Hirscher stark, aber Kristoffersen stärker

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Die Slalom-Saison 2014/15 startet mit einer packenden Show in Levi.

Zur Halbzeit hat noch Marcel Hirscher die Nase vorne, im Finale beißt sich der dreifache Gesamtweltcupsieger aber an einem entfesselten Henrik Kristoffersen die Zähne aus.

Hirscher schrammt um 0,12 Sekunden an seinem 25. Weltcupsieg vorbei. Das Duo ist eine Klasse für sich - Felix Neureuther fehlen als Drittem bereits 1,32 Sekunden.

"Es war ein Superfight"

Der 25-jährige Hirscher konnte die Halbzeitführung knapp nicht verteidigen, nach einem Superlauf von Kristoffersen im Finale war er stark gefordert.

"Ich bin superhappy", sagte der Verteidiger der kleinen Kristallkugel für die Slalom-Saisonwertung.

"Es war ein Superfight mit Henrik! Ich habe schon auch einen guten Lauf erwischt, der Bursche muss brutal gut gefahren sein. Aber alles in allem ist es ein gutes Zeichen. Ich glaube schon, dass wir bei der Musi dabei sind", sagte er nach dem knapp verpassten Jubiläumssieg Nummer 25.

Hirscher reist nach dem Triumph im Sölden-Riesentorlauf und Platz zwei in Levi nun mit 180 Punkten auf dem Konto als Weltcupführender zu den nächsten Rennen nach Übersee, gefolgt vom Deutschen Fritz Dopfer (120/in Levi Sechster), Kristoffersen (100) und Raich (66).

ÖSV-Team enttäuscht

Raich kam auf Platz 15, er hatte das eine oder andere Mal den Schwungansatz nicht genau getroffen und in den Steilhang hinein einen Fehler gehabt.

"Da fehlt halt dann die Zeit", meinte er. Das Abschneiden der Österreicher war mannschaftlich betrachtet enttäuschend. Bereits im ersten Durchgang Endstation war für Mario Matt Endstation gewesen.

"Klar war das nicht der Saisonauftakt, wie man sich das wünscht, das ist logisch. Aber nichtsdestotrotz muss man es abhaken und wieder weiterarbeiten. Grundsätzlich bin ich sehr schnell", sagte der Olympiasieger.

Er war eigentlich gut in den Lauf gekommen, dann allerdings eine Welle im Flachen etwas zu hart gefahren. "Da war ich schon zwei Zehntel hinten. Dann über den Übergang bin ich auf den Skischuh gekommen und weggerutscht."

Er werde nun eine Woche Skipause machen und Kondition trainieren und dann wieder auf Schnee gehen, um optimal für Val d'Isere vorbereitet zu sein.

Herbst mit Fehlern

Nur vier ÖSV-Läufer waren im zweiten Durchgang mit dabei. Wolfgang Hörl kam im Endklassement auf Platz 27. Reinfried Herbst schied aus, war aber auch zur Halbzeit nur 25. gewesen.

"Man will angreifen und attackieren, das ist da herunter ganz schwer, weil der Schnee total schnell ist. Und wenn man die Schwünge gut trifft, beschleunigt man unheimlich, und da bin ich einfach mit dem Körper nicht ganz mitgegangen, zu viel gependelt. Das hat den Fehler ausgelöst", sagte er zum Riesenpatzer im ersten Lauf.

Nicht für das Finale qualifiziert hatten sich Marc Digruber (51.), Debütant Marco Schwarz (59.) und Michael Matt (62.). Manuel Feller schied aus.



"Will der Beste werden"

Hatte Hirscher sein Rentier im Vorjahr nach seinem Papa Ferdinand "Ferdl II" getauft, so machte es Kristoffersen dem Österreicher nach.

"Ich nenne es auch wie meinen Vater. Es heißt Lars", sagte der Olympia-Dritte, der eines der seltenen ganz dunklen Tiere geschenkt bekam. Die Slowenin Tina Maze hatte als Slalomsiegerin des Vortages ihren ebenfalls erst sechs Monate alten Vierbeiner Victor genannt.

"Marcel war wirklich schnell, aber es war supertoll, ein Superrennen", war auch Kristoffersen begeistert. Er hatte auf der Schladminger Planai übrigens ebenfalls vor Hirscher und Neureuther gesiegt.

Von einem perfekten Lauf wollte er danach nicht sprechen: "Es gibt immer Dinge, die man besser machen kann. Ich will der Beste der Welt werden."

Vierter wurde überraschend sein Landsmann Sebastian-Foss Solevaag, die Norweger verfügen über ein starkes Team.

"Riesenfreude" über Rang 3

Neureuther durfte Sonntag sehr zufrieden sein, er war nach seiner Lendenwirbelentzündung erst in die Saison eingestiegen und hatte sich von Platz acht auf drei verbessert.

"Ich spüre es schon, man nimmt halt Positionen ein, die ein bisschen schonend sind. Noch habe ich mich nicht ganz überwinden können, ich versuche das im zweiten umzusetzen", sagte er zur Halbzeit, um später anzufügen.

"Ich konnte mich nochmals steigern. Ich habe eine Riesenfreude. Aber 1,3 Sekunden hinter Henrik und Marcel, das ist schon ein bisschen viel, da muss ich weiterarbeiten."

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