Hirscher vs. Jansrud: „Es ist brutal eng“

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Matthias Mayer war der große Gewinner des Speed-Wochenendes in Saalbach-Hinterglemm. Der Kärntner gewann sowohl die Abfahrt als auch den Super-G und ließ die Heim-Rennen zu rot-weiß-roten Festspielen werden.

Mindestens genauso viel Grund zur Freude wie Double-Sieger Mayer hatte Marcel Hirscher.

Der Salzburger schnallte Sonntag im Super-G die „langen Latten“ an, um Punkte für den Kampf um seinen vierten Gesamtweltcup-Sieg in Folge zu sammeln. Mit Erfolg – der 25-Jährige landete nach einer beherzten Fahrt auf Rang 17 und fuhr damit 14 Punkte ein.

„Ich bin sehr zufrieden. Das war alles andere als zu erwarten“, sagte der Technik-Spezialist, der in den Speed-Disziplinen immer besser zurecht kommt. „Ich habe mich wohl gefühlt, es hat Spaß gemacht. Es war nicht einfach zu fahren, weil so viele Schläge drinnen waren. Aber es funktioniert immer besser.“

„Weniger Abstriche als erwartet“

Hirscher büßte damit gegenüber seinem Konkurrenten Kjetil Jansrud im Gesamtweltcup nur 46 Punkte ein, sein Vorsprung beträgt vor den verbleibenden zehn Rennen noch 116 Zähler.

„Ich fahre nach dem Wochenende mit weniger Abstrichen nach Hause als erwartet. Ich habe mir gedacht, dass er (Jansrud, Anm.) mindestens 160 Punkte macht, jetzt sind es ein bisschen weniger“, sagte der Kombinations-Weltmeister. „Ich würde lügen, wenn ich sagen würde, dass das für den Gesamtweltcup nicht gut ist. Es hätten auch 200 Punkte sein können.“

Anstatt 200 nahm Jansrud vom Speed-Wochenende im Pinzgau nämlich nur 78 Punkte mit. Der Norweger musste sich in der Abfahrt mit Rang 14 begnügen, im Super-G landete er immerhin auf Platz drei.

„Ich bin schon etwas enttäuscht. Der Plan war natürlich ein anderer“, gab Jansrud zu, der sich im Vorfeld 180 Punkte zum Ziel setzte. „Natürlich hofft man auf 200 Punkte – jetzt sind es nicht einmal hundert. Es ist nicht so gelaufen, wie ich mir das vorgestellt habe.“

„Ich muss konstanter sein“

„Wenn ich die große Kugel gewinnen will, muss ich konstanter sein. Einen 14. Platz wie in der Abfahrt kann ich mir nicht mehr erlauben. Das hat mir vielleicht die entscheidenden Punkte gekostet“, merkte der Führende im Abfahrts-Weltcup an.

„Es ist nun mal passiert, aber es kann genauso gut auch Marcel passieren. So ist das Spiel. Wir beide müssen die kommenden Rennen erst einmal herunterbringen. Ich denke, es wird eng“, versuchte Jansrud den Druck von sich abzuwenden.

In den kommenden Wochen stehen insgesamt noch zehn Rennen auf dem Programm, davon drei Abfahrten, zwei Super-Gs, drei Riesentorläufe und zwei Slaloms.

Nächste Station ist Garmisch-Partenkirchen, wo am Wochenende eine Abfahrt und ein Riesentorlauf (Jansrud: „Ich hoffe, ein paar Punkte sammeln zu können“) stattfinden.

Heimrennen für Jansrud

Danach geht es weiter nach Kvitfjell, wo eine Abfahrt und ein Super-G ausgetragen werden. Jansrud hofft, die verlorenen Punkte von Saalbach bei den Speed-Rennen in seiner Heimat wettmachen zu können.

„Ich freue mich auf Kvitfjell. Meine Chancen dort stehen gut. Aber man kann herumrechnen wie man will, wir müssen zuerst einmal fahren. Ich kann wieder schlechte Rennen haben, so wie gestern“, wollte er die Erwartungen nicht zu hoch stecken.

Ort
Disziplin
Garmisch
Abfahrt Riesentorlauf
Kvitfjell
Abfahrt Super-G
Kranjska Gora
Riesentorlauf Slalom
Meribel
Abfahrt Super-G Riesentorlauf Slalom

 

„Ich starte sicher nicht in Kvitfjell“, sagte Hirscher, der beim anschließenden Technik-Wochenende in Kranjska Gora (14./15.3.) die Chance hat, voll zu punkten, bevor es zum Weltcup-Finale nach Meribel (FRA/18.-22.3.) geht.

„Es bleibt spannend“

"Nach Meribel zu kommen und nicht zu wissen, wer gewinnen wird, würde Spaß machen", meinte Jansrud, der sogar die Slalom-Ski anschnallen könnte. „Wenn es um wenige Punkte geht, dann muss ich Slalom fahren.“

Der Norweger ist trotz des alles andere als optimal verlaufenen Wochenendes in Saalbach gewillt, den Kampf um die große Kristallkugel fortzusetzen. „Marcel hat den Vorteil, dass er 100 Punkte Vorsprung hat, aber ich glaube, dass ich noch Chancen habe.“

„Es bleibt spannend. Es ist brutal eng“, ist Hirscher derselben Meinung.

Daniela Kulovits

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