Pisten-Gaudi statt Krankenbett

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Raich und Hirscher melden sich im Weltcup zurück

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Marcel Hirscher und Benjamin Raich könnten unterschiedlicher nicht sein.

Hier der explosive Draufgänger mit der Do-or-Die-Taktik, der sich für eine bessere Vermarktung aus seinem Namen das Kürzel RA:CE gebastelt hat.

Dort der stets kontrollierte, meist erfolgreiche Lieblingsschwiegersohn aller Ski-Mütter.

Soweit der erste Eindruck. Schaut man aber genauer hin, hat das Duo durchaus einiges gemeinsam.

Die Liebe für die technischen Disziplinen zum Beispiel. Oder den ausgeprägten Erfolgshunger.

Zwei Asse, zwei schwere Verletzungen

Und beim Weltcup-Auftakt in Sölden waren der Salzburger Hirscher und der Tiroler Raich als „Comebacker“ am Start, eine weitere Gemeinsamkeit.

Die heißeste Aktie für eine erfolgreiche ÖSV-Zukunft zog sich in der letzten Saison in Hinterstoder einen Kahnbeinbruch zu, konnte nicht bei der WM in Garmisch starten.

Der „Blitz aus Pitz“ riss sich ebendort das Kreuzband. Mit seiner Rückkehr in den Weltcup-Zirkus und Platz 19 war Raich „nicht unzufrieden“.

Denn: „Mir war immer klar, dass ich nicht gleich vorne mitfahre. Aber man hat gesehen, dass ich gut fahre, der Speed passt und das Wichtigste ist, dass der Körper funktioniert.“

"Habe im Steilhang Welten verloren"

Das lädierte linke Knie hielt den Belastungen stand, aber nicht nur damit hatte der 33-Jährige „eine Mordsgaudi“ bei zwei Fahrten mit einigen Lichtblicken.

Nur im Steilhang fühlte er sich ob seines kleinen Trainingsrückstands noch überfordert. Genau dort verlor Raich auch die meiste Zeit, ungefähr acht Zehntel.

„Das sind schon Welten, wenn ich das nicht verliere, bin ich ganz woanders.“ Nämlich im Bereich eines Ivica Kostelic, zum Saisonstart auf Platz fünf, und des sechstplatzierten Marcel Hirscher.

Mühen haben sich schon ausgezahlt

Der junge Salzburger hatte einen schweren Fehler im ersten Lauf, aber trotzdem jede Menge Spaß. „Ich bin definitiv im richtigen Job daheim! All die Mühen und die Tage, an denen es schwierig war, haben sich schon jetzt ausgezahlt.“

In der Entscheidung konnte der 22-Jährige, der mit einer leichten Darmgrippe an den Start ging, sechs Plätze gut machen. Auch weil er sich die Kraftreserven gut einteilte und so im unteren Teil noch Zeit aufholte.

„Mehr hätte ich mir nicht zutrauen dürfen! Die Verletzung schwirrt zwar noch in meinem Kopf herum, aber das bekomme ich auch noch weg.“

"Knie wackelt jetzt weniger"

Auch bei Benjamin Raich fuhr die Verletzung, die ihn zur ersten längeren Pause seiner Karriere zwang, mit.

„Aber mir ist während der Fahrt aufgefallen, dass das Knie weniger wackelt als vor dem Kreuzbandriss.“

Slalom-Training in Sölden

In den nächsten Tagen werden die perfekten Bedingungen am Rettenbachferner von der ÖSV-Technikern zum Slalomtraining genützt, am Dienstag stehen zudem Quali-Läufe auf dem Programm.

Mit Marcel Hirscher und Benjamin Raich, die beide auch in Levi fahren möchten. Hirscher, der seit Neuseeland nicht mehr Slalom trainiert hat, startet „praktisch wieder bei Null“.

Aber er geht genau wie sein Pitztaler Teamkollege davon aus, dass er beim Rennen im hohen Norden dabei ist.

Und Raich will im Slalom, einst seine Paradedisziplin, den nächsten Schritt tun. „Ich muss einfach nur meinen Weg weitergehen, dann werde ich hoffentlich schon bald wieder mitmischen.“

Stephan Schwabl

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