"Es hätte alles für die Fisch sein können"

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Freud und Leid liegen bekanntlich knapp beieinander.

Marcel Hirscher war in der alpinen Kombination in Kitzbühel wieder einmal einer der strahlenden Gewinner. Auch, wenn er das Rennen nicht für sich entscheiden konnte.

Platz zwei hinter Alexis Pinturault fühlte sich ob des beträchtlichen Rückstands aus dem Super-G aber wie ein Sieg an. „Es ist alles gut gegangen, also bin ich ein kleiner Held. Ich hätte aber auch ein großer Depp sein können – im Sinne von: Es hätte alles für die Fisch sein können“, bestätigte der 25-Jährige nach dem Rennen diese Theorie.

Er habe im Slalom alles auf eine Karte gesetzt – mit Erfolg: „Ich habe brutal viel riskiert, so viel wie in den letzten fünf Jahren nicht.“

Zurücklehnen werde er sich aber auch nach der Aufholjagd nicht. Er erwartet sich im Spezial-Slalom am Sonntag eine Steigerung. „Mein Slalom war nicht schlecht, aber ich war nicht ganz zufrieden. Felix Neureuther scheppert mich her, wenn ich so fahre wie heute.“

Wie es zu seinem spektakulären Fehler im Super-G kam, warum er lieber nach der Top-Gruppe gestartet wäre, was er von der Kurssetzung hielt und warum er die Fans für „wahnsinnig“ hält, verrät Marcel Hirscher im Interview:

Frage: Platz zwei in der Kombi und Punkte auf Kjetil Jansrud gut gemacht. Damit kannst du zufrieden sein, oder?

Marcel Hirscher: Ja, es hat heute schon sehr viel Spaß gemacht. Es war aber nicht ohne. Ich habe brutal viel riskiert, so viel wie in den letzten fünf Jahren nicht. Es ist alles gut gegangen, also bin ich ein kleiner Held. Ich hätte aber auch ein großer Depp sein können – im Sinne von: Es hätte alles für die Fisch sein können.

Frage: Was sagst du zur Kurssetzung im Super-G?

Hirscher: Die Kurssetzung war völlig verständlich. Natürlich setzt der Norweger für Jansrud und nicht für Hirscher - trotzdem war es heftig.

Frage: Der Ganslernhang ist aber immer etwas Besonderes, oder?

Hirscher: Absolut! Cool war auch, dass heute so viele Leute da waren. Das hat mich echt überrascht. Ich habe mir gedacht: "Heute ist Kombi, seid ihr wahnsinnig?"

Frage: Bist du also ein Fan vom Freitagstermin für die Kombi?

Hirscher: Das Programm ist viel zu lang. Mit Besichtigung und dann zwischen den Rennen noch eineinhalb Stunden Zeit, da wirst du verrückt.

 

Aus Kitzbühel berichtet Matthias Nemetz

Frage: Hast du während der Fahrt nachgedacht?

Hirscher: Ich habe schon nachgedacht. Mein Slalom war nicht schlecht, aber ich war nicht zufrieden. Felix Neureuther scheppert mich her, wenn ich so fahre wie heute. Da habe ich keine Chance gegen ihn. Das Slalomtraining morgen wird sicher ganz wichtig.

Frage: Wie kam es zu dem Fehler im unteren Teil des Super-Gs?

Hirscher: Ich kann den Speed nicht einschätzen, schon gar kein Dreifach-Tor. Ich habe einfach die Linie falsch genommen und bin fast ins Tor gefahren. Ich habe beinahe eingefädelt, Druck auf den Außenski gegeben und bin mit Druck über die Kante gefahren. Dann fällt das Gelände weg. Es war spektakulär, fast hätte es mich zerissen.

Frage: Hättest du dir durch die frühe Startnummer im Super-G mehr erwartet?

Hirscher: Mir wäre es lieber gewesen, hinten nach zu fahren. Zu Beginn war das Licht noch nicht ideal, noch dazu ist Ligety kurz vorher ausgefallen. Das sollen keine Ausreden sein, nur Fakten. Ich hätte sehr viele Erkenntnisse aus den anderen Fahrern sammeln können. Speziell bei Sachen, die ich selbst nicht so drauf habe.

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