Konflikt-Potential im Slalom

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Raich macht Kampf um WM-Tickets spannend

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Benjamin Raich hat sich am Sonntag in Kitzbühel als Fünfter des Slaloms am Ganslernhang wieder voll ins Spiel um ein Ticket für den WM-Slalom in Schladming gebracht.

Startplatz-Konkurrent Reinfried Herbst schied aus, hatte zuvor aber die besseren Saisonplatzierungen zu Buche stehen.

Marcel Hirscher und Mario Matt standen schon vor dem letzten klassischen Slalom vor den Heim-Titelkämpfen als Fixstarter fest, Manfred Pranger sicherte als "Kitz"-Neunter sein Antreten ab.

Raich mit bestem Saisonergebnis

Raich zeigte zum Ausklang der Hahnenkammrennen, dass er auch unbedingt im WM-Slalom auf der Planai dabei sein will, dort hat er vier Weltcup-Siege gefeiert.

"Natürlich hat mich auch dieser Gedanke beflügelt, das ist ein Riesenziel von mir. Aber in erster Linie hatte ich das Ziel, heute hier ein gutes Rennen zu fahren, und das ist mir Gott sei Dank gelungen", sagte der Pitztaler, der sich mit der zweitbesten Laufzeit im Finale hinter Hirscher von Rang 25 auf 5 verbesserte.

Nach den "nackten" Ergebnissen ist die Sache klar: Pranger und Herbst haben mehr Top-Ergebnisse und liegen im Weltcup vor Raich.

Herbst hat seine Top-Ergebnisse allerdings im November und Dezember eingefahren. Raich hat mit Rang 5 das beste Ergebnis der drei WM-Anwärter.

Eine knifflige Entscheidung, die auf die Trainer wartet. Einer aus dem Trio wird die Heim-WM nur als Zuschauer erleben - dementsprechend groß wird die Enttäuschung sein.

Pranger kässt sich überraschen

Pranger darf sich mit 6, 7 und 9 als Top-Saison-Platzierungen auf Schladming einstellen, auch wenn er die Nominierung offiziell abwarten will.

"Ich lasse mich da überraschen, ich bin mir nicht ganz sicher", übte er sich in Zurückhaltung.

"Es war heute ein schwieriges Rennen. Ich will auch dabei sein bei der WM, dementsprechend bin ich gewisse Passagen zu viel auf Sicherheit gefahren. Es hat nicht so richtig funktioniert, obwohl der zweite Lauf nicht so schlecht war."

"Zu ungeduldig"

Die letzte Sicherheit fehle noch, um richtig schnell zu sein.

"Ich bin ein bisschen zu ungeduldig im Schwung und will es ein 'bissi' erzwingen. Ich muss einfach zur Lockerheit finden, ich möchte es einfach noch einmal schaffen, dass ich dastehe und sage: 'Ich habe wieder zugeschlagen'", erklärte der Slalom-Weltmeister von 2009.

Risiko und Sicherheit

"Es war schon eng am Risiko, aber ich war trotzdem noch sehr sicher am Weg. Das ist immer meine Devise", meinte Raich, der die lange Führung genossen hatte.

"Ich habe vom Start weg das gute Gefühl gehabt, dass ich attackieren kann. Ich habe das durchgezogen. Und dann kann man so 'was zeigen", war er mit seiner Leistung "sehr zufrieden".

Es sehe so aus, als ob mit dem Druck auch seine Leistung steige. "Das ist gut zu wissen für die nächste Zeit, denn bei der WM wird der Druck sehr groß sein."

Herbst mit Pech

Raich hatte zuvor als beste Saison-Leistung einen zwölften Platz zu Buche stehen, Herbst hat einen sechsten und einen siebenten Rang auf dem Konto und will bei der WM-Nominierung natürlich "nicht übersehen" werden.

Es habe ihn den Ski verschlagen und er habe eingefädelt, das Glück sei eben ein Vogerl und woanders unterwegs gewesen.

"Ich war auf Attacke unterwegs und bin nicht schlecht gefahren, ich habe zum Teil richtig Gas gegeben. Es ist bitter, wenn man den größten Teil des Laufes gut bewältigt und dann so etwas passiert", meinte Herbst. "Es war kein Fahrfehler, es war Pech."

Herbst verweist auf starke Ergebnisse

Dass es nun mit dem WM-Startplatz eng werden könnte, will der Slalomspezialist nicht gerne hören.

"Aufstellen tun andere, aber die Ansichten sind natürlich interessant. Natürlich hat Benni heute ein gutes Ergebnis erreicht. Aber ich war einmal Sechster und einmal Siebenter, das ist auch was. Wir werden sehen."

Er rechne nicht mit internen Sichtungsläufen. "Heute war ich auf dem Weg, dass es auf der Tafel grün aufleuchtet. Das wäre mein dritter Toprang gewesen."

Ergebnisse der ÖSV-Fahrer:

Levi Val d\'Isere Madonna Zagreb Adelboden Wengen Kitzbühel
Marcel Hirscher 2. 3. 1. 1. 1. 2. 1.
Mario Matt Out 8. 37. 3. 2. 12. Out
Manfred Pranger 12. 6. 17. Out 7. 16. 9.
Reinfried Herbst 6. 14. 7. 19. Out 15. Out
Benjamin Raich 20. 29. 12. 12. Out 18. 5.
Wolfgang Hörl 35. 9. 24. 34. 38. 22. Out
Manuel Feller 40. 23. Out Out 16. 20. Out
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