Mario Scheiber is back :"Stärker als je zuvor!"

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Es war nur eine kleine Welle, auf der es Mario Scheiber Ende Jänner im Training für die Abfahrt von Chamonix den Ski verschnitt.

Aber die hatte schwerwiegende Folgen für den Osttiroler, der bei Tempo 120 abhob und nach einer Drehung in der Luft mit Kopf und Rücken auf der knallharten Piste aufschlug: Bruch des rechten Schlüsselbeins, Nasenbeinbruch und Nasen-Nebenhöhlenfraktur.

Die Saison war für den 28-Jährigen damit kurz vor der WM in Garmisch-Partenkirchen zu Ende, der Traum von einer Medaille und/oder dem ersten Weltcup-Sieg platzte auf brutale Art und Weise. Wieder einmal

"Stehe auch diesmal auf"

Knapp sechs Monate später ist Scheiber zurück auf Ski. Am Hintertuxer Gletscher schnallte der frischgebackene Vater einer Tochter erstmals wieder die Ski an.

Dass es überhaupt soweit kommt war zwischendurch nicht sicher, denn der Speed-Spezialist hatte nach seinem eigenen und auch dem schweren Sturz von Hans Grugger in Kitzbühel ein Problem damit, sich für Schussfahrten im Grenzbereich zu motivieren.

Ein Karriereende stand im Raum, aber Scheiber entschied sich gegen den finalen Einkehrschwung.

„Ich bin schon so oft aufgestanden, jetzt stehe ich diesmal auch auf“, verkündete er Ende April seinen Verbleib auf den Brettern, die ihm die Welt bedeuten.

Nie mehr schmerzfrei auf Ski

Das erste Mal auf Schnee – unter der Anleitung von Gruppentrainer Andreas Evers – war für Scheiber „noch ein bisschen ungewohnt, aber es geht mir super“.

Konditionell fühlt er sich so stark wie nie, das lästige Zwicken irgendwo im Körper wird aber auch in dieser Saison ständiger Begleiter sein.

„Ich habe das Knie ein bisschen gespürt, aber das ist kein Problem, weil das war in den letzten Jahren auch schon so“, hat sich der Pechvogel im ÖSV-Team längst daran gewöhnt, seinen Sport nicht mehr schmerzfrei betreiben zu können.

Dicht gedrängtes Programm

Das gebrochene Schlüsselbein ist mittlerweile verheilt, meldet sich beim Kondi-Training aber dennoch ab und an. „Ich spüre es noch, zum Beispiel bei Liegestütz oder Oberkörper-Übungen, aber es behindert oder stört mich nicht.“

Zwei Tage am Gletscher, dann geht es wieder zurück in die Kraftkammer und aufs Fahrrad. Kraft, Schnellkraft und Ausdauer machen für einen langen Winter.

Anfang August stehen für Scheiber und Teamkollegen  vier, fünf Tage Zermatt am Programm. „Rhythmus finden“ ist in der Schweiz das erste Ziel, „und wieder ein Gefühl für Ski und Schnee kriegen.“

Richtig ernst wird es dann ab 18. August, wenn der Flieger von Innsbruck ins Trainingslager nach Chile abhebt. „Ab dann geht es wieder voll zur Sache mit Abfahrts- und Super-G-Training.“

Der Papa wechselt Windeln

Bis dahin wird sich Scheiber auch seiner neuen Vaterrolle widmen. Drei Wochen vor dem errechneten Geburtstermin brachte Freundin Ursula eine Tochter zur Welt.

Wenn der hartgesottene Hardrock-Fan über seine Joleen Sophie spricht, dann wird er ganz weich.

„Es ist ein Traum, ein ganz besonderer Abschnitt in meinem Leben“, so der stolze Papa, der auch selbst Windeln wechselt.

Wenn er, so wie jetzt am Hintertuxer Gletscher, von daheim weg ist, hat er immer ein paar Fotos dabei.

„Ich vermisse sie total. Wenn man selbst keine Kinder hat, kann man sich gar nicht vorstellen, was das bedeutet, eine gesunde Tochter zu haben.“

Stephan Schwabl

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