Schumi, Sampras und Co.: Die Liga der Serien-Sieger

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Marcel Hirscher hat es geschafft.

Mit seinem vierten Sieg im Gesamtweltcup in Folge hat der Salzburger Geschichte geschrieben, ein Kunststück vollbracht, das selbst Legenden wie Marc Girardelli, Hermann Maier oder Ingemar Stenmark nicht gelang.

Der 26-Jährige ist alleiniger Rekordhalter und damit einer der Größten, die der alpine Skirennsport je hervorgebracht hat. Nur absoluten Ausnahme-Athleten war es vergönnt, Titel und Kristallkugeln en masse abzustauben.

Wir präsentierten die Liga der Serien-Sieger:


Martin Fourcade

Was Hirscher derzeit im Alpin-Lager zum Besten gibt, zeigt der Franzose bei den Biathleten. Fourcade beherrscht seine Sportart seit Jahren wie kein anderer und krönte sich in Khanty-Mansiysk zum vierten Mal in Folge zum Gesamtweltcup-Sieger. Dieses historische Kunststück haben nicht einmal die Allzeit-Größen Ole Einar Björndalen und Raphael Poiree vollbracht. Sein Sieg in dieser Saison ist der wohl eindrucksvollste, litt der 26-Jährige doch im Sommer am Pfeiffer'schen Drüsenfieber.

Annemarie Moser-Pröll

Den Rekord der meisten Weltcup-Siege hat die 61-Jährige kürzlich an Lindsey Vonn verloren, fünf Gesamtweltcup-Erfolge in Serie wird Annemarie Moser-Pröll aber so schnell keine nachmachen. Die Salzburgerin war in den 70er Jahren eine Klasse für sich und dominierte über Jahre hinweg scheinbar nach Belieben. Ihre Bestmarken wären mit großer Wahrscheinlichkeit noch beeindruckender, hätte sie ihre Karriere nicht vor der Olympia-Saison 1975/76 beendet, um ihren schwerkranken Vater zu pflegen. Nach ihrem Comeback gelang ihr ein weiterer Sieg im Gesamtweltcup.

 

Hannu Manninen

Bei Großereignissen musste der Finne bis ins Jahr 2007 warten, ehe er endlich in einem Einzelbewerb reüssieren konnte (Gold im Sprint), im Weltcup hingegen erwies sich der Blondschopf über Jahre hinweg als überragende Persönlichkeit unter den Nordischen Kombinierern. Zwischen 2003/04 und 2006/07 entschied er den Kampf um Kristall viermal in Folge für sich - bis heute ein unerreichter Wert. Mit insgesamt 48 Weltcup-Triumphen führt er auch diese Sonderwertung klar an.

Magdalena Forsberg

Nachdem sie sich jahrelang im Langlauf versuchte, wagte die Schwedin 1994 den Sprung ins Biathlon-Lager. Es dauerte nicht lange, und Magdalena Forsberg etablierte sich in der Weltspitze. Im Februar 1996 gewann sie ihre erste WM-Medaille, im drauffolgenden Winter erstmals den Gesamtweltcup. 2002 war das halbe Dutzend voll, Forsberg prägte die Szene in bis heute unerreichter Manier. Ihre 42 Weltcup-Siege sind unerreicht, einzig bei Olympischen Spielen (zweimal Bronze in Salt Lake City) konnte sie ihre Vormachtstellung nicht in Goldmedaillen ummünzen.

 

Markus Prock

In einzelnen Rennen war der Tiroler durchaus zu knacken, über eine gesamte Saison hinweg führte an Markus Prock jedoch jahrelang kein Weg vorbei. Zwischen 1991 und 1997 war kein Kraut gegen den heute 50-Jährigen gewachsen, siebenmal in Serie entschied er den Kampf um den Weltcup für sich. Selbst Armin Zöggeler, mit 57 Siegen Rekordhalter, biss sich daran die Zähne aus und kam "nur" auf sechs. Insgesamt haben beide die Kugel zehnmal abgestaubt. Auch bei Welt- und Europameisterschaften stand Prock am obersten Podest, lediglich bei Olympia blieb ihm dieses Ziel verwehrt.

 

Hirschers Erfolge sind mit anderen Wintersportarten verhältnismäßig einfach vergleichbar. Bei Sommersportarten wird das Ganze schon schwieriger, doch auch hier haben wir Beispiele gefunden, die man durchaus jenen des Ski-Stars gegenüberstellen kann.

Michael Schumacher

Auch im Motorsport gilt es, über eine ganze Saison konstant gute Leistungen zu erbringen, um am Ende mit dem WM-Titel die höchste Auszeichnung zu erhalten. Michael Schumacher war ein Meister seines Fachs und in der Formel 1 gemeinsam mit Ferrari über Jahre hinweg das Maß aller Dinge. Zwischen 2000 und 2004 feierten der Deutsche in Diensten der Scuderia fünf Fahrer-Titel in Folge und erarbeitete sich dadurch Legenden-Status. Insgesamt hält "Schumi" bis heute mit sieben WM-Kronen den Rekord.

 

Giacomo Agostini

Stand der Italiener an der Startlinie, war nur selten ein Kraut gegen ihn gewachsen. 1966 gelang Giacomo Agostini die Titel-Premiere in der 500er-Klasse der Motorrad-Weltmeisterschaft, erst nach sieben Erfolgen wurde er vom Briten Phil Read gestoppt. Noch beeindruckender werden die Zahlen, wenn man sich vor Augen hält, dass der heute 72-Jährige teilweise im selben Jahr in zwei Klassen Weltmeister wurde und in insgesamt 186 Rennen 122 Siege bzw. 159 Podestplätze einheimste.

Sébastien Loeb

Als Tommi Mäkinen von 1996 bis 1999 viermal hintereinander den Rallye-WM-Titel für sich in Anspruch nahm, dachten viele, das sei ein Rekord, den niemand so schnell brechen würde. Doch schon 2004 schickte sich Sébastien Loeb, der im Jahr davor zugunsten des Konstrukteurs-Titels für Citroen persönliche Ambitionen hinten anstellen musste, an, dem Finnen Konkurrenz zu machen. 2007 stellte er die Rekordserie ein, bis 2012 kamen fünf weitere WM-Triumphe hinzu. Die WM wurde zur One-Man-Show, bis sich "Super-Seb" entschloss, dem Treiben ein Ende zu setzen und sich zurückzuziehen. Es erscheint unwahrscheinlich, dass seine Bestmarken in absehrbarer Zeit in Gefahr geraten.

 

Martina Navratilova

Auch im Tennis-Lager gestaltet sich eine Saison ähnlich wie im Ski-Weltcup. Mit den Majors gibt es Highlights wie die Klassiker, wer am Ende der Saison die Weltrangliste anführt, war der beste Spieler. Bei den Damen ist Martina Navratilova die Rekord-Seriensiegerin. Bereits 1978 und 1979 führte sie die Liste, damals noch in Diensten der Tschechoslowakei, an. Nachdem ihr Chris Evert vorübergehend die Show stahl, schlug sie, nun als US-Staatsbürgerin, gnadenlos zurück und beendete die Jahre 1982 bis 1986 an der Spitze. Ein bis heute gültiger Rekord, den selbst Steffi Graf (insgesamt acht Mal auf Platz 1) nicht brechen konnte.

Pete Sampras

Bei den Herren ist es nicht etwa Roger Federer, der zahlreiche wichtige Rekorde hält, sondern Pete Sampras, der am häufigsten in Serie und zugleich auch insgesamt ein Tennis-Jahr auf Platz eins beendete. Von 1993 bis inklusive 1998 thronte "Pistol-Pete" im Tennis-Zirkus, insgesamt war er 286 Wochen lang Weltranglisten-Führender. Federer musste sich mit vier Jahren in Serie (2004-2007) sowie fünf insgesamt begnügen.


Christoph Nister

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