"Gesamtweltcup juckt mich ganz und gar nicht"

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Marcel Hirscher hat am Freitag in eindrucksvoller Manier seinen 25. Sieg im Ski-Weltcup gefeiert.

Der Salzburger war im Flutlicht-Riesentorlauf in Aare eine Klasse für sich und gewann mit zweifacher Laufbestzeit gleich 1,22 Sekunden vor dem US-Amerikaner Ted Ligety. Der drittplatzierte Deutsche Stefan Luitz hatte bereits 1,5 Sekunden Rückstand.

Mit seinem Triumph in Schweden machte der 25-Jährige auch wichtige Zähler im Gesamt-Weltcup, den er als erster Athlet der Geschichte vier Mal in Serie gewinnen will.

Da der aktuelle Leader Kjetil Jansrud ausschied, verkürzte Hirscher den Rückstand auf den Norweger auf 72 Punkte.

"Jeder Sieg ist etwas Besonderes"

Im Slalom in Aare am Sonntag (10.30 und 13.30 Uhr) würde Hirscher also mit einer Top-Zwei-Platzierung die Führung übernehmen. Der Tiroler Benjamin Raich landete als zweitbester ÖSV-Läufer auf Rang sieben.

Zähler holten ansonsten nur noch Philipp Schörghofer (18.) und Roland Leitinger (21.), der erstmals im Weltcup punktete.

"Jeder Sieg ist etwas Besonderes, über jeden Sieg muss man dankbar sein", betonte Hirscher nach seinem Jubiläumserfolg. "Ich bin heute schon recht gut skigefahren", übte sich der ÖSV-Superstar nach seinem zweiten Saisonerfolg im Understatement.

Ein spezielles Foto gab es dann für Hirscher bei der Siegerehrung, der Annaberger ließ sich im Hohen Norden auf dem Podest mit dem Weihnachtsmann ablichten.

Dank ans Team

Bereits bei seinem Sieg in Sölden Ende Oktober hatte Hirscher die Riesentorlauf-Konkurrenz mit mehr als 1,5 Sekunden Vorsprung deklassiert.

Beim zweiten Saisonrennen in Beaver Creek hatte sich dann allerdings Olympiasieger und Weltmeister Ligety durchgesetzt. Dennoch scheint Hirscher den in den vergangenen Jahren im Riesentorlauf meist unerreichbar gewesenen US-Amerikaner ein wenig entzaubert zu haben.

Die akribische Arbeit des Teams rund um Hirscher machte sich in Schweden erneut bezahlt.

"Ich muss sagen, die Jungs machen einen coolen Job", gab es von Hirscher Sonderlob für seinen Ausrüster Atomic und sein Betreuerteam. "Es läuft immer besser und besser, ich fühle mich sichtlich wohl. Wir haben große Fortschritte gemacht."

"Juckt mich ganz und gar nicht"

Dass Jansrud im Ersatzrennen für Val d'Isere ausfiel, nahm Hirscher mit einem Achselzucken zur Kenntnis.

"Das ist mir zum jetzigen Zeitpunkt der Saison völlig egal. Momentan juckt mich das Thema ganz und gar nicht", gab der ÖSV-Star zu Protokoll.

Raich landete nach seinen vierten Plätzen in Sölden und Beaver Creek neuerlich im Spitzenfeld. Eine noch bessere Platzierung vergab der Tiroler Routinier im ersten Durchgang.

Mit Startnummer eins legte der 36-Jährige als "Versuchskaninchen" eine zu verhaltene Fahrt hin.

"Leider hab ich nicht ganz das Limit gefunden, ich bin zu brav gefahren. Das sollte nicht passieren. Man hätte deutlich mehr andrücken können, als ich es gemacht hab'", sagte Raich.

Schörghofer fehlt das Selbstvertrauen

Schörghofer blieb neuerlich hinter den Erwartungen zurück. "Mir fehlt das letzte Selbstvertrauen. Dieser Sport ist einfach zu einem großen Teil Kopfsache", meinte der Salzburger. Die nächste Riesentorlauf-Chance bietet sich kurz vor Weihnachten in Alta Badia (21. Dezember).

Leitinger schnappte sich die ersten Weltcup-Punkte seiner Karriere. "Das ist ein cooles Feeling, ein Schritt in die richtige Richtung", freute sich der 23-jährige gebürtige Tiroler. "Jetzt gilt es, in der Topliga Fuß zu fassen. Daran werde ich hart arbeiten", versprach Leitinger.

Abfahrts-Olympiasieger Matthias Mayer verpasste als 40. das Finale. Der Kärntner hatte sich vor dem Rennen eine leichte Verletzung am linken Daumen zugezogen, sein Start war jedoch nicht gefährdet.

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