Ligety-Style! Hirscher triumphiert in Sölden

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Ski-Feiertag am National-Feiertag!

Nach neun Jahren hat Marcel Hirscher Österreichs Ski-Fans erlöst. Der Weltcup-Gesamtsieger gewann nach einer Sensations-Vorstellung den Auftakt-Riesentorlauf in Tirol mit 1,58 Sek. Vorsprung auf den Deutschen Fritz Dopfer sowie 2,06 auf den Franzosen Alexis Pinturault.

Während Top-Favorit Ted Ligety nur Zehnter wurde, verpasste Benjamin Raich als Vierter das Podest um eine Hundertstel.

"Mr. Sölden" patzt

15.000 Fans waren bei Kaiserwetter aus dem Häuschen, als Hirscher am österreichischen Nationalfeiertag zu seinem 24. Weltcupsieg raste.

Der Salzburger hatte schon als Halbzeitführender überrascht, nachdem er trotz eines groben Fehlers Ligety um 19 Hundertstel hinter sich gelassen hatte.

Im Finale patzte der US-Amerikaner beim Versuch, als erster Fahrer Sölden vier Mal in Folge zu gewinnen, aber entscheidend. Nach einem Fehler vor dem Flachen wurde der US-Olympiasieger sogar nur Zehnter.

 

Jahr

Sieger      

Bester Österreicher

Rückstand

2005

Maier

       

2007

Svindal   

Raich (4.)   

0,66

2008

Albrecht   

Raich (4.)   

1,3

2009

Cuche   

Raich (5.)   

1,45

2011

Ligety   

Schörghofer (3.)   

0,51

2012

Ligety   

Hirscher (3.)   

3,12

2013

Ligety   

Hirscher (3.)   

1,02

2014

Hirscher

Eindrucksvolle Vorstellung

Hirscher hingegen fuhr auch in der Entscheidung souverän und holte mit seinem allerersten Triumph auf dem Rettenbachferner auch seinen zehnten Riesentorlauf-Sieg überhaupt.

Einen Tag nach dem Sieg für Anna Fenninger startete damit auch der 25-jährige Salzburger nicht nur perfekt in seine Titelverteidigung, sondern beendete auch zwei Serien.

Nach neun Jahren (Hermann Maier 2005) ging die Sieglosigkeit der ÖSV-Herren in Sölden zu Ende, erstmals seit 2002 (Nicole Hosp und Stephan Eberharter) standen Österreicher beim Gletscher-Heimauftakt in beiden Rennen ganz oben.

"Hab's nicht glauben können"

"Ich hab's nicht glauben können im Ziel", gestand ein überglücklicher Hirscher nach dem Rennen. Der Weltcup-Titelverteidiger war vor dem Rennen extrem nervös gewesen, erst nach Bestzeit in Lauf eins hatte er sich entspannt gezeigt.

Dank neuer Ski und spezieller Bindungsplatte für unruhige Verhältnisse fuhr der Annaberger, der über den Sommer deutlich Muskelmasse aufgebaut hat, in Sölden erstmals auch im flachen Streckenteil auf und gewann.

Allerdings nicht vor Ligety, sondern Dopfer, dessen Coach den unrhythmischen zweiten auf den Athleten abgestimmten Lauf gesetzt hatte.

"Bisher ist mir Sölden nicht entgegen gekommen", freute sich der in Innsbruck geborene Fahrer, der es als erster deutscher Herr auf das Sölden-Podest schaffte.

"Schon lange nicht mehr so anstrengend"

Bei Hirscher war die Erleichterung unübersehbar. "Es ist einfach nur cool", sagte der Annaberger, der hier vor zwei Jahren von Ligety noch um dreieinhalb Sekunden distanziert worden war. Diesmal blieb der Amerikaner über drei Sekunden zurück.

Mit seiner Machtdemonstration am Nationalfeiertag drehte Hirscher erstmals den Spieß um und übernahm sechs Monate nach seinem Finalerfolg im Lenzerheide-Slalom sofort wieder das rote Trikot des Gesamtführenden.

Besser hätte der Start in den Versuch, als erster männlicher Skifahrer die große Kristallkugel vier Mal in Folge zu gewinnen, nicht beginnen können.

"Es war schon lange nicht mehr so anstrengend, ich weiß gar nicht, wo genau ich eigentlich schnell war", sagte Hirscher nach seinem Triumph auf dem Gletscher.

"Gott sei Dank schieben die Ski brutal an, da geht echt die Post ab. Das Ganze ist richtig schräg. Ich bin echt befreit, jetzt habe ich eine echte Gaude", sprudelte es aus dem Österreicher heraus.

Raich schrammt am Podest vorbei

Nur vier Österreicher kamen beim ersten Rennen mit Andreas Puelacher als neuem Herren-Cheftrainer ins 30er-Finale, als drittbester schaffte der Tiroler Christoph Nösig ein Jahr nach seinem Kreuzbandriss als 19. ein gutes Comeback. Philipp Schörghofer hingegen kam über Platz 25 nicht hinaus.

Knappest möglich scheiterte Benjamin Raich bei seinem 14. Versuch, in Sölden auf das Podest zu kommen. Um sage und schreibe eine Hundertstelsekunde verpasste der 36-jährige Tiroler Platz drei und wurde stattdessen zum bereits vierten Mal nach 2005, 2007 und 2008 Vierter.

"Natürlich wäre es möglich gewesen, eine Hundertstel schneller zu fahren. Aber das hier ist nun mal nicht einer meiner Lieblingshänge, es war trotzdem ein sehr schöner Tag", sagte der faire Pitztaler.

Ende der ÖSV-Dursstrecke in Sölden:

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