Reichelt wieder mit Trainings-Bestzeit

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Hannes Reichelt gefällt die Olympia-Abfahrt von 2014.

Trotz zwei Trainingsbestzeiten für das Weltcuprennen am Samstag in Krasnaja Poljana bleibt der Salzburger aber ganz entspannt.

"Ich bin sehr relaxt, ich bin ja keine korrekt gefahren", sagte Reichelt, der nach zwei Torfehlern im ersten Zeitlauf am Mittwoch, im zweiten am Donnerstag einen gemacht hatte.

Der US-Amerikaner Bode Miller kam mit Fehler an gleicher Stelle auf die viertbeste Zeit, Freude hat er mit dem Gelände, nicht aber mit der Kurssetzung.

Abbruch wegen Nebels

Nach dem Schönwetter vom Vortag war der westliche Ausläufer des Kaukasus am Donnerstag teilweise in Nebel gehüllt. Ein guter Test für Olympia, wo dies zum Problem werden könnte.

Nach 36 Läufern wurde deshalb der zweite Zeitlauf abgebrochen, den noch nicht gestarteten Teilnehmern wurde die Möglichkeit gegeben, ab dem Bärenstirn-Sprung (untere und nebelfreie Hälfte) eine nach Belieben flotte Besichtigungsfahrt ins Ziel zu machen.

"Wollte nichts riskieren"

Bei den Topläufern war noch wenig Nebel in der Piste, allerdings war die Bodensicht schlecht.

Dazu kam, dass die Piste ruppiger und noch eisiger geworden war, was bei 2:15 Fahrminuten sehr an die Substanz geht. "Ich versuche, mir ein paar Eisplatten zu merken, bei allen geht das aber nicht", sagte Reichelt.

Zum Torfehler meinte er: "Ich bin zu gerade hingekommen und wollte nichts riskieren. Im Rennen hätte ich es aber gemacht." Dass ihm das Auslassen des Tores viel Zeit gebracht habe, glaubte er nicht.

Eine Sekunde Abstand

Hinter ihm lagen Christof Innerhofer (ITA/1,09 Sekunden), Johan Clarey (FRA/1,10), Bode Miller (USA/1,25) sowie ex aequo die ÖSV-Läufer Romed Baumann und Joachim Puchner (je 1,55).

Auch Klaus Kröll (1,91), Mario Scheiber (2,16), Georg Streitberger (2,61) und Max Franz (15,44) haben die Strecke "Rosa Khutor" vor Nebelabbruch in Angriff genommen.

Benjamin Raich hatte in der Früh entschieden, wegen seiner Verkühlung auf einen Start zu verzichten.

Kröll in einer "Vollkrise"

Kröll findet sich auf dem Schnee nicht zurecht und sprach von einer "Vollkrise".

Er habe versucht, sich einzustellen, trotzdem sei es nicht besser als am Vortag gegangen. Auch der Steirer beging einen Torfehler. Die eng gesteckten Tore im oberen Abschnitt sind für viele Rennläufer nach wie vor eine Plage und lassen sie nicht in Euphorie über die Olympia-Abfahrt ausbrechen, die von vielen ansonsten als sehr schön bezeichnet wird.

"Oben habe ich es nicht gut erwischt. Ein zäher Ritt. Es war auch sehr finster, da hat man sich schon überwinden müssen", erklärte Puchner.

"Ganz lässige Abfahrt"

"Mehr Spaß" empfunden hat auch Baumann, der neue Skischuhe ausprobierte.

"Heute bin ich richtig gut gefahren, das ist eine ganz lässige Abfahrt", meinte Teamkollege Scheiber und erklärte, in den Abschnitten mit schlechterer Sicht passiver gefahren zu sein.

Der Osttiroler glaubt, dass die Kurssetzung für Olympia in zwei Jahren noch etwas geändert werden wird. Auch in Anbetracht dessen, dass ab nächstem Jahr das neue Ski-Material zum Einsatz kommt.

"Nicht das, was die Abfahrer wollen"

Darauf darf auch Miller hoffen. "Der Berg hier wäre von seinem Gelände her die beste Abfahrt, die ich je gesehen habe. Man bräuchte nur ein, zwei Tore, sonst könnte man uns alles so fahren lassen. Aber das Gegenteil ist der Fall. Mit den vielen Toren ist es der beste Super-G, aber keine Abfahrt. Das ist nicht das, was die Abfahrer wollen", führte Miller am Donnerstag seine Klagen vom Vortag ("Epischer Super-G") näher aus.

Miller vergeht die Lust

Seiner Meinung nach gehe das Goldene Zeitalter zu Ende. Nämlich jenes, in dem die Abfahrer noch Risiko eingegangen sind, um zu gewinnen.

"Heute fahren alle gleich, sehen gleich aus, keiner stürzt. So nimmt man dem Sport das Herz. Wenn das so weitergeht, wird es schwierig für mich, mich zu motivieren. Dann werde ich etwas anderes tun."

Nicht am Limit der Fähigkeiten

Er habe mit den älteren Fahrern gesprochen, bezüglich der Kurssetzung zu intervenieren, dies habe aber nichts gebracht.

"In den letzten Jahren hatte ich im Ziel (einer Abfahrt/Anm.) selten das Gefühl, dass ich am Limit mit meinen Fähigkeiten bin."

Ergebnis 2. Training (bis Startnummer 36):

Läufer

Nation

Zeit

1.

Hannes Reichelt

AUT

2:15.17 Min

2.

Christof Innerhofer

ITA

+1,09 Sek

3.

Johan Clarey

FRA

+1,10

4.

Bode Miller

USA

+1,25

5.

Romed Baumann

AUT

+1,55

.

Joachim Puchner

AUT

+1,55

7.

Dominik Paris

ITA

+1,59

8.

Benjamin Thomsen

CAN

+1,61

9.

Erik Guay

CAN

+1,71

10.

Aksel Svindal

NOR

+1,73

11.

Kjetil Jansrud

NOR

+1,88

12.

Didier Cuche

SUI

+1,90

13.

Klaus Kröll

AUT

+1,91

16.

Mario Scheiber

AUT

+2,16

22.

Georg Streitberger

AUT

+2,61

23.

Beat Feuz

SUI

+2,92

31.

Max Franz

AUT

+15,44

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