Hirscher bei Ligety-Show am Podest

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Auch bei den Herren hat der Weltmeister den Söldener Auftakt-Riesentorlauf gewonnen.

Trotz erneut grenzwertigem Wetter lieferte US-Star Ted Ligety am Sonntag eine weitere Machtdemonstration ab und siegte unfassbare 2,75 Sekunden vor dem Südtiroler Manfred Mölgg.

Und schon bittere 3,12 vor Weltcup-Titelverteidiger Marcel Hirscher, der als bester Österreicher Dritter wurde und sich prompt vor dem Sieger verneigte.

In eigener Liga

Für Vorjahres-Sieger Ligety war es der zwölfte (RTL-) Weltcup-Sieg, womit ausgerechnet der heftigste Kritiker der neuen Riesentorlauf-Ski einmal mehr in Sölden in einer eigene Liga fuhr.

Zum fünften Mal in Folge kam der Sölden-Spezialist damit auf dem Rettenbachferner auf das Podest. Seine Plätze seit 2007: 2 - 3 - 2-1 - 1.

Wetter beeinflusst Rennen

Die Durchführung des Herrenrennens war noch grenzwertiger als jenes der Damen am Samstag.

Sonntagfrüh war es nach andauerndem Schneefall so schlimm, dass für eine Stunde sogar die Gletscherstraße gesperrt war, womit viele der 12.000 Fans zu Fuß den Gletscher erklimmen mussten.

Selbst ÖSV-Präsident Schröcksnadel kam deshalb zu spät.

Schörghofer als Schneepflug

Er verpasste den ersten Wirbel des Tages. Denn obwohl sich am Start Sonnenschein abzeichnete, schickte man den ersten Läufer pünktlich um 9.30 auf die Piste, obwohl noch Nebel und Schneefall dominierten.

Bitter für Philipp Schörghofer, der mit Nummer eins zum "Schneepflug" degradiert wurde. Der Salzburger musste im flachen Schlussteil sogar antauchen, war mit 4,49 Sekunden Rückstand als 52. chancenlos auf die Qualifikation und ärgerte sich dementsprechend.

Ligety hat den Durchblick

Nur zehn Minuten später schien die Sonne, zu spät für die meisten Topfahrer wie auch Hirscher.

Aber schon da hatte Ligety als Zweiter hinter dem Franzosen Thomas Fanara seine Klasse gezeigt.

Und obwohl im Finale wieder wahres Katastrophen-Wetter herrschte, wurde auch am Sonntag der zweite Lauf durchgepeitscht.

ÖSV mit Schadensbegrenzung

Mit dem bekannten Ergebnis, wobei Ligety abermals bei schlechtesten Bedingungen überzeugte.

Immerhin: Dank verändertem Schuh-Setup brachte der ÖSV mit Hirscher noch einen Läufer auf das Podest, während Romed Baumann von Platz fünf auf Rang 20 abstürzte und Benjamin Raich (8.) auch im elften Sölden-Anlauf keinen Podestplatz schaffte.

Reichelt zweitbester Österreicher

Hannes Reichelt rettete als zweitbester ÖSV-Fahrer noch Rang sechs.

"Es war ein wilder Ritt, die Sicht war gleich Null. Deshalb bin ich in erster Linie froh, gesund im Ziel zu sein", gestand der Routinier.

Nicht nur ÖSV-Herrenchef Mathias Berthold hinterfragte die Regularität des Rennens. "Man hat es knallhart durchgedrückt. Wir sind Gott sei Dank mit einem blauen Auge davongekommen."

Ligety staunt selbst

"Ich hätte nicht gedacht, dass das heute möglich ist", staunte Ligety über sich selbst.

In beiden Durchgängen hatte der Amerikaner denkbar schlechte Bedingungen gehabt, dennoch deklassierte er den Rest der Welt mit dem siebentgrößten RTL-Vorsprung der Geschichte.

"Rückstand ist pervers"

Hirscher katapultierte sich mit drittbester Laufbestzeit noch vom neunten auf den dritten Platz und toppte damit ein passables ÖSV-Ergebnis mit drei Läufern in den Top-Acht.

Der Salzburger war aber angesichts seines Abstandes fassungslos. "Meine Position ist super, aber der Rückstand ist schon fast pervers", sagte der Riesentorlauf-Weltcupsieger aus Salzburg.

"Es gibt nur eine Weltspitze"

"Es gibt nur eine Weltspitze und die heißt Ligety, dann kommt der Rest der Welt", verneigte sich der 23-Jährige auch verbal.

"Man fragt sich eigentlich, ob Ted noch mit den alten Ski fährt. Das ist so eine Watschn, dass du es normalerweise gleich lassen musst", ergänzte Hirscher, dem bewusst ist: "Auf uns wartet noch viel Arbeit."

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