Wer holt die Weihnachtskrone?

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"Das ist keine Zauberei, das ist Lohn für harte Arbeit"

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Im Ski-Weltcup der Herren ist von Weihnachtsfrieden noch keine Spur.

Mit den beiden Abfahrtstrainings auf der Saslong-Strecke im Grödnertal beginnt am Mittwoch und Donnerstag die traditionelle Italien-Woche.

Ab Freitag geht es dann innerhalb von vier Tagen um 400 Punkte. Das Match um die Weihnachtskrone im Gesamt-Weltcup lautet Marcel Hirscher gegen Kjetil Jansrud.

Je drei Siege

In Gröden stehen ein Super-G (Freitag) und eine Abfahrt (Samstag) auf dem Programm, es folgen ein Riesentorlauf in Alta Badia (Sonntag) und ein Nacht-Slalom in Madonna di Campiglio (Montag).

Falls Madonna wegen Schneemangel passen muss, sieht der Notfallplan der FIS - ebenfalls am Montag - einen Slalom in Alta Badia vor. Allerdings nicht bei Nacht, da Alta Badia über keine Flutlichtanlage verfügt.

Bis dato haben Hirscher und Jansrud dem Weltcup eindrucksvoll ihre Stempel aufgedrückt, der Salzburger und sein norwegischer Herausforderer halten bereits bei jeweils drei Siegen.

Während Hirscher wie gewohnt in den technischen Bewerben von Sieg zu Sieg eilt, ist Jansrud etwas überraschend zum neuen Speed-König des Weltcups avanciert.

"Lohn für viel harte Arbeit"

Derzeit hat Hirscher, der die Große Kristallkugel als erster Athlet der Geschichte zum vierten Mal in Serie gewinnen will, 28 Punkte Vorsprung auf den Verfolger aus Stavanger.

"Das ist keine Zauberei, das ist der Lohn für viel harte Arbeit", sagte Jansrud, der als klare Nummer eins im Abfahrts- und Super-G-Weltcup zu den Rennen in Südtirol gereist ist.

Ausgerechnet Jansrud hat damit nahtlos die Rolle seines derzeit verletzten Teamkollegen Aksel Lund Svindal übernommen.

Svindal hat sich im Oktober bei einem Jux-Fußballspiel eine Achillessehne gerissen, sein Start bei der WM im Februar in den USA ist nach wie vor offen.

Den 29-jährigen Jansrud als Spätstarter zu bezeichnen, wäre jedoch falsch.

Nicht im Schatten Svindals

Schließlich kann Jansrud neben sechs Weltcup-Siegen auch bereits auf einen kompletten Olympischen Medaillensatz verweisen - auf Riesentorlauf-Silber 2010 folgten 2014 in Sotschi Gold im Super-G und Bronze in der Abfahrt.

Und das, obwohl sich Jansrud im WM-Super-G 2013 auf der Schladminger Planai einen Kreuzbandriss zugezogen hatte.

Deshalb will Jansrud auch nichts davon wissen, dass er jahrelang im langen Schatten Svindals gestanden sein soll.

"Aksel ist unser Aushängeschild. Aber ich hatte nie das Gefühl, dass ich in seinem Schatten stehe", sagte Jansrud, der seinen Kumpel Svindal vor allem als Gradmesser im Trainingsalltag vermisst.

ÖSV in Gröden Außenseiter

Die bis dato einzige Speed-"Niederlage" in dieser Saison hat Jansrud von Hannes Reichelt kassiert. Der Salzburger gewann den Super-G im WM-Ort Beaver Creek vor dem neuen "Super-Elch".

In Gröden haben sich die ÖSV-Asse aber in den vergangenen Jahren stets schwergetan. Den bis dato letzten Sieg für Rot-Weiß-Rot fuhr 2010 der längst zurückgetretene Michael Walchhofer im Super-G ein.

"Gröden ist eine Gleiterstrecke. Das tun wir uns sehr schwer, das muss man zugeben", sagte Reichelt, der über den neuen Serien-Sieger Jansrud meinte: "Ihn derzeit zu schlagen, ist nur mit einem perfekten Setup möglich. Wir hoffen alle, dass er ein bisschen nachlässt, sonst wird's sehr schwierig."

Für Hirscher, der zuletzt in Aare zwei Siege feierte, wird es erst am Sonntag mit dem Riesentorlauf in Alta Badia wieder ernst.

"Abfahrt und Super-G genügen gegen Hirscher nicht"

Bis dahin standen am Montag und Dienstag vor allem Physiotherapie auf dem Programm. Am Mittwoch und Donnerstag trainiert der 25-Jährige auf der Reiteralm, am Samstag in Alta Badia.

Den Riesentorlauf sieht Jansrud, der 2003 eigentlich als Techniker im Weltcup auftauchte, als seinen möglichen Schlüssel zum Erfolg im Gesamt-Weltcup.

"Denn Abfahrt und Super-G genügen nicht, um gegen Hirscher im Kampf um den Gesamt-Weltcup mithalten zu können", weiß Jansrud.

Schließlich hat auch Svindal in den vergangenen Saisonen trotz großer Speed-Erfolge am Ende gegen Hirscher stets den Kürzeren gezogen.

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