"Nicht abbringen lassen"

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Kein WM-Song von Maze, aber Show soll weitergehen

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Wenn nicht gerade Lindsey Vonn mit einem Psycho-Outing oder eine Affäre die Schlagzeilen beherrscht, dann schreibt zumeist Tina Maze die Geschichten in diesem Winter.

Die Slowenin fährt Woche für Woche um Spitzenplätze mit. Ihre Bilanz bisher: sieben Siege und neun Stockerlplätze.

Ergibt in der Zwischenrechnung eine überlegene Führung im Gesamt-Weltcup. Mazes Vorsprung auf die Deutsche Maria Höfl-Riesch beträgt 718 Punkte.

Die große Kristallkugel ist der 29-Jährigen wohl nicht mehr zu nehmen. Sie denkt aber längst in anderen Dimensionen.

Im LAOLA1-Interview spricht sie über den Punkte-Rekord von Hermann Maier, aber auch über ihre Heim-Rennen in Maribor und slowenische Fan-Invasion in Schladming.

Außerdem verrät Tina Maze, was an den Gerüchten um einen eigenen WM-Song dran ist.


LAOLA1:
Haben Sie schon realisiert, was in dieser Saison passiert, oder müssen Sie sich noch zwicken, wenn Sie zum Beispiel auf den Gesamt-Weltcup schauen?

Tina Maze: Natürlich habe ich es realisiert. Es steckt so viel harte Arbeit drin, das ganze Team hat alles dafür gegeben. Deshalb bin ich überglücklich, dass es schon seit Saisonbeginn so gut läuft.

LAOLA1: Gut ist in ihrem Fall ein Hilfsausdruck. Sie halten bei sieben Siegen und neun weiteren Stockerlplätzen?

Maze: Manchmal ist es richtig hart, den Schalter umzulegen. Zum Beispiel nach dem Speed-Wochenende in St. Anton gab es am Dienstag den Nacht-Slalom. Da ist es schwer, mit den Spezialistinnen wie Mikaela Shiffrin Schritt zu halten. Aber jetzt war genug Zeit, um mich auf meine Heim-Rennen in Marburg ordentlich vorzubereiten.

LAOLA1: Am Bachern wird angesichts ihrer Erfolge in diesem Winter wohl Ausnahmezustand herrschen?

Maze: Es war schon unglaublich, wie viele Fans bei den letzten Rennen in Österreich waren. Wir Slowenen fahren sehr gerne Ski, viele meiner Landsleute machen zudem Urlaub in Österreich. Das hat perfekt gepasst. Aber am Wochenende wird es noch einmal eine Nummer größer. Ich muss schauen, dass ich mich davon nicht zu sehr ablenken lasse und mich auf meine Rennen konzentriere.

LAOLA1: Aus Schladming war zu erfahren, dass zahlreiche WM-Tickets nach Slowenien verschickt wurden. So gesehen ist das hier eine gute WM-Generalprobe, oder?

Maze: Auf jeden Fall. Schladming ist für meine Fans auch eine sehr gute Gelegenheit, einmal bei einer Ski-Weltmeisterschaft live dabei zu sein und mich anzufeuern. Diese Unterstützung gibt mir viel Kraft. Hoffentlich haben alle, die nach Schladming reisen wollten, auch Tickets bekommen.

LAOLA1: Sicher bei der WM vorbeischauen wird Hermann Maier, der vor kurzem verkündet hat, dass Sie seinen Rekord an Weltcup-Punkten gerne haben können.

Maze (lacht): Also erstens ist es ein Wahnsinn, dass ich mir überhaupt Gedanken über diesen Rekord machen kann. Ich bin sehr gut unterwegs und möchte die 2.000 Punkte gerne knacken. Hoffentlich bleibe ich gesund und kann diesen Rhythmus beibehalten. Ich habe jedenfalls nicht vor, mich von meinem Weg abbringen zu lassen.

LAOLA1: Haben Sie Angst, dass vielleicht nach einer erfolgreichen Weltmeisterschaft ein Motivationsloch kommt, wenn es im Weltcup weitergeht?

Maze: Nein. Der Weltcup-Kalender ist über weite Strecken sehr sinnvoll zusammengestellt. Okay, der Slalom in Flachau war nicht ganz optimal. Das war mir nach den Trainings und Rennen in St. Anton einfach zu viel Stress.

LAOLA1: Also lassen Sie Moskau aus, um sich auf die Weltmeisterschaft vorzubereiten?

Maze: Auf gar keinen Fall. In Russland gibt es wichtige Punkte für den Gesamt-Weltcup zu holen. Im Vorjahr war ich Fünfte, in München bin ich zwei Mal Zweite geworden. Auf Moskau zu verzichten ist also keine Option.

LAOLA1: Es gibt Gerüchte, dass Sie nach dem Vorbild von Lizz Görgl einen WM-Song aufgenommen haben. Was können Sie uns dazu verraten?

Maze: Die Gerüchte stimmen nicht, da ist nichts dran. Ich hatte dafür überhaupt keine Zeit. Aber vielleicht singe ich ja meinen Song „My Way is my Decision“.

LAOLA1: Eine Siegerehrung würde sich anbieten.

Maze: Das stimmt. Ich hätte auch nichts dagegen, wenn ich mehr als einmal singen darf.

LAOLA1: Wir danken für das Gespräch.

 

Das Interview führte Stephan Schwabl

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