fenninger, Anm.) mithalten kann", lautete die Kampfansage von Hosp für den Saison-Höhepunkt.

Hütter vergab einen Podestplatz im oberen Teil. "Da habe ich etwas zu viel riskiert und einen Schwung nicht so erwischt. Deswegen konnte ich das Tempo nicht so mitnehmen", erläuterte die 22-jährige Steirerin.

Schmidhofer nahm dagegen im unteren Teil bewusst Tempo raus, "mit dem Hintergedanken, ins Ziel zu kommen", verriet die 25-Jährige. Trotzdem war Schmidhofer zufrieden. "Ich habe halbwegs gezeigt, was ich kann."

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