"Bremsen war keine Option!"

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"Gibt keinen schöneren Platz für das erste Stockerl!"

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Da staunte selbst Zaungast Didier Cuche, der gemeinsam mit VIP-Gästen seiner Sponsoren beim Super-G von Kitzbühel war, nicht schlecht.

„Der Matthias ist ab dem Hausberg fast die Linie gefahren, wie ich zu meinen besten Zeiten“, lachte der Schweizer und gratulierte Matthias Mayer zum zweiten Platz.

Der junge Kärntner sah es ähnlich: „Ich habe das Tor auf der Hausbergkante irrsinnig gut erwischt und voll Speed aufgenommen. Ab da gab es nur zwei Möglichkeiten: Entweder voll durchziehen oder bremsen.“

"Gibt keinen schöneren Platz"

Weil letzteres kein Thema war, raste der 22-Jährige erstmals in seiner noch jungen Karriere im Weltcup aufs Stockerl – und das gleich in Kitzbühel.

„Es gibt keinen schöneren Platz für diese Premiere“, grinste Mayer dann auch im Gespräch mit LAOLA1, nachdem er seine ganz persönliche Super-Kombi – bestehend aus Super-G und Gratulations-Slalom – im Zielbereich absolviert hatte.

Kitz-Legenden auf DVD

Das Lob des „Mr. Kitzbühel“ freute den Streif-Debütanten ganz besonders, hatte er sich doch am Donnerstag ausgerechnet mit den Fahrten des Schweizer Rekordsiegers („Er ist die Nummer 1 hier!“) auf den Super-G eingestimmt.

„Ich habe am Abend noch einmal ausgiebiges Video-Studium betrieben und mir die besten Fahrten der letzten Jahre angeschaut.“

Neben Cuche fand auch Hermann Maiers Siegesfahrt aus dem Jahr 2006 den Weg in den DVD-Player. „Damals sind sie beim Zielsprung noch 50 Meter weit gesprungen“, lacht Mayer, der seit Kvitfjell im März 2012 und also in sechs von sieben Rennen nie schlechter als Siebenter war.

Herz in die Hand genommen

Mit dem Wissen um seine Top-Form setzte er beim Traditionsrennen alles auf eine Karte.

„Ich habe gewusst, dass man da runter g'scheit riskieren und das Herz in die Hand nehmen muss. Wenn man weiß, dass es geht, muss man es auch zeigen.“

Für sinnloses Risiko, schickte der Kärntner aber gleich nach, sei er aber nicht zu haben.

"Stockerl war unvorstellbar"

In der Stunde seines bislang größten Erfolgs bleibt der neue Shooting-Star auch deshalb bodenständig, weil er aus eigener Erfahrung weiß, dass der Sport auch Schattenseiten hat.

Im Sommer kosteten Mayer eine Lebensmittelvergiftung und eine Gelenksentzündung kostbare Vorbereitungszeit und Nerven.

„Ich konnte wochenlang gar nichts machen. Es war unvorstellbar damals, dass ich in Kitzbühel aufs Stockerl fahre.“

Gewicht abnehmen auf die harte Tour

Von 87 Kilo ging es rasant hinunter auf 73 - ein Albtraum für einen Speed-Fahrer. „Ich habe täglich Infusionen bekommen, dazu die Medikamente. Da geht es schnell.“

Heute ist er wieder fast bei seinem alten Kampfgewicht angelagt – und zumindest in Sachen Erfolgen auf dem besten Weg ein „Schwergewicht“ in den schnellen Disziplinen zu werden.

Die nächste Gelegenheit, dies zu beweisen, bekommt der ÖSV-Youngster, für den einst alles beim Ski-Club Gerlitzen begann, bei der Ski-Weltmeisterschaft in Schladming.

Volle Konzentration auf die WM

Während der Großteil seiner Teamkollegen noch zittern muss, hat er das Super-G-Ticket fix.

„Jetzt gibt es keine Diskussionen mehr“, ist Mayer froh, sich nun voll und ganz auf die WM-Vorbereitung konzentrieren zu können.

Beim Weltcup-Finale im vergangenen März wurde er starker Siebenter.

„Der Hang liegt mir, aber ich möchte mich jetzt nicht in die Favoritenrolle reden. Wir starten alle wieder bei Null und dann fragt keiner mehr, wer Zweiter in Kitzbühel war.“

 

Stephan Schwabl

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