"Kirchi" siegt in Schild-Manier

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Kirchgassers Nerven hielten - Sieg in Kranjska Gora

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Michaela Kirchgasser hat den Bann gebrochen.

Den Ruf als "Nerverl" hat die Salzburgerin am Sonntag in Kranjska Gora wohl endgültig abgelegt.

Laufbestzeit in beiden Durchgängen bedeuteten den ersten Weltcup-Slalomsieg in ihrer Karriere sowie den zweiten Triumph nach einem Riesentorlauf vor knapp fünf Jahren in der Sierra Nevada.

Beendet wurde die Siegesserie von Marlies Schild, die die ersten fünf Saisontorläufe für sich entschieden hat.

Sie schied im ersten Lauf nach nur elf Toren aus und kam erstmals seit 11. Jänner 2011 in Flachau nicht ins Ziel.

Erstmals zur Halbzeit voran

Die 26-jährige Kirchgasser war Halbzeitführende, ein Gefühl, das sie noch nie zuvor erlebt hat.

"Total lässig! Ich habe mir das erarbeitet, das gibt mir Auftrieb und Motivation. Oben habe ich einen Fehler gehabt, unten bin ich aber gut gefahren", sagte die Filzmooserin.

"Kill the second run" hatte ihr die US-Amerikanerin Lindsey Vonn für das Finale mit auf den Weg gegeben. Und das tat Kirchgasser dann, legte auf dem eisigen und steilen Hang Podkoren erneut eine Bestzeit hin und setzte sich 0,65 Sekunden vor der Finnin Tanja Poutiainen und 1,34 vor der Slowakin Veronika Zuzulova durch.

Knieblessur perfekt ausgeheilt

9, 4, 6, 10, 3 lauteten die Platzierungen von Kirchgasser in den ersten fünf Saisontorläufen.

Sie hatte sich am 3. Jänner auf der Fahrt zu Rang drei im Nachtslalom von Zagreb eine Knochenprellung am Schienbeinkopf zugezogen, da in ihrer Zwangspause im Weltcup-Kalender nur Speedrennen aufschienen, verpasste sie aber kein technisches Rennen und schloss da an, wo sie in Kroatien aufgehört hatte.

"Ich habe recht brave Knie und muss sagen, sie folgen mir recht gut." Besonders zufrieden stimmte sie, das sie zeigen konnte, dass ihre bisherigen Leistungen keine Zufälle mehr sind.

"Ich habe Poutiainen mitgekriegt und mich dann voll konzentriert, so zu fahren wie im Training. Nicht mehr und nicht weniger. Cool!"

ÖSV-Trio prescht nach vorne

Große Sprünge im Klassement nach vorne machten Kathrin Zettel (von 17 auf 5), Nicole Hosp (12 auf 6) und Bernadette Schild (23 auf 12). Zettel hatte im ersten Durchgang doppeltes Pech.

Zum einen passte die Materialabstimmung nicht, sodass sie auf der glatten Piste keine Chance zu attackieren hatte, zum anderen rutschte eine aus der Verankerung gerissene Torstange parallel zur Läuferin den Hang runter.

"Ich habe sie aus dem Augenwinkel immer gesehen. Wenn du auf die Stange kommst, bist du weg. Aber es war auch so keine gute Fahrt." Anders im Finale, wo sie mit anderer Skipräparierung hinter Kirchgasser die zweitbeste Laufzeit aufstellte und "sehr happy" war.

Hosp: "Das war extrem wichtig für mich"

Hosp fiel "ein Felsbrocken" vom Herzen, die zahlreichen Ausfälle in dieser Saison, darunter auch jener am Samstag im Riesentorlauf, hatten ihr schwer zu schaffen gemacht.

"Das war heute extrem wichtig für mich. Ich hatte eine so gute Saisonvorbereitung und dann ist es bisher so zäh gelaufen."

Ein Strahlen im Gesicht hatte auch Bernadette Schild, die sich im ersten Lauf noch vom Eis einschüchtern hat lassen, im Finale aber aufgedreht hat. Schwester Marlies war zum Daumendrücken geblieben, wie sie berichtete.

Marlies Schild hatte eine Passage falsch eingeschätzt, sie war zu schnell zum zwölften Tor gekommen und hatte keine Chance mehr, zu reagieren.

"Dadurch, dass die Tore oben relativ gerade gesetzt waren, ich sie perfekt erwischt habe und voll auf Zug gefahren bin, bin ich so schnell geworden, dass ich keine Richtung mehr machen konnte. Das war zu viel des Guten."

Die Salzburgerin wird am Dienstag beim Herren-Slalom in Schladming als Vorläuferin im Einsatz sein und will dabei schon etwas "WM-Luft" schnuppern.

Vonn und Schild weiter klar voran

Eva-Maria Brem (33.) und Alexandra Daum (39.) hatten die Qualifikation für den zweiten Durchgang nicht geschafft, Carmen Thalmann schied im Finale aus.

Im Gesamtweltcup liegt Vonn mit 970 Punkten vor der Slowenin Tina Maze (688) und den Österreicherinnen Marlies Schild (548) und Elisabeth Görgl (516).

Im Slalom liegt Marlies Schild (500) vor Maze (337) und Kirchgasser (305).

Maze verpasste vor großer Zuschauerkulisse und unter den lautstarken Anfeuerungsrufen des begeisterten Publikums bei ihren Heimrennen den Sprung auf das Podest, im Riesentorlauf war sie Fünfte geworden, im Slalom Vierte.

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