"Wir glaubten an einen Scherz"

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Rückzug von Cortina überraschte auch Schweizer

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Die Ski-Weltmeisterschaft 2017 findet wie berichtet zum vierten Mal in St. Moritz statt.

Die Entscheidung war beim FIS-Konress in Südkorea bereits im ersten Wahlgang gefallen, da Cortina d'Ampezzo unerwartet zurückgezogen hatte.

Das kam auch für die siegreichen Schweizer überraschend.

"Als der Verzicht als Gerücht die Runde machte, glaubten wir noch an einen Scherz", sagte Claudio Duschletta vom St. Moritzer Kandidaturkomitee, der mit seiner Bewerbung als Favorit gegolten hatte.

"Dennoch haben wir damit gerechnet, bis zum Schluss hart gegen die Italiener kämpfen zu müssen", sagte Duschletta.

"Noch nicht an der Reihe"

"Wir haben realisiert, dass Cortina dieses Mal noch nicht an der Reihe ist", begründete der italienische Verbandspräsident Flavio Roda in einem Brief an FIS-Präsident Gian-Franco Kasper und dessen Vorstandskollegen den Rückzug lapidar.

Der italienische Skiverband FISI hat turbulente Zeiten hinter sich. Roda übernahm das Präsidium erst am 31. März.

Zuvor stand die Organisation seit der Ausbootung seines Vorgängers Giovanni Morzenti unter kommissarischer Führung.

Wieder italienischer Sport-Flop

Nur dreieinhalb Monate, nachdem Rom die Kandidatur für die Olympischen Sommerspiele 2020 mangels finanzieller Staatsgarantien zurückziehen musste, leistete sich Italien einen nächsten Flop auf sportpolitischem Parkett.

Roda und die Promotoren kündigten jedoch im nächsten Atemzug an, beim Kongress 2014 in Barcelona mit Cortina einen vierten Anlauf zu nehmen.

Aare nur mit Außenseiterchancen

St. Moritz erreichte nach sechs Jahren Vorbereitung und im dritten Anlauf das Ziel. Als einziger Gegner blieb Aare übrig.

Die Schweden hatten die WM erst 2007 durchgeführt und bewarben sich erstmals wieder.

Als dementsprechend krasser Außenseiter waren sie nach Südkorea gereist.

Investitionen auch für Olympia?

Das provisorische WM-Budget von St. Moritz beträgt 56,6 Mio. Euro (68 Millionen Franken).

Geplant sind ein Umbau mit Erdaufschüttungen beim Slalom-Start, ein neuer Start der Damen-Abfahrt, die Sanierung des "Freien Falls", des spektakulären Auftakts zur Männer-Abfahrt, die Vergrößerung des Zielgebäudes sowie diverse Modernisierungsmaßnahmen.

Außerhalb des WM-Budgets soll in St. Moritz in ein neues Kongresszentrum, die Erneuerung der Signalbahn oder die Beschneiungsanlagen investiert werden.

Sollte für St. Moritz in drei Jahren der noch viel größere Traum in Erfüllung gehen und der Nobelkurort zum dritten Mal nach 1928 und 1948 zum Ausrichter von Olympischen Winterspielen 2022 gekürt werden, hätten diese Investitionen einen zusätzlichen Nutzen.

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