Neue Hoffnung für Österreichs Speed-Damen

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In den vergangenen fünf Saisonen haben Österreichs Ski-Damen genau zwei Weltcup-Abfahrten gewonnen.

2009 siegte Andrea Fischbacher in Bansko und vergangene Saison Elisabeth Görgl, die im Jahr davor auch bei der WM triumphiert hatte, in Bad Kleinkirchheim.

Mit Cornelia Hütter könnte im ÖSV endlich ein neues Speed-Talent heranwachsen.

Die 20-jährige Steirerin bekommt nach ihrem tollen Abfahrts-Auftritt in St. Anton nun sogar noch eine späte WM-Chance in Cortina d'Ampezzo.

Neue Chance für Hütter und Tippler

Hütter sowie Tamara Tippler werden nach den beiden Europacup-Abfahrten am Mittwoch und Donnerstag in St. Anton dem Weltcup-Team in die italienischen Dolomiten nachreisen.

Wegen der Neuschnee bedingten Trainingsabsage am Donnerstag können auch die beiden Nachwuchsfahrerinnen am Freitag am Training und damit am Samstag (10.30 Uhr) an der berühmten Abfahrt unter der Tofana teilnehmen.

Hütter wird anstelle von Margret Altacher am Sonntag auch im Super-G (11.45 Uhr) starten.

Mandl winkt noch ab

Eine überraschende Wende damit vor allem aus Sicht von Hütter.

Nachdem die Steirerin, die aus Kumberg bei Graz und damit wie die im August 2009 nach zwei sieglosen Saisonen zurückgetretene Obdacherin Götschl aus keiner klassischen Alpinski-Region kommt, bei der Antoner Weltcup-Abfahrt so brillant gefahren war, hatte Damenchef Herbert Mandl noch abgewunken.

Im WM-Ort von 2001 hatte Hütter vergangenen Sonntag im erst vierten Weltcuprennen mit Startnummer 38 als Zehnte überrascht.

Man erinnert sich: Nach dem unerwarteten Slalom-Coup in Hafjell war 1993 auch der Stern der späteren "Speed Queen" Götschl in Wahrheit am Arlberg aufgegangen.

Europacup hat noch Priorität

Zwar soll Hütter vorrangig weiter im Europacup "gewinnen" und sich damit einen Weltcup-Fixplatz sichern, nach dem anfänglichen "Njet" Mandls darf die Kumbergerin nun aber ausgerechnet in Götschls jahrelangem "Wohnzimmer" (zehn Siege) nochmals zeigen, was sie kann.

Und die Chancen sind da, denn das Cortina-Wochenende ist für alle Damen die letzte Chance auf ein Schladminger WM-Speed-Ticket.

Der ÖSV kämpft seit geraumer Zeit mit Nachwuchssorgen im Damen-Speed-Bereich.

Mandl: "Großes Mädel, technisch gut"

Über Weihnachten hat auch Mariella Voglreiter ihre Karriere mitten im WM-Winter beendet. Tippler, Mirjam Puchner und vor allem Hütter heißen nun die Hoffnungsträgerinnen.

"Conny ist ein großes Mädel, das passt also von der Statur her. Außerdem ist sie auch technisch gut", lobte Mandl die B-Kader-Läuferin vom SC St. Radegund, die in der Abfahrts-Europacupwertung führt und "Glühen" zum Lebensinhalt hat.

Väterlich bedingt hat Hütter auch an Autobergrennen und Rundstreckenrennen teilgenommen.

WM-Teilnahme scheint noch möglich

"Last minute" noch auf den WM-Zug aufzuspringen, wird aber eine Riesen-Herausforderung. Im Super-G sind Anna Fenninger und Weltmeisterin Elisabeth Görgl fix, Stefanie Köhle, Regina Sterz und Olympiasiegerin Andrea Fischbacher gut im Rennen.

Besser sieht es für Hütter in der Abfahrt aus. Mit Platz zehn von St. Anton war sie vor Cortina sogar drittbeste ÖSV-Dame.

Ob sie die Chance nutzt, wird Cortina zeigen. Schladming wäre für Hütter zudem eine doppelte Heim-WM. Sie kommt aus der Steiermark und hat in Schladming die Skihandelsschule besucht.

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