ÖSV-Damen in Sölden nicht unter Sieganwärterinnen

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"Eine mannschaftlich halbwegs geschlossene Leistung", fordert Herbert Mandl von den österreichischen Damen für den Saisonauftakt-Riesentorlauf am Samstag in Sölden (9.45 Uhr/12.45).

"Einen Sieg erwarte ich nicht", fügte der sportliche Leiter an. Das Rennen auf dem schwierigen Hang, das für viele Athletinnen noch in der Vorbereitung kommt, ist ein Fall für Spezialistinnen.

Heißer Siegertipp ist die Vorjahreserste und Kugelverteidigerin Viktoria Rebensburg aus Deutschland.

Titelverteidigerin ist große Gejagte

Die 22-jährige Rebensburg hat in der Vorsaison erstmals im Weltcup gewonnen, mit drei Erfolgen gehörte ihr am Ende auch das kleine Kristall.

Zweite wurde mit ebenfalls drei ersten Plätzen die Französin Tessa Worley, gefolgt von der Finnin Tanja Poutiainen und der Steirerin Elisabeth Görgl.

"Ich fühle mich sehr gut und bin für Sölden zuversichtlich. Ich will die Kugel erfolgreich verteidigen. Der Riesentorlauf bleibt in diesem Winter meine wichtigste Disziplin, das Ziel ist aber, in den nächsten zwei, drei Jahren in Richtung Gesamtweltcup zu gehen", sagte Rebensburg, die im Sommer verstärkt auch für die Speed-Disziplinen trainiert hat.

Mandl hofft auf "Rennfahrerin" Zettel

Die Österreicherinnen brachten es im WM-Winter lediglich auf einen dritten Platz im Weltcup durch Kathrin Zettel, die Niederösterreicherin hat 2008 in Sölden für den letzten rot-weiß-roten Sieg gesorgt, im Vorjahr war sie als Siebente ebenfalls Schnellste aus dem ÖSV-Team.

Im konditionellen Bereich hat sie nach ihren langwierigen Hüft- und Knieproblemen noch Defizite. "Aber Kathrin ist eine Rennfahrerin, ich hoffe, dass sie es kraftmäßig rüberbringt."

Sich im Riesentorlauf laut eigenen Angaben "sehr gut weiterentwickelt" hat Super-Kombinations-Weltmeisterin Anna Fenninger.

Görgl hinterlässt starken Eindruck

Görgl hinterließ im Training laut Mandl einen starken Eindruck. "Mal sehen, wie sie es umsetzen kann. Aber ich gehe davon aus, dass eine Rebensburg stärker ist", erläuterte der Cheftrainer.

Sölden zählt nicht zu Görgls Lieblings-Rennen, die Doppel-Weltmeisterin von Garmisch-Partenkirchen wird sich deshalb auch nicht unter Druck setzen.

Mandl rechnet mit Vonn

Was im Training noch aufgefallen ist: "Lindsey Vonn fährt gut, das habe ich letzte Woche gesehen."

"Sie ist im Riesentorlauf stärker als im letzten Jahr, das traue ich mich nach den ersten drei Fahrten, die ich von ihr gesehen habe, schon zu sagen. Auch körperlich schaut sie topfit aus", sagte Mandl über die US-Amerikanerin, der ein Sieg in dieser Disziplin noch fehlt.

Hosp hat wieder Spaß

Nicole Hosp fährt ihr zweites Sölden-Rennen nach dem schwerwiegenden Sturz vor zwei Jahren, als sie sich einen Kreuzbandriss zugezogen hat. Sie will heuer an glorreiche Zeiten anschließen.

"Es macht wieder irrsinnig Spaß, ich freue mich richtig drauf. Auch wenn nicht so ein tolles Ergebnis rausgekommen ist, aber zum Verarbeiten und Nach-Vorne-Schauen war das Rennen letztes Jahr hier extrem wichtig", sagte die Bichlbacherin, die vor dem nächsten Weltcup in Levi im November ins Eigenheim gleich neben dem Elternhaus einziehen wird.

Wichtiges Projekt ist auch die Suche nach einem neuen Kopfsponsor.

Keine Hangbefahrung

Der Rennhang präsentierte sich nach der Wasserpräparierung zu Wochenbeginn sehr eisig. Am Donnerstag und (dem heutigen) Freitag kämpften die Organisatoren mit dem Neuschnee.

Auf dem Rettenbachferner hat es bis zum späteren Donnerstagabend geschneit, bis in die frühen Morgenstunden am Freitag wurde die frische Auflage von bis zu 30 Zentimeter aus der Strecke geschafft. Um die Piste zu erhalten und zu schonen, wurde die Hangbefahrung gestrichen.

ÖSV-Damen-Team für Sölden: Eva-Maria Brem, Jessica Depauli, Anna Fenninger, Andrea Fischbacher, Elisabeth Görgl, Nicole Hosp, Michaela Kirchgasser, Stefanie Köhle, Bernadette Schild, Kathrin Zettel.

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