Max Franz mit "Streif - One Hell Of A Ride" im Kino

Aufmacherbild
 

Zum 75. Jubiläum des legendäres Skirennens auf der Streif im Jänner 2015 kommt an Weihnachten der Film "Streif - One Hell Of A Ride" in die Kinos.

"Monaco ist das verrückteste Formel 1- und Kitzbühel das verrückteste Abfahrtsrennen – beide führen den Menschen an die Grenzen seiner Leistungsfähigkeit", bringt der dreifache Formel-1-Weltmeister Niki Lauda den Mythos auf den Punkt.

Phänomene, packende Duelle und spektakuläre Stürze - die Geschichte der Streif hat jede Menge zu bieten, zudem kommen aktuelle Athleten wie Aksel Lund Svindal, Erik Guay, Yuri Danilochkin, Hannes Reichelt und Max Franz zu Wort.

Mit Letzterem hat sich LAOLA1 getroffen, um mit ihm über Stürze, Ziele und darüber, wie es sich anfühlt, in einem Kinofilm mitzuwirken, zu plaudern.

LAOLA1: Was hat dich dazu bewogen, an diesem Filmprojekt teilzunehmen?

Max Franz: Ich wurde gefragt und war sofort Feuer und Flamme. Wann hat man schon die Möglichkeit, bei einem Kinofilm mitzuspielen. Die Zusammenarbeit mit Gerald (Salmina, Regisseur, Anmerk.) war eine richtig coole Geschichte. Ich habe auch selbst einige Dinge einbauen können. Zwar gibt es ein Drehbuch, aber wir haben uns vorher getroffen und darüber gesprochen, was ich gerne mache. Da kamen wir auf das Freeriden. Und ich sagte, dass ich davon überzeugt bin, dass man dieses skifahrerische Können in allen möglichen Situationen und bei allen möglichen Verhältnissen braucht. Das hat ihm getaugt und so ist es ein richtig cooler Film geworden.

LAOLA1: Wie verliefen die Dreharbeiten? War es komisch für dich, die Kamera immer dabei zu haben?

Franz: Im Winter läuft die Kamera ja auch immer mit. Wir sind das gewohnt, man kommt ins Ziel und muss Interviews geben. Das war also nichts Neues. Bei anderen Situationen war es hingegen schon ungewohnt. Wir hatten zum Beispiel zu zweit oder zu dritt das Gespräch vor dem Rennen, redeten darüber, welche Ski wir nehmen usw. Sie haben das Set aufgebaut, wir haben geredet und dann kam plötzlich: Jetzt stellen wir die Kamera woanders hin und ihr sagt das Gleiche noch einmal. Da mussten wir erstmal überlegen, was wir gesagt haben. Das war eine neue Situation, aber wir haben schnell dazu gelernt. Insgesamt war es eine richtig coole Zeit.

LAOLA1: Was macht für dich den Mythos Streif aus?

Franz: Es ist ein Wahnsinns-Rennen. Da sind einige Passagen drin, die es nirgends anders auf der Welt so gibt. Es ist eine richtig schwierige Abfahrt. Dazu kommt das ganze Drumherum, beim Fahren hört man nur den Wind, aber wenn man in den Kessel am Ziel einfährt und die Leute schreien hört, ist das ein tolles Gefühl. Auch am Start sind richtig viele Leute. Da ist es einfach geil, aus dem Starthäuschen herauszukommen und voll zu attackieren. Das gibt es nur einmal.

LAOLA1: Ist der Respekt größer als bei anderen Abfahrten?

Franz: Auf jeden Fall! Respekt ist so wichtig! Ohne Respekt wirft sie dich ab. Man braucht auf allen Abfahrten einen gewissen Respekt, aber in Kitzbühel brauchst du einfach ein bisschen mehr. Es ist schon sehr viel passiert. Man muss genau wissen, was man tut, das ist das Wichtigste.

LAOLA1: Welche Erinnerungen hast du an dein erstes Mal auf der Streif?

Franz: Das erste Mal wäre gewesen, als Hans Grugger (2011, Anmerk.) gestürzt ist. Vorher hatte ich eine Kehlkopfentzündung, war zwar schon wieder gesund, aber mir hat die Vorbereitung gefehlt. Deshalb hat mein Trainer beschlossen, dass ich in diesem Jahr Kitzbühel auslasse. Du musst einfach vorher auf einer richtig steilen und vereisten Piste trainieren, mit der richtigen Spannung anreisen und dich gut fühlen. Aus diesem Grund habe ich auf das nächste Jahr gewartet. Aber ich bin echt froh, dass ich damals nicht dabei war. Ich hätte nicht gewusst, was ich im Starthaus gemacht hätte. Wenn du siehst, dass da jemand so schwer stürzt, da wäre das erste Mal runterfahren sicher eine schwierige Geschichte geworden. Im Jahr drauf habe ich mich sehr darauf gefreut. Kitzbühel zu fahren war von klein auf ein Ziel. Bei der ersten Besichtigung denkt man sich, da kann ich nicht runterfahren, wie soll das gehen? Aber man geht das erste Training einfach etwas lockerer an und schaut sich gemütlich die Strecke an… Dabei habe ich gesehen, dass man richtig attackieren kann. Es geht alles, jeder muss nur für sich selbst herausfinden, wie. Seitdem freue ich mich jedes Jahr auf Kitzbühel, weil es einfach eine geile Fahrt ist und richtig Spaß macht.

LAOLA1: Regisseur Gerald Salmina erklärt in einem Interview, warum du ausgewählt wurdest: "Für die Rolle des jungen Draufgängers und Herausforderers mussten wir nicht lange suchen: Da war Max Franz die Idealbesetzung". Was sagst du dazu? Würdest du dich selbst als Draufgänger bezeichnen?

Franz: Ich selbst nicht, für mich ist das normal. (lacht) Bei den Sachen, die ich mache, schütteln viele Leute den Kopf und fragen, wie ich so etwas tun kann. Aber ich fahre einfach gerne Ski und das von klein auf. Ich habe schon sehr viele Sachen gemacht und sehr viel gelernt. Wenn ich im Gelände über einen sechs oder sieben Meter hohen Felsen springe oder einen Rückwärtssalto mache, ist das für mich normal, auch wenn andere mich fragen, ob ich deppert bin.

LAOLA1: Der Film zeigt auch die schlimmsten Stürze und somit die Schattenseite deines Sports. Auch du hast das schon erleben müssen. Wie hast du dich zurückgekämpft und was hilft einem in solchen Situationen, nicht aufzugeben? Wie besiegt man die Angst vor erneuten Stürzen?

Franz: Wir trainieren den ganzen Sommer konditionelle Kraft und Koordination, damit wir nicht in so eine Situation kommen und wenn wir doch zu Fall kommen, dass wir fit genug sind, den Sturz wegstecken zu können. Aber der Teufel schläft nie, es kann immer etwas passieren, so wie es bei Grugger war. Bei so einem Sprung ist es ein Wahnsinn, wenn du auf den Kopf fällst. Ich hatte auch schon einmal einen Sturz auf den Kopf, da hat mich eine Torstange ausgeknockt. Das war zwar bei weitem nicht so schlimm wie bei Grugger, aber ich habe fünf Wochen richtig flachgelegen. Erst danach konnte ich wieder trainieren und habe richtig gemerkt, dass der Kopf im koordinativen Bereich viel langsamer war. Man kann Dinge nicht mehr so schnell umsetzen… Aber wir machen das alle von klein auf, es ist das, was wir wollen. Ich hatte auch schon Verletzungen, aber für mich gab es noch keinen Grund, aufzuhören. Ich will nach ganz oben, das ist mein Leben. Dass die Motivation fehlt, das gibt es bei mir nicht. Am Anfang nach einer schlimmen Verletzung, wie es bei mir beim Kreuzbandriss war, sagt man unmittelbar nach der Operation aufgrund der ganzen Schmerzen schon mal, 'ich will nicht mehr'. Aber es geht immer wieder aufwärts und irgendwann denkt man, 'ich will wieder dahin, wo ich mal war, ich will noch besser werden.' Dann hängt man sich voll rein und es geht weiter.

LAOLA1: Im letzten Jahr warst du Fünfter auf der Streif, was ist heuer (vom 23. bis 25. Jänner 2015) dein Ziel?

Franz: Bei uns geht jeder an den Start und will gewinnen, das ist ganz klar. Ich will die Streif einmal gewinnen und darauf arbeite ich hart hin. Ich bin gespannt, wann es soweit ist...

LAOLA1: Welche Saisonziele hast du dir gesetzt?

Franz: Ich möchte konstant in die Top 5 oder Top 10 fahren. Natürlich will die WM fahren, aber dafür brauche ich konstant gute Leistungen. Da will man nicht nur dabei sein, sondern auch vorne mitfahren. Der erste Weltcup-Sieg ist aber sicher eines meiner größten Ziele heuer.

LAOLA1: Vielen Dank für das Gespräch.

 

Das GEWINNSPIEL ist beendet, vielen Dank für die Teilnahme!

 

Das Interview führte Henriette Werner

Zum Seitenanfang»
Mehr zum Thema

LAOLA Meins - Tags folgen