"Mein Körper hat Stopp gesagt!"

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Lindsey Vonn meldet sich zurück: "Bin happy!"

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Ein kleines Fragezeichen gab es noch, doch seit dem ersten Training für die Abfahrt in St. Anton ist klar: Lindsey Vonn is back!

Die US-Amerikanerin wird am Samstag am Start stehen und ihr Comeback im Ski-Weltcup feiern.

Das bestätigte Vonn im Gespräch mit LAOLA1 mit einem kurzen Kopfnicken, um sich dann der wartenden Journalisten-Meute zu stellen.

Umringt von dutzenden Mikrofonen beantwortete die 28-Jährige genau vier Fragen.

Erfolgreiches Pflaster

Gefragt nach ihren Gefühlen, wieder dabei zu sein, sagte Vonn: „Ich bin froh, hier zu sein und freue mich darauf die beiden Rennen zu fahren.“

Kein Wunder, ist St. Anton für die erfolgreichste Rennläuferin der Gegenwart doch schon einmal ein gutes Pflaster gewesen.

2007 feierte sie beim letzten Besuch der Ski-Damen auf der Kandahar zwei Siege (Abfahrt und Super-Kombi; Anm.).

Kandahar als Herausforderung

Im ersten Training lief es noch nicht ganz nach Wunsch: Rang 19 mit fast vier Sekunden Rückstand auf die Schweizer Trainingsschnellste Lara Gut.

Kurze Randnotiz: Beide haben ein Tor ausgelassen!

„Der Hang ist irrsinnig schwierig, das ist eine riesige Herausforderung für uns alle“, schlägt ausgerechnet Vonn, die es bislang gewohnt war, ihre Konkurrentinnen auf beinahe jeder Abfahrt der Welt zu Statistinnen zu degradieren, leise Töne an.

Der Spaß ist zurück

Wortkarg ist sie, die Lindsey Vonn 2013. Zurückhaltend. Nur ihr breites Lächeln ist geblieben.

„Ich fühle mich gut, bin stark und happy. Es macht wieder Spaß.“ Exciting sei es, also aufregend und spannend, sei es, wiederholt sie fast gebetsmühlenartig.

Natürlich freut sie sich, „alle Mädels wiederzusehen“, die Journalisten mit ein paar Sätzen zu füttern und auch über das Weltcup-Drumherum. Alles exciting.

"Ich hatte keine Kraft mehr"

Vor nicht einmal einem Monat hörte sich das noch ganz anders an, als Vonn am 17. Dezember 2012 eine Auszeit von unbestimmter Dauer verkündete.

Heute sagt sie: „Die Pause war wichtig! Nach dem Darm-Infekt war ich leer, hatte keine Kraft mehr in den Beinen.“

Ihr Körper signalisierte ihr: Bis hierhin und nicht weiter. „Ich bin an einem Punkt angekommen, wo man auf seinen Körper hören muss. Mein Körper hat mir Stopp gesagt!“

Erst Kraft weg, dann die Freude

Kraft und Energie hatte sie im Krankenhaus gelassen, irgendwann kam ihr auch die Freude am Skifahren abhanden.

Als sie in der Abfahrt von Val d'Isere erstmal seit 2007 in ihrer Spezial-Disziplin ausschied, schrillten die Alarmglocken.

„Ich glaube, dass einige Zeit weg von den Bergen mir helfen wird, die physische Stärke zurückzugewinnen, die ich brauche, um mich auf dem Level zu messen, das ich von mir selbst verlange“, schrieb Vonn auf facebook an ihre Fans.

Härter trainiert als je zuvor?

Gemeinsam mit den Spezialisten von Red Bull, die sie im Rahmen des Athlete Special Projects betreuen, ging es nach ein paar Tagen Erholung ins Gym.

Insider berichten, dass die US-Amerikanerin dort im Kraftbereich härter trainiert hat als je zuvor. Von ihr gibt es dazu nur ein weiteres Lächeln. „Ja, ich habe hart gearbeitet und jetzt bin ich zurück und bereit.“

Aber auch ihre muskulösen Beine waren nach der Schüttel-Rüttel-Partie auf der sehr selektiven Kandahar müde. „Da geht es uns allen gleich!“

Das Training am Freitag möchte sie nützen, um den Wohlfühl-Level nach oben zu schrauben.

"Lindsey wirkt befreit!"

Konkurrentin Maria Höfl-Riesch, im ersten Training auf Rang fünf, ist sicher, dass Freundin Lindsey bald wieder die Alte ist.

„Die Pause hat ihr gut getan, Lindsey wirkt wieder glücklich und befreit.“

Und das ist nach den bekannt gewordenen psychischen Problemen von Lindsey Vonn vielleicht sogar mehr wert als all ihre Medaillen, Kristallkugeln und Weltcup-Siege …

 

Stephan Schwabl

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