Sieg über "Unbezwingbaren"

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Hirscher biegt Ligety und sorgt für 1. ÖSV-Sieg

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Im sechsten Anlauf durften Österreichs Herren endlich richtig jubeln. Marcel Hirscher sorgte für den ersten Saisonsieg.

Der 22-jährige Salzburger gewann am Sonntag nach einem mitreißenden Derby den Riesentorlauf in Beaver Creek 0,16 Sekunden vor dem zur Halbzeit noch führenden US-Weltmeister und Vorjahressieger Ted Ligety.

Auf Platz drei landete sensationell der für Deutschland startende gebürtige Österreicher Fritz Dopfer.

Hirscher überrascht im Flachen

Beaver Creek präsentierte sich am Sonntag nach nächtlichem Schneefall als "Winterwonderland".

Und auch Hirscher sorgte am Ende für ein kleines Wunder, rechnet er sich doch auf dem nicht so steilen Kurs in Colorado traditionell relativ wenig aus.

Im Vorjahr dennoch schon überraschter Dritter, ließ der Salzburger im erst zweiten Rennen nach seiner Verletzung und Comeback die komplette Konkurrenz hinter sich.

Mit Laufbestzeit zum Sieg

Dabei hatte er sich nach Lauf eins noch wie die meisten Konkurrenten wegen der extremen Belastung auf fast 3.000 m Seehöhe gewunden wie ein Aal.

"Ich bin blau gegangen", stammelte der Salzburger im Ziel des extrem langen und kräfteraubenden Kurses.

Auf jenem seines Trainers Andreas Puelacher machte er dann mit Bestzeit seinen vierten Weltcupsieg perfekt.

Harte Arbeit macht sich bezahlt

"Vor drei, vier Jahren bin ich nicht so gerne nach Amerika gefahren. Aber jetzt hat sich das harte Arbeiten wirklich ausgezahlt", fand Hirscher eine erste Erklärung, warum es für ihn auf dem nordamerikanischen Schnee plötzlich so gut läuft.

"Wir haben viel gemacht im flachen Gelände und super trainiert in den letzten zwei Wochen", erklärte der steile Hänge liebende Technik-Spezialist.

Sieg über den "Unbezwingbaren"

Damit habe er jetzt schon sein Soll erfüllt, so Hirscher. "Den als unbezwingbar geglaubten Ted Ligety im zweiten Rennen zu besiegen, ist voll super. Damit sind endlich die blöden Fragen weg."

Er habe sich gewünscht, gleich wieder den Anschluss zu finden. "Ich bin extrem froh, dass es so schnell gegangen ist und ich dort bin, wo ich aufgehört habe."

Schörghofer hadert mit Abstimmung

Philipp Schörghofer belegte als zweitbester Österreicher Rang sieben und haderte mit der Abstimmung.

"Oben gut, unten nicht. Ich war nicht gut abgestimmt. Mir hat es unten immer wieder den Ski gerupft", meint der Sölden-Dritte, der am Dienstag auf Besserung hofft.

Raich stürzt am Podest vorbei

Zumindest zweitbester ÖSV-Fahrer wäre an diesem Tag wohl Benjamin Raich gewesen, wäre der zur Halbzeit sensationell auf Platz vier liegende Tiroler nicht sechs Tore vor dem Ziel des Finaldurchganges mit Zwischenbestzeit nach einem klassischen Innenskifehler gestürzt und ausgeschieden.

"Der Ärger ist sehr groß. Ich hatte ein gutes Gefühl, war sicher unterwegs und wollte nicht nachgeben", erklärte Raich seine Risikobereitschaft, nachdem er im Super-G noch "zu brav" gefahren war.

"Es wäre alles drin gewesen, sogar bis zum Sieg", gab sich Raich enttäuscht. Dabei hatte er in seinem erst fünften Rennen nach dem Kreuzbandriss bereits wieder nach dem Sieg gegriffen. "Als Sportler und im Leben muss man immer nach vorne schauen, am Dienstag ist wieder eine Chance", meinte er.

Überraschung im Schatten des Super-Duells

Hannes Reichelt (15.) und Romed Baumann (18.) waren die nächstplatzierten Österreicher, somit avancierte neben Hirscher der "Beute-Deutsche" Dopfer zum zweiterfolgreichsten "Österreicher".

Hatte ihm in Lauf eins noch die herausgekommene Sonne trotz Startnummer 24 auf Rang fünf verholfen, raste der 24-Jährige im Finale erstmals in seiner Karriere aufs Stockerl und verhalf dem DSV zum ersten RTL-Herrenpodest seit 1994.

Dopfer ringt nach Worten

"Mir fehlen definitiv die Worte. Der erste Lauf war schon super", gab sich Dopfer fast fassungslos.

Der in Innsbruck geborene Sohn eines deutschen Vaters und einer österreichischen Mutter hatte vor einigen Jahren den Verband gewechselt, weil er am Durchbruch in Österreich gezweifelt hatte.

"Ich bin nur glücklich und dankbar, dass es so gelaufen ist", sagte Dopfer, der seine Ausbildung im Skigymnasium Stams genossen hat.

"Ich habe mich heute gut gefühlt. Aber es muss am Tag X immer alles zusammenpassen. Der deutsche Verband hat mir die Chance gegeben und auch Geduld gehabt."

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